Online-MegazineInterview

ONCE HUMAN

Garstig aus Leidenschaft

ONCE HUMAN

ONCE HUMAN ist mit „The Life I Remember“ ein im besten Sinne fieses Debüt gelungen, das meist subtile, manchmal bombastische Melodien, knallharte Midtempo-Grooves und geradezu einschüchternd aggressive weibliche Growls geschickt zusammen bringt. Wir haben mit dem Bandgründer, Gitarristen und ehemaligen Machine-Head-Mitglied Logan Mader über die Ursprünge und den Sound seiner neuen Band gesprochen.

Wie haben ONCE HUMAN zueinander gefunden, und was war eure Vision für die Band?

»Monte Conner (ehemaliger Roadrunner-A&R – tb) stellte mir 2014 Lauren Hart (Gesang – tb) vor. Der Plan war, ihr einen Deal zu besorgen und eine Band um sie herum aufzubauen. Nachdem wir ein paar Songs zusammen geschrieben hatten, war ich begeistert von der Musik und mir wurde das ganze Potenzial der Sache klar. Damien Rainaud (Bass – tb) ist ein Freund von mir, mit dem ich schon seit vier Jahren im Studio zusammenarbeite. Er war die logische Wahl. Skyler Howren als zweiter Gitarrist und Dillon Trollope sind ebenfalls fantastische Musiker, zusammen legen wir live jeden Abend alles in Schutt und Asche. Meine ursprüngliche Vision ist mit unserem Debütalbum schon Realität geworden. Im Moment supporten wir Fear Factory in den USA und versuchen, bald in Europa etwas an Land zu ziehen. Ich habe es sehr vermisst live zu spielen und hoffe, dass wir mit dieser Band noch viele Alben und Tourneen vor uns haben.«

Mein persönlichen Highlights auf „The Life I Remember“ sind die melodischen Momente, die allerdings nahezu alle am Ende des Albums versteckt sind. Überhaupt habt ihr Hooklines sparsam eingesetzt. Habt ihr euch bewusst gegen direkter zugängliche Songs entschieden und wenn ja, wieso?

»Wir haben uns nicht bewusst für oder gegen eine bestimmte Richtung entschieden. Es kommt nur darauf an, was sich beim Komponieren richtig anfühlt. Worüber wir uns allerdings Gedanken gemacht haben, ist, wir unsere Songs live wirken würden. Ich liebe garstige Riffs und Grooves, die das Publikum in Bewegung versetzen. Laurens Growl-Stimme verfügt über extrem viel Kraft und Ausdruck, vor ONCE HUMAN hat sie noch nie clean gesungen. Ich habe sie dazu ermutigt, um unserem Spektrum noch eine zusätzliche Klangfarbe zu geben. Und der Flow ergibt einfach Sinn mit den harten Songs am Anfang.«



Die Metal-Szene ist oftmals sehr von Männern und Klischees von Männlichkeit dominiert. Seid ihr, als eine der recht wenigen harten Metalbands mit einer Frau am Mikro, schon mal negativ mit Stereotypen konfrontiert worden?

»Ehrlich gesagt mache ich mir da gar keine Gedanken drum. Wir machen reinen Metal, der nicht wirklich in irgendein Subgenre passt. Für mich fühlt sich das ehrlich und natürlich an. Wir betreiben diese Band aus Leidenschaft und haben weder eine kommerzielle Agenda, noch setzen wir uns irgendwelche Grenzen.«

www.facebook.com/oncehuman

 

Pics: Nathan Mader (Promo)