Online-MegazineInterview

SVÖLK

Interview mit der Demo Band des Monats 01/11

SVÖLK aus Norwegen sind in Ausgabe 284 unsere Demo-Band des Monats geworden und - obwohl noch ohne europaweiten Deal - bereits kürzlich mit Annihilator auf Tour gewesen. In unserem Online-Interview wird deutlich, dass die humorvollen Jungs aus Norwegen von ihren neuen Möglichkeiten zwar überrascht sind, aber auch selbstbewusst und zuversichtlich nach vorne gucken. Zur Zeit stehen die Zeichen auf Sturm und 2011 könnte ein großes Jahr für SVÖLK werden.

Wie habt ihr euch kennengelernt und welche Musiker und Bands haben euch dazu gebracht Musiker zu werden?

»Wir kommen alle aus kleinen Städten in Norwegen – weil wir nichts Besseres zu tun hatten, haben wir begonnen mit unseren „Instrumenten“ zu spielen. SVÖLK sind eine große Hommage an die Metal-Meister der Achtziger aber haben auch einen charakteristischen eigenen Sound. David Ellefson, der legendäre Megadeth-Bassist, beschreibt SVÖLK folgendermaßen: „SVÖLK bieten einen erfrischenden Sound im ansonsten tristen Metal und Hard Rock-Bereich, wo jeder nur der Masse folgt, statt hervorzutreten und etwas Neues zu kreieren.«

Was bedeutet der Bandname und wie passt er zu eurem „Bear-Metal“-Konzept?

»Es bedeutet „arschtreten“. Es ist, als ob du im Winter einen schlafenden Bären mit einem Stock ärgerst. Wenn er aufwacht, ist er höllisch wütend. Das sind SVÖLK. Zu viele Metal/Hard Rock-Bands hören sich gleich an. Wir versuchen anderes zu sein, aber wollen trotzdem die Tradition lebendig halten.«

Kürzlich wart ihr mit Annihilator auf Europa-Tour. Wie seid ihr an den Support-Slot gekommen und was könnt ihr über die Tour erzählen?

»Es ist wirklich eine witzige Geschichte. Weil wir keine Plattenfirma oder ein eigenes Management haben, mussten wir es selber machen. Unser Gitarrist Martin schrieb Jeff Waters nach einem Abend in der Stadt über Facebook an und sagte ihm, dass SVÖLK liebend gern mit auf die Europatour kommen würden. Er dachte, es wäre nur eine Fan-Seite für Jeff, aber zu unser aller Überraschung antwortete Jeff – und wollte uns auf der Tour dabei haben. Also mussten wir unseren Chefs sagen, dass wir uns für anderthalb Monate verpissen und unser Leben dem Heavy Metal widmen.«

Auf der Tour ist es nach einem Gig in England zu einem Großbrand gekommen. Wie habt ihr das miterlebt?

»Ja, wieder einmal hat Martin das zuerst entdeckt. Wir saßen in den Rescue Rooms in Nottingham und warteten auf den Bus, der uns und unsere Sachen abholen sollte. Alles war gepackt und fertig zur Abreise. Dann bemerkt Martin, dass dort eine Menge Rauch im Raum ist. Und das war der Moment, wo wir es alle sahen. Martin sagte dem Personal, dass evakuiert werden muss, während wir rausgingen um nachzusehen was los war. Dort kam verdammt viel Qualm aus den Fenstern eines alten, indischen Restaurants. Ehe wir uns versehen, tauchen fünf Feuerwehrwagen auf. Und dann explodiert das Feuer und mit einem mal stand das ganze Gebäude in Flammen. Wir mussten alle unsere Sachen zurücklassen, als wir von der Polizei evakuiert wurden. Der Bus hatte ein paar Blocks weiter angehalten und wir liefen hinüber, während Asche vom Himmel fiel. Es war ziemlich intensiv. Für eine Weile dachten wir, unsere ganze Tour würde in Rauch aufgehen. Und zwar keine gute Art von Rauch. Aber zum Glück wurden wir am Morgen danach von den dort arbeitenden Feuerwehrleuten an den Ort des Geschehens gelassen, die es geschafft hatten, unser ganzes Equipment zu retten. Puuh!«

Ihr habt auf eurer MySpace-Seite ein offizielles Video zu '52' veröffentlicht. Stammt die Idee von eurer norwegischen Plattenfirma und was könnt ihr zum – ziemlich kruden Inhalt – des Clips sagen?

»Ein Freund von uns arbeitet für eine Filmgesellschaft, die die norwegische Gangsterkomödie „Tomme tønner“ gemacht haben und wollte unseren Song '52' für den Soundtrack. Und ein Teil des Deals war, das wir ihnen den Song geben und sie dafür ein Musik-Video für uns machen würden. Die Szenen darin sind also aus diesem Film.

Nach der abgeschlossenen Tour dürften euch ja inzwischen genug Leute kennen. Habt ihr mittlerweile ein Angebote für einen Plattenvertrag für den Rest Europas?

»Wir merken, dass wir die Aufmerksamkeit von vielen Leuten auf uns gezogen haben, als wir unterwegs waren. Die Reaktionen der Zuschauer nach den Auftritten waren großartig. Was die Plattenfirmen angeht, so würde es uns nichts ausmachen, wenn sie um unsere Unterschrift kämpfen würden. Wir sind bereit zu verhandeln.«

In Norwegen bewerben sich mittlerweile auch Bands aus dem Hard Rock/Metal-Bereich für den Eurovision Song Contest. Wäre das was für euch?

»Nein, nein, nein. Unglücklicherweise sind alle Plätze für das norwegische Finale im nächsten Jahr schon belegt. Denn der einzige Grund aus dem wir dort spielen würden, wäre um zum Finale nach Deutschland zu gehen, haha. Aber Lena scheint nett zu sein. Sie würde ein gutes Groupie abgeben.«

Wir bedanken uns für das informative und spontane Interview.

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