Online-MegazineInterview

KREATOR

Exklusiv: Kreator-Special und -CD!

Neben der weltexklusiven KREATOR-Jubiläums-Live-CD, die nur mit dem aktuellen Rock Hard erhältlich ist, bieten wir euch im Heft auch ein elfseitiges Kreator-Special, in dem wir uns u.a. ausführlich mit Bandkopf Mille unterhalten. Nachfolgend findet ihr einen Auszug aus diesem Interview.

Mille, "25 Jahre KREATOR" bezieht sich auf euer Debüt "Endless Pain", mit dem ihr offiziell zum ersten Mal als KREATOR in Erscheinung getreten seid. Welcher war jedoch der "gefühlte" Zeitpunkt der Bandgründung?

»Wahrscheinlich, als Jülle zur Konfirmation sein Schlagzeug geschenkt bekommen hat und es im Einkaufszentrum Altenessen Gitarren im Sonderangebot gab, 200 Mark das Stück. Alle meine Freunde haben zugeschlagen. Wir waren vier Gitarristen, ein Bassist und ein Schlagzeuger. Wir probten bei einem meiner Freunde, dessen Eltern einen Getränkehandel und einen Keller voller Ramsch hatten. Den haben wir ausgeräumt und ein bisschen renoviert, was wir Kiddies natürlich gar nicht richtig konnten. Nach drei Wochen haben sie uns wegen des Lärms rausgeschmissen und den Raum als Lagerfläche benutzt. Es hatten aber ohnehin nicht alle Bock auf eine Band, und so blieben nur Ventor, Rob und ich übrig. Wir sind dann zu dritt, quasi die erste Tormentor-Besetzung, ins Jugendzentrum umgezogen. Das war aber alles noch nicht so ernst zu nehmen. Ventor hat zu "British Steel" von Judas Priest Schlagzeug geübt, wir hatten sogar ´Living After Midnight´ und ´Breaking The Law´ im Programm. Unser erstes Konzert lief unter dem Motto "Heavy Metal for Peace". Das hatten sich die Sozialarbeiter ausgedacht und in einer Hippieschrift im Jugendzentrum aufgehängt. Das Wort "Peace" haben wir dann runtergerissen, weil wir dachten, dass das uncool sei (lacht). Das waren Anfang der Achtziger eben noch andere Zeiten, quasi die Spätausläufer der siebziger Jahre. Wir waren naseweise Bengels, die Autoritäten in Frage stellen wollten - und das waren in unserem Fall die lieben Sozialarbeiter, die sich um uns gekümmert haben. Wir haben uns satanisch geschminkt und behaupteten, wir wären für den Atomkrieg (lacht).«

Und dann hat Ventor die Sense rausgeholt.

»Ja, die hat uns mein Vater geliehen. Eigentlich ein toller Showeffekt. Könnte man eigentlich mal wieder machen...«

Das war euer zweiter Auftritt mit Living Death.

»1984. Und nach einem weiteren Auftritt mit Living Death in Grevenbroich hatten wir bereits einen Plattenvertrag.«

Wie war das Verhältnis zu den lokalen Bands?

»Das waren für uns Vorbilder, um nicht zu sagen Helden. Selbst Mad Butcher aus Essen. Living Death natürlich umso mehr, weil die vier, fünf Jahre älter waren und richtig gut spielen konnten. Außerdem war ich ein großer Steeler-Fan. Auch Grave Digger waren cool - es gab ja nicht so viele Bands. Warlock nicht zu vergessen.«

Nach nur drei Gigs seid ihr dann nach Berlin gefahren, um das erste Album "Endless Pain" für Noise Records einzuspielen. Noise waren damals nach Veröffentlichungen mit Helloween, Running Wild und Celtic Frost die erste Adresse für deutschen Metal. Ein gewisser Horst Müller war der Hausproduzent und hatte das "Vergnügen", euren Lärm aufzunehmen. Es gab seinerzeit keine speziellen Produzenten für Metal, und ich stelle mir Schöneres vor, als die ersten musikalischen Gehversuche von KREATOR, Destruction oder Celtic Frost hinbiegen zu müssen. Was war Müller für ein Typ? 

»Müller war ein genialer Tontechniker mit einem guten Ohr für Sounds. Er kam ursprünglich vom Radio und hatte in einem Berliner Hinterhof ein schönes altes Mischpult stehen. Das lief alles ganz nett und cool ab, aber als 16-jährige Kiddies hätten wir jemanden gebraucht, der uns ein wenig an die Hand nimmt. Ich glaube, er hat uns insgeheim etwas belächelt, denn wir waren als Musiker ja längst nicht so gut wie Helloween oder auch Celtic Frost, die viel mehr Auftritte hinter sich hatten. Wir hatten 14 Tage Studiozeit, und nach einer Woche sagte er dann: "Prima, dann sind wir ja fertig! Jetzt mische ich noch drei Tage, aber sagt dem Walterbach (Noise-Chef - hs) nichts davon, okay?" Der hatte keinen Bock, länger als nötig zu arbeiten, und wollte trotzdem das gesamte Budget einstreichen. Heute denke ich, dass die Platte besser sein könnte, wenn wir auf die volle Studiozeit bestanden hätten.«

Das zweite Album "Pleasure To Kill" habt ihr mit Harris Johns gemacht.

»Harris ist ein echter Musikfreak, der uns die Schwachstellen aufgezeigt und uns Dinge so lange hat wiederholen lassen, bis sie saßen. Die 14 Tage haben wir bis zur letzten Minute genutzt.«

14 Tage! Trotz der Computer- und Schnitttechnik schafft es kaum noch eine Band, in der Zeit eine Platte aufzunehmen.

»Und nebenbei haben wir noch Party gemacht, sind mit sieben Mann nach Berlin gefahren, obwohl wir nur drei Musiker waren.«

Du hast auch eine Zeit lang in West-Berlin gelebt, oder?

»Ja, offiziell war ich bei einer der Plattenfirmen-Promoterinnen gemeldet, um nicht zum Wehrdienst eingezogen zu werden. West-Berlin hatte ja Sonderstatus. Gewohnt habe ich da aber fast nie. Jetzt kann man das ja sagen (lacht).«

Für das nächste Album "Terrible Certainty" habe ich euch erneut in Berlin besucht.

»Produziert hat ein Engländer, Roy Rowland. Der hatte die Marotte, nachts für seine Kumpels in England imaginäre Radioshows aufzunehmen, in denen er ein bisschen über unsere Musik herzieht. Die Tapes haben wir später gefunden, aber alles in allem hat er uns weitergeholfen. Wir waren wahrscheinlich auch nicht leicht zu ertragen, weil unsere Kumpels von Darkness und Assassin ständig im Studio abschimmelten und mit uns Bier tranken. Wir hatten ja schließlich drei Wochen Zeit.«

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Die komplette elfseitige KREATOR-Story inklusive Statements von zahlreichen (Ex-)Mitgliedern und vieler rarer Fotos findet ihr im aktuellen ROCK HARD, das im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Weitere Infos zur aktuellen Ausgabe gibt´s hier.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

ANNIHILATOR + BEHEMOTH + BLACK MESSIAH + BRAINSTORM + DELAIN + EISREGEN + FINNTROLL + KATAKLYSM + KISSIN' DYNAMITE + KORPIKLAANI + u.v.m.08.07.2016
bis
10.07.2016
GeiselwindOUT & LOUD FESTIVALTickets
IN FLAMES + ARCHITECTS + SEPULTURA + AIRBOURNE + APOCALYPTICA + BAD OMENS + EQUILIBRIUM + CALLEJON + ELSTERGLANZ + BETRAYING THE MARTYRS + u.v.m.22.06.2017
bis
24.06.2017
FerropolisWITH FULL FORCE OPEN AIRTickets
AMON AMARTH + AVANTASIA + KREATOR + MAYHEM + SALTATIO MORTIS + PARADISE LOST + HEAVEN SHALL BURN + LACUNA COIL + POWERWOLF + CANDLEMASS + u.v.m.03.08.2017
bis
05.08.2017
WackenWACKEN OPEN AIRTickets
MEGADETH + KREATOR + WINTERSUN + ELUVEITIE + MGLA + HEAVEN SHALL BURN + VITAL REMAINS + EPICA + HATEBREED + FIDDLER'S GREEN + u.v.m.16.08.2017
bis
19.08.2017
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