Online-MegazineInterview

ROYAL REPUBLIC

»Vielleicht ist es wegen der Elche«

Royal Republic

ROYAL REPUBLIC sind wahrscheinlich DIE Durchstarter des Jahres 2010. Nicht nur auf Platte sondern vor allem live regeln die vier Schweden alles weg und empfehlen sich als Anwärter für den seit der Auflösung von Gluecifer verwaisten Rock'n'Roll-Thron. Wir sprachen mit Fronter Adam Grahn.

Hallo Adam, Kompliment erstmal, euer Auftritt in Dortmunder FZW war lustig und energisch zugleich. Würdest du so auch eure Band-Philosophie zusammenfassen?

»Oh, vielen Dank! Ein wichtiger Teil unserer Show ist es, uns selbst nicht zu ernst zu nehmen. Wir glauben absolut an das, was wir tun und wer wir sind. Gleichzeitig denke ich aber, dass es wichtig ist, bodenständig zu bleiben und über uns selbst lachen zu können.«

Eure Songs und Promo-Events, wie beispielsweise das Konzert in einer Telefonzelle, sind oft lustig, teilweise fast albern. Wie ernst nehmt ihr eure Musik? Seht ihr euch mehr als Entertainer oder Musiker?

»Das hängt von der Situation ab. Nimm die Telefonzellen-Geschichte als Beispiel – vielleicht zehn Prozent der Zuschauer konnten tatsächlich hören, was wir spielten, denn wir hatten keine PA, also mussten wir sie auf andere Art unterhalten. Es gibt aber auch Situationen, wo Reden gar nicht notwendig ist, wo wir einfach auf die Bühne gehen und unsere Songs spielen können.«

Und was steht für euch im Mittelpunkt?

»Wir möchten die Menge und uns selbst bespaßen, außerdem soll jede Show einzigartig sein. Die Gigs sind nicht von vorn bis hinten durchgeplant, bisweilen höre ich Per (Andreasson – ln) hinter dem Drumkit laut lachen, wenn ich mich vorne bei meinen Ansagen total verheddere. Aber wenn wir es lebendig halten und die Show bisweilen wirkt, als sei nichts einstudiert, bleiben wir fokussiert und der Auftritt bietet immer etwas Neues für das Publikum. Wir sind also, um es zusammenzufassen, unterhaltende Musiker.«

Was würdet ihr jemand raten, der in einer Telefonzelle ein Konzert geben möchte?

»Komm allein, bring eine PA und such dir einen Platz, der möglichst weit entfernt von Straßenmusikern und Reinigungsfahrzeugen gelegen ist, haha!«

Kommen wir mal zu eurem Debüt „We Are The Royal“. Wie wichtig sind euch die Texte? In 'Full Steam Space Machine' habt ihr eine Referenz zu dem Beatles-Stück 'Lucy in the Sky' verarbeitet.

»Hehe, lustig, dass du Lucy ansprichst. Auf „We Are The Royal“ liegt unser Fokus nicht so sehr auf Poesie oder geheimen Botschaften. Wir wollten ein spaßiges Album mit Wums, das dafür gemacht ist, live gespielt zu werden. Da sind die Texte zweitrangig, ehrlich gesagt, sind sie meist nur zusammengereimtes Zeug. Lucy, zum Beispiel, stelle ich mir ziemlich heiß vor... Genug Bands und Künstler entleeren ihre Seelen aufs Papier und schreiben ernste, wundervolle Texte – die machen das auch ziemlich gut, wir sind da eher der „sugarcoated oversexed rehab-bitchslap“, den du brauchst, wenn du eine Woche lang 'The Drugs Don't Work' (Rockballade von The Verve – ln) gehört hast.«

Dein Gesang, aber auch dein Auftreten auf der Bühne, und irgendwie auch dein Bart erinnern an Metallica-Fronter James Hetfield. Hatte er Einfluss auf deine musikalische Entwicklung? Welche anderen Bands sind euch wichtig?

»Ich nehm das jetzt mal als Kompliment, denn Hetfield ist eines meiner größten Idole. Er wird langsam alt, aber, wenn du mich fragst, gab es in den 90ern keinen besseren Frontmann als ihn. Ansonsten sind unsere Einflüsse sehr unterschiedlich. Bei mir reicht die Palette von U2, Crosby, Stills and Nash über Slayer bis hin zu Norah Jones. Hannes (Irengård , g. - ln) dagegen ist fraglos der größte Bob Dylan-Fan, den ich je getroffen habe. Er hat vor Freude fast geweint, als er in einer Location herausgefunden hat, dass Bob dort auch schon mal gespielt hat. Jonas (Almén, b. - ln) mag die harten Sachen wie Arch Enemy oder Dark Tranquility und Per hört so ziemlich alles, solange es Sting ist. Haha, nein, ich mach nur Spaß, Per ist ein guter Junge. Wobei, das ist Sting auch, hab ich gehört...«

Ihr singt Songs über Unterwäsche, zieht euch auf der Bühne aus und euer erklärtes Ziel ist es, „Leute ein bisschen geil zu machen“ - das alles klingt nicht sehr königlich. Woher stammt eigentlich die Idee zum Namen „Royal Republic“?

»Das muss zwei Wochen vor unserem ersten Gig gewesen sein. Ich hatte die Idee, dass wir den Zuschauerraum über einen roten Teppich in totaler „VIP“-Manier durchqueren und die Bühne erklimmen. Rückblickend war es etwas protzig, in jedem Fall führte das dann irgendwie zu drei Möglichkeiten, wie wir uns nennen könnten. Zur Auswahl standen „Club Majesty“, „King Average“ und „Royal Republic“. Wir haben das letzte genommen. Glaub ich.«

Wie würdest du, zum Abschluss, die Verbindung zwischen Schweden und Rock'n'Roll beschreiben?

»Ich vermute, dass du die Frage fast besser beantworten kannst, aber soweit ich mich auskenne, haben wir das Glück einige ziemlich gute Rockbands in unserem Land zu haben. Mir scheint bisweilen, dass, egal, wo wir auftreten, Zuschauer kommen, die ROYAL REPUPLIC nicht kennen, aber diese neue schwedische Rockband antesten wollen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woran das mit den Schweden und dem Rock'n'Roll liegt. Vielleicht gibt es eine Art altertümlichen üblen Wikinger-Geist, der in jedem von uns Schweden steckt, irgendwann Kontrolle über unsere Gehirn gewinnt und dann dafür sorgt, dass wir eine Band gründen wollen. Naja, oder vielleicht ist es auch wegen der Elche.«

 

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