Online-MegazineInterview

MOS GENERATOR, MOS GENERATOR

Gekommen, um zu bleiben

MOS GENERATOR

MOS GENERATOR stehen für ihre Europa-Tour in den Startlöchern. Im Gepäck haben die US-Heavy-Rocker ihr aktuelles, hochgelobtes Album „Abyssinia“. Bandboss Tony Reed hat sich Zeit genommen und steht uns im Interview Rede und Antwort.

Tony, MOS GENERATOR gibt es inzwischen seit 16 Jahren, das jetzige Line-up ist allerdings erst zwei Jahre jung. Wie kam es zu dem Wechsel?

»Als ich MOS GENERATOR im Jahr 2000 zusammen mit Shawn Johnson und Scooter Haslip gegründet habe, kannten wir uns schon recht lange und hatten zusammen in anderen Bands gespielt. Wir kamen überein, einem einfachen Heavy-Rock-Sound treu zu bleiben und nicht allzu weit davon abzudriften. Damals passierte es mir regelmäßig, dass ich viele verschiedene Einflüsse in das Songwriting einbrachte und manchmal den eigentlichen Stil der Band, für die ich gerade Songs schrieb, aus den Augen verlor. Mit MOS GENERATOR wollten wir dies unter Kontrolle behalten und haben das all die Jahre ganz gut hingekriegt. Von 2000 bis 2014 veröffentlichten wir zusammen mit einigen coolen Labels viele Alben und Singles und tourten ein bisschen durch die Gegend. Allerdings reichte das nicht, um die Band auf's nächste Level zu hieven. Aus diesem Grund entschied ich im August 2014 mich von meiner Rhythmusgruppe zu trennen und neue Bandkollegen zu suchen, denen ausgiebiges Touren möglich ist. Nach einigen Stolpersteinen habe ich die exzellenten Musiker Sean Booth (b.) und Jon Garrett (dr.) gefunden. Wir haben zusammen Songs aufgenommen und getourt als gäbe es kein Morgen. Das ist genau das Tempo, das ich mag und auch brauche.«

Der Nordwesten der USA war schon immer als Epizentrum der Indieszene bekannt, rebellisch und individuell. Wie viel Einfluss hatte das auf die Heavy-Rock-Szene, die dort auch sehr stark vertreten ist?

»Keine Ahnung wie viel gegenseitiger Einfluss vorhanden ist. Viele Bands kommen und gehen und wir haben eigentlich mehr Erfolg je weiter wir von Seattle weg sind. Es gibt viele großartige Bands im Nordwesten und im Moment boomt es wieder mal sehr. Mal sehen, wie lange das noch anhält. Es gab schon einige Heavy-Rock-Trends in der Vergangenheit. Wir sind allerdings wie Kakerlaken, man wird uns nicht so schnell wieder los, wir sind gekommen, um zu bleiben, haha.«

Euer neues Album „Abyssinia“ wird zurecht mit viel Lob überhäuft. Mir persönlich fiel als erstes die Ohrwurmqualität der Songs auf, und dass das Album allgemein explorativer als die Vorgängeralben ausfällt. Hat sich deine Herangehensweise an das Songwriting geändert?

»Nachdem ich mich von meiner Rhythmusgruppe getrennt hatte, fiel auch die Entscheidung, dass es an der Zeit ist, wieder mehr andere Einflüsse zuzulassen und genau die Art von Heavy Rock zu machen, die ich selbst gerne hören würde. „Abyssinia“ ist sozusagen die Pforte zu meinem neuen Denken und Songwriting. Es ist eine sehr aufrichtige Herangehensweise und ich bin risikofreudiger. Im Moment habe ich schon genug Material für ein weiteres Album und werde dieses Schema wohl beibehalten.«

Bald steht eure nächste Europa-Tour an. Wart ihr nicht erst vor Kurzem hier? Die Gig-Frequenz scheint sich zu steigern. Wann ging es mit dem europäischen Interesse an deiner Band los?

»Wie ich vorhin schon sagte, erlaubt das neue Line-up, viel häufiger auf Tour zu gehen. Neben regelmässigen Veröffentlichungen liegt unser derzeitiger Fokus auf den ausgedehnten Tourneen. Es gibt so viele Bands, man muss sich wirklich reinhängen und alles geben. Unsere erste Tour fand 2008 statt. Dann kamen wir 2013 mit St. Vitus und 2015 mit Elder. Wir haben auch auf vielen coolen Festivals gespielt, das war für unseren Bekanntheitsgrad sicherlich förderlich.«

Gibt es einen Unterschied zwischen Tourneen in der USA und Europa?

»Absolut! Jede Band wird bestätigen, dass Europa die USA dabei um Längen schlägt. Es kommen mehr Leute zu den Gigs und die Fans zeigen mehr Wertschätzung. Außerdem wird man von den Clubs viel besser behandelt und versorgt. So langsam ändert sich das auch in den USA und man versucht es auf die europäische Art. Bis vor ein paar Jahren war Touren in den USA echt hart, diese Zeiten sind hoffentlich endgültig vorbei.«



Neben MOS GENERATOR hast du noch die Nebenprojekte Stone Axe und Heavy Pink und arbeitest als Toningenieur und Produzent. Ist überhaupt Zeit für alles oder hast du unterschiedliche Prioritäten?

»Im Moment habe ich keine Zeit für meine anderen Bands. Ich widme jede Minute MOS GENERATOR und das ist auch gut so. Ich habe Heavy Pink mit MOS GENERATOR fusioniert und den Heavy-Pink-Stil als Einfluss miteingebracht. Das ist auch eine Art von Wachstum und ich bin sehr zufrieden damit. Die Arbeit im Studio ist mein Job und ich schätze mich glücklich, damit meine Brötchen verdienen zu können und auch noch Spaß dabei zu haben. Ich durfte schon an einigen sehr coolen Alben mitarbeiten.«

Soviel ich weiß, sammelst du Vinyl. Was sind deine fünf Lieblingsalben?

»Ja, da hast du Recht. Ich sammle schon solange ich denken kann. 
Die Frage nach den Lieblingsalben ist schwer zu beantworten. Ich lasse dich die LPs wissen, die ich im Moment am häufigsten anhöre. Manche davon landen auf meinen Plattenteller, weil der Sound so gut ist und nicht weil es mein Lieblingsalbum ist. Außerdem ändert sich diese Liste regelmässig:
Steely Dan - „Aja“, Yes - „Fragile“, Siouxsie & The Banshees - „Tinderbox“, Black Sabbath - „Master Of Reality“ und AC/DC - „Let There Be Rock“.«

Was sind deine Pläne für 2017?

»Es dreht sich jetzt erstmal alles um die Band. Ich werde auch ein bisschen reisen, um ein paar Alben zu produzieren, aber das Hauptaugenmerk liegt auf MOS GENERATOR. Im Frühjahr wird es voraussichtlich schon die nächste Scheibe von uns geben und wir arbeiten an weiteren Gigs in den USA und Europa für die erste Jahreshälfte 2017.«

Vielen Dank Tony und alles Gute für die anstehende Tour und all eure Pläne!

»Vielen Dank für euer Interesse an MOS GENERATOR. Wir wissen das sehr zu schätzen. Cheers.«

 

 

www.facebook.com/MosGenerator

www.heavyheadsuperstore.storenvy.com

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

MOS GENERATOR25.10.2017DresdenChemiefabrikTickets
MOS GENERATOR26.10.2017ErfurtTikoTickets
MOS GENERATOR27.10.2017OsnabrückBastard ClubTickets
MOS GENERATOR28.10.2017SiegenVortex Tickets
MOS GENERATOR30.10.2017FrankfurtDreikönigskellerTickets