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ANGRA

Gestatten: der Neue

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In der Metalszene ist Fabio Lione dank seiner Truppe Rhapsody Of Fire bekannt wie ein bunter Hund, seit einiger Zeit steht der Italiener allerdings auch am Mikro der Power-Progger ANGRA und nahm in Form von „Secret Garden“ sein erstes Album mit den Brasilianern auf. Wie es ihm als "Neuem" ergangen ist, und wie er sich in die Herzen der kritischen Fans singen konnte, verrät er uns ergänzend zum Interview in Rock Hard Vol. 333.

Fabio, lief bei den Studioaufnahmen zu „Secret Garden“ in Schweden alles nach Plan?

»Ja, die Zeit im Studio war sehr positiv für uns alle. Anfangs wussten die anderen Jungs nicht so recht, was sie erwarten würde. Sie flogen von Brasilien nach Schweden, und nach etwa zehn Tagen stieß ich aus Italien zu ihnen. Wir nahmen das Album gemeinsam mit Produzent Jens Bogren auf, mit dem ich zuvor noch nie zusammengearbeitet hatte, aber es lief großartig. Ich persönlich war neun Tage im Studio, sang meine Parts ein und gab Rafael einige Tipps, denn er singt ebenfalls auf der Platte.«

Wie hat Jens Bogren der Scheibe seinen Stempel aufgedrückt?

»Unser Produzent hat wirklich einen fantastischen Job abgeliefert. Er hat genau verstanden, in welche Richtung wir mit dem Album gehen wollten, und das Ergebnis ist verdammt gut. Die Platte ist manchmal ein bisschen kompliziert, weil sie viele progressive Elemente aufweist, aber dennoch hört man die brasilianischen Einflüsse, etwa die Percussions. Jens sorgte dafür, dass ANGRA diese Einflüsse nicht verlieren, was uns sehr wichtig war. Ich denke, die ganze Band war mit dem Studio-Aufenthalt in Schweden mehr als zufrieden.«

Zunächst warst du 2012 spontan für den ausgestiegenen Edu Falaschi bei der Kreuzfahrt 70.000 Tons Of Metal eingesprungen, bist aber schon kurze Zeit später ein reguläres Bandmitglied geworden.

»Ja, weil einfach alles so gut lief. Das Feeling war klasse, live war es der Hammer. Wir entwickelten gemeinsam gute Ideen, auch für das neue Album, also dachten wir: 'Wieso sollten wir etwas ändern, das so gut funktioniert?' Allerdings muss ich dir sagen, dass es für mich als Sänger anfangs auch nicht ganz einfach war. Die brasilianischen Fans waren zu Beginn etwas merkwürdig...«



Probst du regelmäßig mit ANGRA? Das ist sicherlich nicht ganz einfach, da du in Italien lebst und die anderen Jungs in Brasilien.

»Ja, aber wir proben nicht sehr oft gemeinsam. Wenn eine Tour oder einige Konzerte anstehen, fliege ich ein paar Tage vorher nach Brasilien, damit wir ein paarmal proben können. Wenn wir die Setlist ändern oder neue Songs spielen wollen, mailen wir einander, und ich übe die Songs in Italien. Wenn wir vorher zwei oder drei Tage zum gemeinsamen Proben haben, dann reicht uns das.«



Fiel es dir schwer, „der Neue“ bei ANGRA zu sein und noch einmal bei Null anzufangen, während du bei Rhapsody Of Fire seit 18 Jahren Leadsänger bist?

»Bei Rhapsody Of Fire waren die Dinge auch nicht ganz einfach nach der Trennung von Luca (Turilli, g.), aber ich verstehe das. Wahrscheinlich hatte er nach so vielen Jahren einfach genug davon, mit Alex Staropoli (k.) Songs zu schreiben. Er wollte sein eigenes Projekt starten, und deshalb besorgte ich Luca auch einen Sänger für sein Projekt (Alessandro Conti - am). Luca kannte ihn gar nicht, das war ein Freund von mir. Luca und ich verstehen uns immer noch gut. Ich grübelte viel über die Sache mit ANGRA nach, aber dann dachte ich: 'Wieso sollte ich meinen Freunden in dieser Band nicht helfen?' Ich kenne sie schon seit dem Jahr 2000 und war mit Rhapsody Of Fire nicht komplett ausgebucht. Ich mochte ANGRAs Musik schon immer, sie sind gute Musiker und ich hatte wirklich Lust, das zu machen, also sagte ich: 'Ok, lasst es uns anpacken!' Für sie war das auch besser als sich jemanden zu suchen, den sie noch gar nicht kennen, und mit dem es vielleicht nach einem Jahr Ärger gegeben hätte. Ich kenne sie, sie kennen mich, und sie wissen, dass ich ein guter Typ bin (lacht).«

Hilfreich für deine Akzeptanz bei den anfangs doch eher skeptischen ANGRA-Fans ist sicherlich, dass Rhapsody Of Fire in Brasilien sehr gut ankommen, oder?

»Ja, absolut. Diese Kombination hat mir sehr geholfen. Rhapsody Of Fire haben viele Fans in Südamerika und besonders Brasilien – und die sind jetzt richtig happy mit ANGRA. Ich glaube, dass wir die restlichen 25 Prozent, die immer noch der Vergangenheit nachtrauern, mit dem neuen Album überzeugen können.«

 

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