Online-MegazineInterview

ELUVEITIE

Swinger unter sich

Wer hätte bis vor kurzem gedacht, dass es Folk-Metal mal in die Charts schafft? ELUVEITIE aus der Schweiz haben dieses Kunststück vollbracht und tummelten sich in der deutschen Album-Hitliste neben 50 Cent und Jeanette Biedermann. Doch auch livehaftig zieht der "Heidenlärm" mittlerweile ganze Massen in die Hallen.

»Einmal waren es sogar 2.500 Leute«, verblüfft Multi-Instrumentalist, Frontmann und Sänger Chrigel. »300 kommen mindestens jeden Abend. Die Stimmung ist einfach super, und mit den anderen Bands der Paganfest-Tour verstehen wir uns ebenfalls prächtig. Natürlich gibt es mal das eine oder andere kleinere technische oder organisatorische Problem, aber im Großen und Ganzen ist die Tour hervorragend organisiert und läuft wie am Schnürchen.«

Auch wenn das Package mit Korpiklaani, Tyr, Ensiferum und Moonsorrow einige weitere Hochkaräter im Gepäck hat: ein mehr als stattlicher Besucherschnitt! Erklären kann sich Chrigel die momentane Begeisterung für diese Art Musik aber auch nicht.

»Ich denke, es ist ganz natürlich, dass es solche Modeerscheinungen gibt. Was unseren eigenen Erfolg angeht, kann ich nur sagen, dass wir sehr hart dafür arbeiten mussten und Band, Label und Booking-Agentur alle an einem Strang gezogen haben. Das hat sich im Endeffekt bezahlt gemacht.«

Außerdem heben sich ELUVEITIE auch wohltuend vom Rest der Szene ab, oder?

»In der Tat. Ich kenne keine andere Band, die melodischen Death Metal und traditionelle, keltische Folkmusik derart vermischt. Dabei klingen wir in gewisser Weise auch recht roh und ungekünstelt. Außerdem verwenden wir mehr alte, authentische Instrumente als die meisten anderen Gruppen.«

Doch ELUVEITIE beweisen auch Mut zur Improvisation. Als klar wurde, dass ihr Gitarrist Sime die Amerika-Dates der Tour nicht spielen kann und Tyr-Drummer Kári das gleiche Problem hat, organisierte man ein lustiges Musikantentauschen.

»Das war wirklich Glück. Unser Drummer Merlin sitzt bei den US-Dates hinter dem Tyr-Drumkit, und deren Gitarrist Terji wird für Sime einspringen. Die beiden üben gerade wie die Irren, aber wir sind zuversichtlich, dass alles gut klappt.«

Ist das allein die Erfolgsformel der Schweizer, oder spielt das keltische Blut im Stammbaum auch eine gewisse Rolle?

»Natürlich bin ich stolz auf meine Heimat - und froh, in der Schweiz leben zu können. Aber keiner kann was dafür, wo er geboren wurde. Die alte Kultur der Helvetier bedeutet mir allerdings viel, und diesbezüglich haben wir jede Menge Einflüsse. Generell denke ich aber, dass gerade im Alpenraum durch die Jahrhunderte eine große kulturelle Vielfalt entstanden ist. Deshalb ist die keltische Identität nicht mehr so offensichtlich.«

www.eluveitie.ch

www.myspace.com/eluveitie

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