Online-MegazineInterview

KING OF THE NORTH

Drei Fliegen mit einer Klappe

KING OF THE NORTH

KING OF THE NORTH ist ein Rock-Duo aus Australien, das mit seinem Debüt „Sound The Underground” von allen Seiten viel Beachtung bekam. Das französische Rock Hard kürte den Longplayer sogar zum Album des Monats im April 2015. In der deutschen Rock-Hard-Ausgabe Vol. 351 strich das aktuelle Werk „Get Out Of Your World” eine Acht-Punkte-Besprechung ein. Uns erzählt Mastermind Andrew, was KING OF THE NORTH in seinen Augen von anderen Bands unterscheidet.

Andrew, du hast dir ein eigenes Pedalboard gebaut, das es dir ermöglicht, mit deiner Gitarre gleichzeitig Signale einer Rhythmus- und Bassgitarre zu erzeugen. Wie muss man sich das vorstellen und warum der ganze Aufwand? Warum habt ihr nicht noch nach weiteren fähigen Bandkollegen gesucht?

»Ja ich habe dieses Pedal selbst gebaut. Es heißt „3 from 1“-Pedal, weil es meine Gitarre wie drei klingen lässt. Also gleichzeitig wie Lead-, Rhythmus und Bassgitarre. Es macht wahnsinnigen Spaß, das Pedal zu benutzen, und es ist auch das, was KING OF THE NORTH ausmacht. Wir sind eine zweiköpfige Band, die aber wie eine fünfköpfige klingt. Das unterscheidet uns und das mögen die Leute an uns. Es ist kreativ und bis jetzt einmalig in der Welt. Wenn wir uns einfach nur fähige Bandkollegen gesucht hätten, wären wir wie jede andere Band auch. Das ist langweilig. Ich glaube, dass es dich zu einem Künstler macht, wenn du Grenzen überschreitest und Fesseln abwirfst, auch mal abseits vom Weg gehst, nicht nur mit der Musik, die du machst, sondern mit deinem ganzen Auftreten.«



Das französische Rock Hard hat „Sound The Underground“ zum Album des Monats April 2015 gekürt. Euer Debütalbum hat auch noch weitere weltweite Auszeichnungen abgeräumt. Was hat der Erfolg bei euch verändert oder in euch ausgelöst?

»Es hat nur dazugeführt, dass wir noch weitere qualitativ hochwertige Songs und Alben machen wollen. „Sound The Underground“ hat wirklich gute Resonanzen bekommen, und es motiviert mich, wenn die Leute sagen, dass das neue Album „Get Out Of Your World“ sogar noch besser ist.«

Wie würdet ihr die Metal- und Rock-Szene in euer Heimat Australien beschreiben?

»Es gibt so viele großartige australische Bands und so viele Genres. Die australische Szene ist toll und groß, aber wird von der Industrie definitiv nicht genug unterstützt. Die Radiostationen spielen – wie in vielen anderen Ländern aber auch – immer noch zu viel von diesem Elektro- und Popscheiß.«

Denkt ihr darüber nach, es anderen australischen Bands gleichzutun und nach Europa oder Amerika zu ziehen, um mitten im Geschehen sein zu können?

»Wir leben in Melbourne, wie zum Beispiel auch Airbourne. Ich verbringe viel Zeit mit ihrem Gitarristen Roadsy. Melbourne ist eine der besten Live-Musik-Hauptstädte der Welt. Hier gibt es eine vielseitige Szene mit tollen Veranstaltungsorten und Bands. Ich würde auch gerne in Europa wohnen, aber es lebt sich auch ganz gut in Australien.«

Zurück zu eurem aktuellen Album „Get Out Of Your World“: Die Texte handeln vom Ausbrechen in eine andere Welt. Sind das Themen, die euch persönlich beschäftigen? Würdet ihr euch gerne irgendwohin flüchten?

»Das stimmt. Nein, ich persönlich nicht, aber Menschen, die sich selbst und die Welt beschränken, weil sie ignorant, rassistisch und/oder apathisch sind, anstatt verständnisvoll, kreativ und tolerant zu sein und das Beste aus sich selbst herauszuholen. Verlasse deine begrenzte Welt und lebe deine Träume! Menschen, die ihre Träume leben, machen die Welt zu einem besseren Ort.«



Du hast einmal gesagt, dass die Gitarrenriffs jeden Song, auch den Text und die Atmosphäre bestimmen. Wie wichtig ist es dir, dass deine Songs etwas erzählen?

»Bei KING OF THE NORTH dreht sich alles um die richtigen Riffs. In einem guten Rocksong geht es nur darum. Wenn du ein gutes Riff hast, bist du auf dem halben Weg zu einem guten Song. Die Lyrics ergänzen die Riffs und sorgen für die Bedeutung. Unsere Songs haben alle etwas zu erzählen.«

'Manic Depression' ist ein Song von Jimi Hendrix. Ist es nicht immer ein bisschen gefährlich Lieder von einer Legende zu covern?
»Nein, hört euch unsere Cover-Version doch an!«

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