Online-MegazineInterview

FOUREVER

Die Doublebass, dein Freund und Helfer...

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Dass Schweden in Sachen Musik als hochkarätiger Exportschlager gilt, ist zwar eine Binsenweisheit, bestätigt sich aber im Falle der All-Girl-Band FOUREVER. Die beiden Geschwister Nina und Mia Moilanen sprechen im Interview über ihre Einflüsse, ihr Debütalbum „Solitarium“ und erläutern auch, warum die Doublebass wohl eine der wichtigsten Erfindungen der harten Rockmusik ist.

Nina, Mia, erzählt mal ein bisschen von euch – welche Rollen übernehmen die einzelnen Mitglieder von FOUREVER?

Mia: »Nina ist meine bessere Hälfte, zumindest in mancherlei Hinsicht. Sie ist der „Boss“ in der Band und sorgt dafür, dass alles rund läuft. Sie ist sehr ehrlich, leidenschaftlich und stur – das ist manchmal richtig gut! Außerdem sorgt sie dafür, dass meine Songs mit coolen Drums versehen werden.«

Nina: »Mia ist oft ziemlich schlampig. Sie hat ein riesiges Herz, manchmal ist sie sogar zu nett. Aber das ist kein Problem – dafür bin ich das nämlich nicht. Ich bin freundlich, keine Frage, aber nicht so ein Liebelein wie sie. Mia ist sehr talentiert und sie bringt die „FOUREVER-Magie“ hervor, heißt: sie schreibt unsere Songs.«

Mia: »Josefine am Bass ist brandneu in unserer Gang. Und wie ihre Vorgängerinnen ist sie auch total cool und nett! Das ist eh das Wichtigste bei uns: wir arbeiten zusammen – und wir sind gerne beisammen! Josefine ist erst seit acht Monaten bei uns, aber es fühlt sich richtig gut an. Und wir haben im Proberaum jede Menge Spaß.«

Was sind die wichtigsten Stationen eurer Bandgeschichte?

Nina: »Wir haben 2000 als Quartett angefangen, Musik zu machen. Wir wollten „die Welt verändern“ – weil es bei uns nur Bands gab, in denen Jungs spielten. Das fanden wir nicht so toll. Also wollten wir eine All-Girl-Band aufziehen. Und das war gar nicht mal so verkehrt... Meine Schwester Mia und ich waren von Anfang an die treibenden Kräfte in der Band – und das soll auch in Zukunft so bleiben. Wir hatten ja eine ganze Menge an verschiedenen Mädels am Bass, die auch alle großartig waren und vor allem eine ganz eigene Persönlichkeit hatten. Das ist doch toll! Jetzt haben wir endlich unsere erste Scheibe veröffentlicht, das fühlt sich absolut großartig an! Wir haben uns in den letzten Jahren hauptsächlich an Gigs gehalten, jetzt war es mal an der Zeit, ein Studio zu entern. Und hier sind wir!«

Welche Bands würdet ihr als Einflüsse benennen? Ich meine ein wenig Evanescence herauszuhören, hauptsächlich scheint eurer Sound aber auf puren Heavy Metal zu basieren. Was macht euren Sound aus?

Mia: »Ich sage immer, dass Rainbow der ausschlaggebende Grund für uns war, überhaupt Heavy Metal, bzw. Hardrock zu spielen. Unser Vater hat immer solche Musik gehört, wir sind also praktisch damit groß geworden. Deshalb fühlt sich das Komponieren von Hardrock- und Heavy-Metal-Songs für mich einfach ganz natürlich an. Warum wir so klingen, wie wir klingen: der Mix aus meinem Songwriting und meinen Vocals macht es aus. Da sind ganz viele Geschichten an den Drums – Nina spielt gerne verrückt an ihrem Instrument – verzerrte Gitarren, ein wirklich fetter Bass. Und dann mein eher lieblicher Gesang drüber. Ich mag diesen Mix, hahaha.«

Mir gefallen auf eurer CD besonders die treibenden Doublebass-Drums von Nina. Die geben Songs wie 'Solitary (Never Meant To Be)' oder 'No More' wirklich jede Menge Schwung mit. Was hättet ihr gemacht, wenn die Doublebass nie erfunden worden wäre?

Nina: »Es war schon von Anfang an mein Ziel, so schnell und hart spielen zu können wie Helloween, Mötley Crüe und Iron Maiden. Wenn es die Doublebass also nicht gäbe, würde ich einfach weiter hart daran arbeiten, mit einer Bassdrum so schnell wie möglich spielen zu können.«

Kommen wir zu euren Texten. Leider lagen der Promo-CD keine Texte bei. Es scheint aber, dass Du, Mia, viel über persönliche Themen schreibst. Liege ich da richtig?

Mia: »Ja, alle Lyrics haben mit Personen oder Vorfällen zu tun, die mir, oder mir nahestehenden Menschen, passiert sind. Für mich ist es einfacher, über traurige, schlimme oder enttäuschende Dinge zu schreiben. Daran knabbert man einfach länger, als an den schönen Dingen. Das dann aufzuschreiben hilft mir, damit umzugehen.«

Fourever - Solitarium Euer Album heißt „Solitarium“ – das stammt vom englischen Wort „solitary“, also einsam. 'Stand Alone', 'Left Behind', 'Me, Myself And I' – die Songtitel gehen in eine ähnliche Richtung. Ist es etwa gar ein Konzeptalbum über die Einsamkeit? Oder ist das zu weit hergeholt?

Mia: »Naja, die Texte gehen schon alle in eine ähnliche Richtung. In den Songs, die Du angesprochen hast, geht es darum, wie wichtig es ist, sich selbst aufzurichten und nicht anderen Leuten die Gelegenheit zu geben, dich klein und unwichtig fühlen zu lassen.«

Ihr seid auf dem Masters Of Rock Festival aufgetreten, seid mit Sabaton auf Tour gewesen und habt eine Tour in Ägypten absolviert. Habt ihr ein besonders ambitioniertes Management, oder steckt da jede Menge Eigeninitiative dahinter?

Nina: »Hendrik Sanderholm heißt der Magier, der uns schon eine wirklich lange Zeit hilft. Wir haben alles mit seiner Hilfe selbst gemacht. Und das hat immer prima geklappt. Aber hoffentlich finden wir bald ein gutes Management, damit wir endlich auch eine längere Tour in Europa fahren können. Das wäre wirklich großartig!«

Stichwort Ägypten – wie kam es denn zu euren Konzerten dort, und wie war es? Da gibt es sicher was zu erzählen, oder?

Nina: »Das haben wir wohl in erster Linie Mia zu verdanken. Sie hatte die Verantwortung für eine Bühne auf dem Sweden Rock Festival – das ist das größte Rock-Festival in Schweden. Dafür hat sie Massive Scar Era gebucht, eine All-Girl-Metal-Band aus Ägypten. Wir haben die Mädels kennengelernt und waren uns gleich riesig sympathisch. Als sie wieder in ihrer Heimat waren, haben sie direkt damit angefangen, eine gemeinsame Tour zu planen.«

Ägypten ist heutzutage vor allem wegen der politischen Lage in den Schlagzeilen. Hattet ihr die Chance, mit ägyptischen Fans zu sprechen, und haben diese euch vielleicht sogar ein wenig über ihre eigene Situation erzählt?

Mia: »Wir haben festgestellt, wie schwierig die Situation in einem Land wie Ägypten für Frauen ist, zum Beispiel, wenn sie Musik machen möchten. In den meisten Städten Ägyptens gibt es noch ein sehr altmodisches Frauenbild. Wir haben mit den Mädels von Massive Scar Era viel über dieses Thema gesprochen – und es hat mich schon in vielerlei Hinsicht und Weise wachgerüttelt.«

Wie haben denn die ägyptischen Konzertbesucher darauf reagiert, dass da vier Mädels ziemlich hart rocken? Das ist ja im mittleren Osten nicht gerade weit verbreitet.

Nina: »Die haben uns eigentlich ziemlich gut aufgenommen! Ich glaube, die Fans waren interessiert daran, wie wir klingen, wie wir aussehen usw. Wir haben ein bestimmtes Bühnenoutfit – ziemlich kurze Röcke, Korsetts, High Heels und aufgedonnerte Frisuren. Naja, in Kairo mussten wir die Klamotten in letzter Minute noch abändern – also, natürlich, uns mehr anziehen. Ansonsten hätten sie uns dort nicht auf die Bühne gelassen. Wir konnten also nicht viel mehr tun, als uns dem zu fügen.«

Wo wir beim Thema Touren sind – gibt es für die unmittelbare Zukunft Pläne? Können wir euch hier in Deutschland demnächst mal live erleben?

Nina: »Es wäre genial, eine große Europa-Tournee mitzufahren, besonders bei euch in Deutschland! Wir haben schon ein paar Auftritte bei euch gehabt, aber es wäre natürlich großartig, zurückzukommen und noch ein paar Gigs mehr zu spielen!«

 

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