Online-MegazineInterview

THE BIRDS OF SATAN

Der frühe Vogel fängt den Bösewicht

THE BIRDS OF SATAN

Hinter dem Schlagzeug der Foo Fighters wurde Taylor Hawkins zum Teenager-Idol und Mädchenschwarm. Doch der blonde Surfertyp kann weit mehr als Felle verdreschen. Wir sprechen über sein neues Projekt THE BIRDS OF SATAN, während er in Kalifornien seine Einkäufe macht und deshalb bisweilen etwas vom Thema abkommt.

Hey Taylor, wo bist du gerade?

»In der Apotheke, ich kaufe etwas gegen meinen schmerzenden Ellbogen. Warte einen Moment, ich muss mal eben kurz bezahlen! So, hallo!«

Du hattest mit den Coattail Riders doch bereits ein Sideprojekt. Warum jetzt THE BIRDS OF SATAN?

»Im Grunde ist es dasselbe. Es ist einfach passiert, dass in der kurzen Zeit, die ich hatte um das THE BIRDS OF SATAN-Album zu machen, die Coattail-Rider-Jungs alle beschäftigt waren. Sie sind alle irgendwie weggezogen, es sah also aus, als ob es rein logistisch nicht funktionieren würde. Vielleicht mache ich nächstes Jahr wieder ein Coattail-Riders-Album! Wer weiß das schon? Wir haben uns nicht aufgelöst. Wir sind einfach ein Haufen Jungs, der zusammenkommt und Spaß macht und hinterher packst du ein Label drauf. Die Coattail Riders sind der Name des einen kleinen Zeitvertreibs, und dieser heißt nun eben THE BIRDS OF SATAN. Es ist einfach toll, dass ich nun in diesem kleinen Zeitfenster mit eben diesen Jungs (Wiley Hodgen (b) und Mick Murphy (g)) spielen konnte, die nun auf dem Debütalbum spielen. Ich habe die Band quasi instrumentalisiert dafür. Sie waren willig und fähig.«

Ihr seid bei Dave Grohl ins Heimstudio gegangen, in dem sich inzwischen auch eines der alten Analogboards des ehemaligen Sound City Studios befinden. Habt ihr das genutzt?

»Ja, das haben wir benutzt, glaube ich (überlegt einen Moment). Ja, aber klar! Es hat diesen magischen Sound-City-Vibe! Die Aufnahme des Albums war dann auch großartig. Es ging verdammt schnell, wir haben das Album in einer Woche eingespielt.«

War es denn ein organischer Jam-Prozess oder bist du mit fertigen Songs ins Studio gegangen?

»Ich bin mit zwei oder drei Demos ins Studio. Die Demos haben wir als Startpunkt genutzt und sie entwickelt und verbessert. Einige der Songs sind...warte mal kurz, Liebes!
(zu jemand anderem) Wie funktioniert das denn hier? (Eine Frau schreit im Hintergrund Anweisungen) Okay, das ist in Ordnung... Warte mal kurz, bin sofort wieder am Telefon! (mehr zu sich) Dieser Platz ist das Letzte! Die hatten hier mal einen Automaten um zu bezahlen! (Frau im Hintergrund diskutiert) Das macht es doch nur viel komplizierter! (längere Diskussion, Erklärungen) So? Ah, danke! (zurück am Telefon) Entschuldige, ich versuche gerade meinen Parkschein zu bezahlen, und das hier ist die bescheuertste Parkbezahlsituation, die ich jemals erlebt habe. (zu der Frau im Hintergrund) Haben Sie einen wirklich wundervollen Tag!
...So, also einige der Songs sind tatsächlich einfach im Studio entstanden, aus Ideen, die wir zusammen entwickelt haben. Ich bin dabei aber der Hauptsongwriter, würde ich sagen. Ich habe alle Lyrics und Melodien geschrieben und gut die Hälfte der Musik, die wir schließlich aufgenommen haben. Ein Großteil der Songs basiert also auf Ideen, die ich hatte.«

Die Einflüsse, die man auf dem Album heraushören kann, klingen für mich wie ein wilder Mix. Ein bisschen Queens of the Stone Age, ein bisschen Achtziger-Hair-Metal. Steckt da ein System hinter?

»Ich hatte nichts Spezifisches im Hinterkopf dabei, nein. Wir sind eigentlich einfach hingegangen und haben zusammen gespielt. Die Ähnlichkeit zu den Queens Of The Stone Age haben viele Leute genannt und ich denke das macht Sinn, denn ich liebe Josh (Homme – ln) und QOTSA, also was er musikalisch macht. Dass sich davon also etwas eingeschlichen hat, kann sehr gut sein. Er hat mich beeinflusst, genau wie Dave Grohl mich beeinflusst hat. Beim Hair Metal bin ich mir nicht so sicher. Sprichst du von Bands wie Van Halen oder Ratt? Ich würde die nicht Achtziger-Hair-Metal nennen. Die frühen Bands der Zeit mag ich gerne! Ich mag Van Halen, ich liebe die frühen Mötley Crüe oder die frühen Ratt oder Dio. Ich finde ehrlich gesagt, dass Hair Metal eine unfaire Bezeichnung für einige dieser Bands ist. Davon ab finde ich es aber großartig, wenn sich die frühen Van Halen oder Mötley Crüe in meiner Musik finden lassen. Klar sind die da, sie haben meine Musik beeinflusst.«

Was sind überhaupt „The Birds of Satan“?

»Hattest du jemals eine dieser Nächte, die in den Morgen übergingen, weil du ungezogen warst? Du versuchst schlafen zu gehen und dann hörst du auf einmal die Vögel zwitschern? Das sind die Vögel Satans.«

Ihr seid also quasi der musikalische frühe Vogel für die Bösewichte da draußen?

»So habe ich es gesehen, ja... (Schweigen)«

Hallo? Ich glaube die Verbindung ist nicht mehr so super...

»Oh entschuldige! Ist sie jetzt besser, Liebes? Ich habe gerade einen Cracker gegessen!«

Kommen wir nochmal kurz zurück zum Songwriting. Haben THE BIRDS OF SATAN denn irgendein ein lyrisches Thema oder geht es mehr um Spaß?

»Texte zu schreiben, ist bei mir eher Mittel zu Zweck. Das ist nicht wirklich meine starke Seite. Aber Songs müssen Lyrics haben. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich ein übergeordnetes Thema gibt. Ich schreibe viel über meine frühen 20er. Meine 20er scheinen rückwirkend die aufregendste, aber auch turbulenteste Zeit meines Lebens gewesen zu sein. Ich denke oft an diese Periode zurück und wie damals alles losging. Ich hatte zum ersten Mal Erfolg, in dem was ich tat und ich war ein wirklich wilder Bursche. Heute bin ich viel zahmer. Aber ich denke gerne über diese Zeit nach, weil einiges von dem blöden Mist, den ich gemacht habe, wirklich witzig war. Hast du die kleinen Trailer auf unserer Bandseite gesehen? Ist das witzig? Ja, das ist es! Weißt du was ich meine? Ich finde das Leben ist witzig! Du musst lachen, selbst bei Unglücken. Leben macht Spaß. Alles kann gut sein und du machst es dir kaputt oder jemand anders kommt und macht es kaputt. Du kannst im Lotto gewinnen, dann gehst du zum Arzt und der sagt dir du bist gesund, dann gehst du auf die Straße und wirst vom Bus überfahren. Ich glaube nicht an das Schicksal, ich glaube du manifestierst viele von den Dingen selbst, die dir das Leben schwer machen. Aber manchmal passiert Scheiße einfach.«

Gibt es eine Situation, für die das THE BIRDS OF SATAN-Debüt der perfekte Soundtrack ist?

»Ich höre das Album zum Beispiel gerne beim Sport. Der Sound klingt nämlich ziemlich gut über Kopfhörer. Es hat so einen psychedelischen Dunst, der super zum Workout oder Mountainbiking passt. Einfach Kopfhörer auf oder In-Ear-Plugs reingesteckt! Es hat diesen etwas spacigen Vibe. Ich würde sagen es ist einfach ein gutes psychedelisches Stoner-Album für Kopfhörer. Macht das Sinn? Ja, oder? Hör es dir mal über Kopfhörer an, Liebes!«


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