Online-MegazineInterview

ELUVEITIE

Der Berg ruft

ELUVEITIE

Auf ihrer aktuellen Platte „Origins“ beschäftigen sich ELUVEITIE – der Titel lässt es schon ahnen – mit keltischer Mythologie, insbesondere mit gallischen Schöpfungssagen. Fronter und Bandkopf Chrigel Glanzmann spricht mit uns über das Album und den Schreibprozess mit acht Personen, die Songtexte und die besondere Bedeutung des Tracks 'The Call Of The Mountains'.

Chrigel, denkst du, dass eure Hörer – vor allem die Fans außerhalb der Schweiz, den historischen Tiefgang eurer Alben zu schätzen wissen und sich mit der Materie eingehend beschäftigen?

»Ich glaube, es gibt bestimmt beides. Ich würde sagen, dass der größte Teil unserer Fans einfach nur die Musik mag, aber es gibt auch solche, und das sind nicht wenige, die sich intensiv mit den Sachen auseinandersetzen. Unterm Strich spielt das aber auch gar keine so wahnsinnig große Rolle. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd, aber wenn ich die Texte schreibe, dann schreibe ich sie primär für mich. Was mir viel bedeutet und mir wichtig ist, das verarbeite ich in meinen Texten. Wenn das jemand anderen interessiert, dann ist das sehr schön, wenn nicht, ist es aber auch ok.«

„Origins“ wurde im Studio von Tommy Vetterli aufgenommen und gemischt, der vor allem Fans von Kreator und Coroner ein Begriff sein dürfte. Inwiefern hatte Tommy musikalischen Einfluss auf die Platte?

»Das mit Tommy ist bei uns ja inzwischen schon zur Tradition geworden. Wir haben auch unsere vorhergehenden Alben bei ihm aufgenommen, schon allein wegen der Art, wie er arbeitet. Meiner Meinung nach ist er einer der besten Tontechniker weltweit und wird auch total unterschätzt. Auch sein Studio zeugt von extrem hoher Qualität. Das ist etwas, das für uns einfach total gut passt und uns total entspricht. Natürlich sind wir inzwischen auch ein eingespieltes Team. Tommy kennt die Band, die Instrumente und alles drum und dran. Zudem sind wir über die Jahre richtig enge Freunde geworden. Bei uns gibt es da gar keine Diskussion mehr: Wenn wir ein neues Album machen, dann ist sofort klar: Das machen wir bei Tommy. Er nimmt insofern Einfluss auf unsere Platten, dass er jeden Musiker stets zu einer besseren Leistung antreibt. Natürlich hat er auch manchmal Vorschläge eingebracht, aber eher marginal, weil er weiß, dass ich da nicht so drauf stehe (lacht). Ich lasse mir da nicht so reinreden.«

Apropos reinreden: Ich stelle mir das Schreiben und Aufnehmen eines Albums mit acht Bandmitgliedern, die sich alle mit einbringen möchten, etwas chaotisch vor. Wie läuft das bei euch ab?

»Grundsätzlich schreibe ich die Musik großenteils zusammen mit einem unserer Gitarristen, und zwar für alle Instrumente. Und wenn so ein Song fertig ist, setzt sich jeder einzelne Musiker mit der Stimme für sein oder ihr Instrument auseinander und arbeitet die aus. Ich fungiere also quasi als Art Director.«

In der „Origins“-Mailorder-Edition von Nuclear Blast ist eine Bonus-CD enthalten, auf den ihr den Song 'The Call Of The Mountains' in vier Versionen, nämlich in den Schweizer Landessprachen Schwiizerdütsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch singt. Sprecht ihr das tatsächlich?

»Nein, aber die Anna (Murphy – Gesang, Drehleier) hat das ein bisschen gelernt. Das war eine Idee, die wir eigentlich schon lange hatten – schon mehrere Jahre. Ich weiß gar nicht mehr, wie wir ursprünglich darauf gekommen sind. Das war anfangs so eine „Just for fun“-Sache. Die Idee gab es schon für „Helvetios“, dann hat das aber organisatorisch und zeitlich nicht hingehauen. Während der Produktion von „Origins“ ist uns dieser Plan dann plötzlich wieder in den Sinn gekommen. Hinzu kommt natürlich, dass 'The Call Of The Mountains' inhaltlich auch hervorragend passt, weil es darin geografisch gesehen um das Gebiet der heutigen Schweiz geht. Und so ist diese ganze Geschichte entstanden.«

 

 

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Pics: Manuel Vargas Lepiz (Promo)

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