Online-MegazineInterview

Das Live Evil Berlin aus Veranstaltersicht – Ein Gespräch mit Ezio Sabottigh

LIVE EVIL BERLIN

Im Rahmen des Live Evil Berlin 2017 sprachen wir mir Veranstalter Ezio Sabbotigh über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Festivals.

Wie sieht dein persönliches Fazit zum Live Evil Berlin 2017 aus?

»Ich war sehr überrascht, dass die Organisation so gut gelaufen ist. Da muss ich mich natürlich bei unserem Team bedanken, das großartige Arbeit geleistet hat. Es sah aus, als ob alle richtig Spaß hatten. Die Bands sowieso, die waren alle sehr zufrieden, aber auch die Leute im Publikum, die teils sogar aus den USA oder Australien angereist sind. Es gibt nichts Spezielles, das ich hier herausgreifen möchte, sondern einfach das Gesamte: Wow, alles hat gepasst und das Wetter hat mitgespielt.«

Habt ihr gegenüber dem Vorjahr etwas anders gemacht?
»Der Hauptgrund, dass dieses Mal alles glatter lief, war, dass wir schon letztes Jahr im Cassiopeia das Festival veranstaltet haben. Wir kannten das Venue und die Leute vor Ort. Unser Team bestand aus den gleichen Leuten. Was uns an Erfahrungen im letzten Jahr fehlte, brachten wir dieses Jahr mit. Hinzu kommt, dass es keine Last-Minute-Probleme wie Bandabsagen oder Krankheitsfälle gab.«

Wie viel Leute stehen hinter dem Live Evil Berlin?

»Die Organisation übernehmen Ricky und ich, gemeinsam mit dem Veranstalter des ursprünglichen Live Evil in London, Marek von Amulet. Das sind die Leute, die die ganzen Bands buchen und alles organisieren. Und dann haben wir ein ganzes Team von Mitarbeitern. Das sind unsere Freunde, die uns unterstützen bei Kasse, Merch oder Sound. Insgesamt sind das ungefähr 20 Leute, die aktiv an den zwei Tagen am Festival mitarbeiten.«

Ihr orientiert euch am Konzept des Live Evil Festivals in London. Inwieweit ist es für euch darüber hinaus wichtig, eigene Schwerpunkte zu setzen?

»Ich würde nicht sagen, dass wir uns bewusst von ihrem Konzept trennen oder unseren eigenen Weg gehen wollen. Das Konzept ist das Gleiche: Underground-Heavy-Metal in der breitesten Form. Das heißt, wir haben nicht nur True Heavy Metal, nur Black Metal oder nur Retro Rock, sondern ein bisschen von allem. Wir orientieren uns an den ersten Jahren des Live Evil London, in denen wirklich nur kleinere Bands gespielt haben. London ist mittlerweile ein bisschen größer als unser Festival. Es stehen auch Bands wie Pentagram oder Tygers Of Pan Tang auf dem Billing. Unser Fokus liegt auf jüngeren Bands. Wir wollen aktuelle Bands promoten, die unserer Meinung nach gute Musik machen. Das ist alles.«

Möchtest du bei Größe und Location des Live Evils bleiben oder könntest du dir vorstellen, dass das Festival in den kommenden Jahren wächst?

»Ich wünsche mir, dass das Cassiopeia einen dritten Raum hätte, in den noch 100 Leute mehr reinpassen. Für mich ist das Cassiopeia einfach das perfekte Venue: Ich liebe den Biergarten draußen. Es gibt zwei Stockwerke. Es ist großartig, wie die unterschiedlichen Bühnen aufgeteilt sind. Ich mag die Leute, die dort arbeiten, vor allem die Bands finden die Location großartig. Deswegen möchte ich sie ungern wechseln, vor allem weil es in Berlin wenig gute Alternativen gibt. Es ist uns aber natürlich bewusst, dass wir schon ganz nah an der Kapazitätsgrenze waren dieses Jahr – inklusive Bands, Gästeliste und Crew passen einfach nicht mehr Leute rein.
Ich sehe allerdings gerade keinen Grund, das Festival größer zu machen. Mit einer größeren Anzahl an Leuten kommen auch höhere Kosten. Ich will einfach nicht, dass wir etwas machen, für das wir noch nicht bereit sind. Im nächstes Jahr würde ich bei dieser Konstellation bleiben. Was die Zukunft bringt, weiß ich noch nicht.«

Auf welche Festivals bist du unterwegs, wenn du nicht gerade das Live Evil Berlin auf die Beine stellst?


»Chaos Descends, Muskelrock in Schweden, Live Evil London, Morbid Catacombs, Hell Over Hammaburg.«

Nach dem Live Evil ist vor der nächsten Clubshow. Ezio organisiert regelmäßig im Rahmen der Reihe Wolf City Konzerte in Berlin. Die nächsten Dates:

03. Juni 2017 Night Demon im Cortina Bob, Berlin
10. Juni 2017 Hard Action, Plastic Tones im Cortina Bob, Berlin
24. Juni 2017 Occvlta, Maggot Heart im Urban Spree, Berlin

 

Den Festivalbericht vom Live Evil Berlin 2017 findet ihr an dieser Stelle.