Online-MegazineInterview

STRYPER

Hart, aber herzlich

STRYPER

Auf ihrer aktuellen Platte „Fallen“ sind STRYPER überraschend heavy unterwegs, wie Sänger/Gitarrist Michael Sweet im aktuellen Rock Hard Vol. 342 betont. Ergänzend zum Heft-Interview verrät der sympathische Frontmann hier mehr über die Songs, moshende Pfarrer und das zweischneidige Social-Media-Schwert.

Michael, waren die Reaktionen auf „Fallen“ bisher positiv?

»Oh ja, extrem gut sogar! Wir haben ja bereits einige Songs veröffentlicht und werden Mitte Oktober ein Musikvideo zu dem Song 'Pride' veröffentlichen.«



Den finde ich gut! Hört sich ein bisschen an, als ob Sebastian Bach zu seinen besten Zeiten den Refrain hinrotzen würde.


(Er lacht:) »Echt? Gut zu wissen! Das geht in Ordnung, Sebastian ist ein ziemlich guter Sänger! Dieser Song ist eigentlich typisch für STRYPER, aber für unsere Verhältnisse klingt er auch ziemlich modern.«

Da wir gerade bei anderen Musikern sind: Michael Kiske hat in einem Rock-Hard-Interview verraten, dass du ihn angerufen und gefragt hast, ob er mit dir an einem neuen Projekt arbeiten möchte. Gibt es da schon irgendwelche Fortschritte?

 »Nein, da ist noch gar nichts bestätigt, Aber ich habe Michael tatsächlich angerufen und würde liebend gern mit ihm arbeiten. Er ist einer meiner absoluten Lieblingssänger – definitiv in den Top Ten dieses Genres. Soweit ich weiß, glauben wir an die gleiche Sache, an den gleichen Gott – und ich möchte unbedingt etwas mit ihm machen. Wenn es soweit ist, hoffe ich, dass die Welt davon erfahren wird.«

Im Titeltrack 'Fallen' beschäftigt ihr euch mit dem einstigen Engel Luzifer vor seinem Fall – und beschreibt ihn in all seiner Schönheit. Interessant, dass ihr beide Seiten der Medaille zeigt. Das dürfte allerdings einige Leute verwirrt haben, so nach dem Motto: 'Oh, sind STRYPER jetzt zur dunklen Seite gewechselt?'



»Das haben sie schon bei einigen Songs vom letzten Album gesagt, und jetzt bei dem Song über Luzifer natürlich umso mehr. Für uns ist der Track auch musikalisch düsterer. Wenn du Akkorde und Melodien in Moll schreibst, wird der Sound automatisch düsterer, außerdem sind die Gitarren auch runtergestimmt. Bisher waren die Reaktionen aber ziemlich gut. Wir haben früher ständig so etwas zu hören bekommen wie 'Ich finde euch echt gut, aber ich wünschte, ihr würdet mal etwas härteres spielen.' Ich denke, noch härter als auf diesem Album wird es wohl nicht werden, sonst wären wir nicht mehr STRYPER!«

Ihr kritisiert in 'Big Screen Lies' die US-Filmindustrie dafür, dass sie sich über Christen lustig macht.

»Ja, das ist meine Meinung. Wenn ich Filme oder TV-Serien sehe, dann werden die Christen in neun von zehn Fällen als Spinner, Flachpfeifen oder Waschlappen dargestellt. Knalltüte, Idiot – welche Beschimpfung du auch immer bevorzugst. Sie werden nie als normale Menschen gezeigt, und mich stört das, denn ich bin ein ganz normaler Typ! Ich bin kein Spinner – hoffe ich zumindest. Die meisten Christen, die ich kenne, sind ganz normale, nette Menschen. Wie Hollywood die Christen porträtiert, geht mir echt auf die Nerven.«



Wurden euch schon oft Geschichten von Menschen zugetragen, die durch eure Musik zum Christentum gefunden haben?

»Ja, schon viele Male. Es ist unglaublich, wenn dir das jemand erzählt, und du dann auch noch erfährst, dass er inzwischen Pfarrer einer Gemeinde mit 10.000 Mitgliedern ist. Ganz schön cool!«

Mir ist aufgefallen, dass du ziemlich aktiv bei Facebook unterwegs bist und sehr viele Fan-Fragen beantwortest, sowohl auf der STRYPER-Seite als auch auf deiner eigenen. Magst du Social Media wegen des regen Austausches mit den Fans, oder kämpfst du auch mit den Schattenseiten?

 »Oh, ich sehe durchaus die Schattenseiten. Es ist schwierig, das richtige Gleichgewicht zu finden. Für mich ist das nicht nur ein Mittel, um den Fans mitzuteilen, was wir gerade tun, sondern auch ein Mittel der Kommunikation mit meinen Freunden. Ich nenne sie lieber Freunde, die Bezeichnung „Fans“ habe ich noch nie gemocht. Ich finde es toll, dass die sozialen Medien einem diese Interaktion ermöglichen. Aber sie klauen dir auch wirklich viel Zeit, die du sonst mit deiner Familie verbringen würdest. Das ist manchmal gar nicht gut, zum Beispiel, wenn du am Esstisch sitzt und dabei auf Facebook postest. Früher habe ich das gemacht. Ich versuche mein Bestes, da eine Balance zu finden, was nicht so einfach ist, denn ich manage die STRYPER-Seite und die Michael-Sweet-Seite bei Facebook und Twitter. Ab und zu postet unser Webmaster auch etwas, aber meistens mache ich das. Manchmal wache ich morgens auf, trinke einen Kaffee und denke: 'Ich werde diese Seiten alle deaktivieren – sofort!' Haha, aber natürlich tue ich es nicht.«


www.stryper.com
www.facebook.com/Stryper
www.facebook.com/TheMichaelSweet

 

Pic: Alex Solca (Promo)