Online-MegazineInterview

THE WILD!

Feuchte Rock'n'Roll-Träume

THE WILD!

Kanada erfreut sich momentan an einer Blüte an jungen, hungrigen Rock'n'Roll-Bands. Eine davon sind THE WILD!, die aktuell mit Rose Tattoo erstmals in Deutschland zu sehen sind. Vor ihrem Gig in der Bochumer Zeche haben wir uns Sänger Dylan Villain geschnappt, um mit ihm über die Tour, das Landleben und ihren Bier-Endorsement-Deal zu sprechen.

Dylan, ihr seid das erste Mal in Deutschland auf Tour. Wie sind die Reaktionen?

»Absolut fantastisch! Wir wussten, dass das „Wild At Heart“-Album hier gut gelaufen ist, aber wir hatten nicht erwartet, dass die Tour so erfolgreich wird. Jede Show, sowohl mit Rose Tattoo als auch unsere Headliner-Auftritte, war ausverkauft. Alleine auf unseren ersten beiden Konzerten der Tour haben wir 200 CDs verkauft! Diese Unterstützung ist überwältigend, denn sowas kennen wir aus Kanada nicht mal ansatzweise. Die europäischen Fans scheinen untereinander recht gut vernetzt zu sein, denn zu unseren Gigs kommen viele Leute durch Mundpropaganda oder zum Teil auch, weil sie uns am Abend vorher erlebt haben und uns dann sechs Stunden hinterherfahren, um uns nochmal zu sehen. Ich glaube wirklich, dass wir gerade an einem wichtigen Punkt unserer Karriere sind, und das ist großartig!«

Es ist sicherlich auch was Besonderes, mit einer Legende wie Rose Tattoo auf Tour zu sein.

»Auf jeden Fall! Ich habe es schon sehr häufig gesagt, und ich werde es so lange wiederholen, bis mir irgendwer sagt, ich soll die Klappe halten: Ohne Bands wie Rose Tattoo würde es uns nicht geben. Sie sind die Vorväter dieses „No Bullshit“-Straßen-Rock'n'Roll. Sie haben schon in den Siebzigern diese Outlaw-Attitüde gehabt, und als ich sie entdeckt habe, hat mich das fasziniert. Du kannst so etwas nicht spielen, du musst es leben. Als wir dann als Support auserkoren wurden, ist ein Traum für uns in Erfüllung gegangen! Wir lernen auf dieser Tour so viel von ihnen.«

Obwohl euer Sound sehr australisch ist, kommt ihr aus Kanada, genauer gesagt aus kleinen Dörfern, was in euren Texten und Videos auch immer wieder präsent ist. Wie hat euch das beim Songwriting beeinflusst?

»Wir kommen ursprünglich alle aus unterschiedlichen Teilen Kanadas, aber wir haben gemein, dass wir alle auf dem Dorf groß geworden sind. Mein Heimatdorf hat 50 Einwohner und liegt mitten in einem Sumpfgebiet. Diese Jugend beeinflusst dich natürlich, denn dort gibt es nicht so viel Freizeitbeschäftigung. Anders als in der Stadt, wo man viele Möglichkeiten auf dem Silbertablett serviert bekommt, musst du auf dem Land selbst kreativ werden. Ich bin zum Beispiel selten ins Kino gegangen, weil es so etwas einfach nicht gab. Stattdessen habe ich mir quasi eine eigene Blase aufgebaut, in der ich selbst entschieden habe, was cool ist und nicht jemand anderes. Dieses ganze Setting – Farmen, viel draußen unterwegs sein, als Kids irgendwelchen Kram anzünden etc. – ist für mich mit Freiheit verbunden, und Rock'n'Roll ist eben auch so ein Ausdruck von Freiheit.«

An dieses Landleben angelehnt ist auch euer Song 'Sixhundred Sixty Six', in dem es um ein verlassenes Dorf geht.

»In dem Song geht es um mein Heimatdorf. Früher waren dort alle Leute bei einer Papiermühle angestellt, aber in den letzten Jahren ist diese Mühle mehrfach geschlossen und wieder eröffnet worden. Von dieser Entwicklung hat sich das Dorf nie mehr richtig erholt, ähnlich wie andere Dörfer in der direkten Umgebung. Ich schätze diesen Ort noch immer sehr, weil er mich zu dem gemacht hat, der ich bin, aber es hat sich viel verändert dort. Meine Eltern leben auch nicht mehr dort, sie sind zu mir nach British Columbia gezogen, aber es wohnen noch viele Freunde von mir dort, die ich ebenfalls als Familie betrachte.«

Ein anderer Songtitel, der mir ins Auge gefallen ist, ist der 'Kansas City Shuffle', denn es gibt einen Jazz-Standard gleichen Namens, der wiederum in modernisierter Form auch beim Film „Lucky Number Slevin“ als Titeltrack auftaucht. Was von beiden ist euch näher?

(Er lacht:) »Du bist der Erste, der uns auf diesen Wink anspricht! Ich finde es großartig, wie sie im Film mit dem Motiv gespielt haben, dass man in die eine Richtung schaut, aber das Wichtige in der anderen Richtung passiert. „Kansas City Shuffle“ ist ein feststehender Begriff, dem sie eine coolen Twist gegeben haben, deshalb habe ich den Titel aufgegriffen und verstehe es als eine Art Verneigung.«

Aufgenommen habt ihr die Scheibe mit Mike Fraser, der ja unter anderem schon für AC/DC und Aerosmith gearbeitet hat. Wie ist die Zusammenarbeit zu Stande gekommen?

»Mike ist ein wirklich guter Freund von mir und der Band. Man kann sogar sagen, er ist unser fünfter Mann, denn er versteht sehr gut, was wir ausdrücken wollen. Es harmoniert sowohl musikalisch als auch menschlich, und das ist uns sehr wichtig. Unsere Zusammenarbeit ist sehr gradlinig, da spielen keine Egos rein oder so, und das macht die Arbeit mit ihm sehr einfach und angenehm!«

Kommen wir nochmal zum Thema Tour zurück, denn ihr kommt ja im Herbst bereits zurück auf eine Headlinertour. Was erwartet ihr davon, auch im Hinblick auf die erfolgreiche Rundreise, die ihr jetzt absolviert?

»Wir hoffen natürlich, dass sie mindestens genauso erfolgreich wird (lacht)! Wir geben jeden Abend 150 Prozent, und die Idee ist natürlich, dass die Leute uns auf dieser Tour kennen und lieben lernen und dann im Herbst wiederkommen. Wenn wir abends am Merchandise-Tisch stehen und mit den Leuten quatschen, sagen wir das auch jedem nochmal, denn wir wollen uns in Deutschland einen Namen machen als die beste Newcomer-Rockband, die es gerade gibt. Ich habe auch kein Problem das so zu sagen, denn ich glaube, es gibt keine andere Truppe, die so ist wie wir. Es gibt viele großartige Bands da draußen, und wir freuen uns, wenn auch die anderen Erfolg haben, denn was gut für eine Band ist, ist letztendlich gut für alle. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir einzigartig sind und uns jeden Abend den Arsch aufreißen. Deutschland, wir sind bereit für euch und wir wollen, dass ihr zu unseren Shows kommt!«

Aber ihr wollt nicht bis dahin schon eine neue Platte am Start haben, oder?

»Nein. Der Grund dafür ist, dass wir den ganzen Sommer unterwegs sind. Das ist großartig, wir sind gerade auf unserer ersten Welttournee und alleine der Fakt, dass wir zwei Jahre nach dem Release unseres Debüts immer noch damit touren können und immer noch Interviews wie dieses dazu machen, erfüllt mich mit Stolz. Das zeugt meiner Meinung nach auch von der Qualität der Scheibe, deswegen wollen wir die neue Platte auch nicht überhastet angehen. Wir schreiben natürlich konstant an neuen Songs, aber wir wissen auch, dass die Platte monumental werden muss, denn sie wird ein alles entscheidender Punkt in unserer Karriere sein. Das haben wir natürlich im Hinterkopf.«



Nachdem das Tattoo an deinem Hals das Covermotiv für „Wild At Heart“ diente, welches wird das nächste Cover zieren?

»Das weiß ich noch nicht (lacht). Ich hatte schon einige Ideen, und es ist lustig, dass du es erwähnst, weil ich letztens tatsächlich aus irgendeinem Zusammenhang genau darüber nachgedacht habe (zeigt seine Hände). Ich dachte, vielleicht an das hier auf meinen Fingern: „Rock‘n‘Roll Road Dogs“, aber andererseits haben wir ja jetzt schon ein Album mit einem Tattoo von mir, also mal schauen. Bei „Wild At Heart“ war das totaler Zufall, denn ich habe das Bild schon seit Jahren auf meinem Hals, und als wir überlegten, wie wir die Platte nennen sollten, kam die Idee dazu auf.«

Als ich eure Videos gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass sehr viel Bierdosen und Whisky-Flaschen vorkommen. Wie viele Dosen und Flaschen habt ihr für die Drehs verbraucht?

»Keine Ahnung (lacht). Aber ich verrate dir etwas, ich glaube, dass ihr Deutschen das lieben werdet: Wir haben einen Biersponsor. Eine kanadische Brauerei sah bei unserem ersten Video, dass wir ihr Bier tranken, und bot uns das daraufhin an. Wenn wir also Bier für irgendwas brauchen, dann rufen wir kurz bei denen an und können uns das dann an ihrem Lager abholen. Wenn wir also etwas zu feiern haben, ist immer Bier am Start. Für unser zweites Video zu 'Ready To Roll' haben wir zwei große Paletten bekommen. Mit eine Whisky-Marke haben wir einen solchen Deal noch nicht, aber das kaufen wir dann einfach.«

 

www.thewildrocknroll.com

www.facebook.com/thewildrocknroll

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

THE WILD!31.10.2018BerlinNukeTickets
THE WILD!01.11.2018HamburgGoldener SalonTickets
THE WILD!02.11.2018BraunschweigEulenglückTickets
THE WILD!03.11.2018DüsseldorfTubeTickets
THE WILD!04.11.2018EssenDon't PanicTickets
 
 

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen