Online-MegazineInterview

FAIR TO MIDLAND

Einfach nur Rock!

FAIR TO MIDLAND aus Texas präsentieren momentan ihre vierte, schon im Vorfeld via MySpace wie eine Bombe eingeschlagene Platte "Fables From A Mayfly: What I Tell You Three Times Is True". Mit ihrer wilden Mischung aus Indie, harten Gitarren, melancholischen, psychedelischen Tunes à la Pink Floyd, eingängigen bis poppigen Melodien plus einem Schuss Metal haben die fünf Jungs aus Texas den Nerv der Zeit getroffen. Frontmann Darroh stand wie folgt Rede und Antwort.

Woher kommt euer Bandname und was bedeutet er?

»Wir haben es uns ziemlich schwer gemacht, in diesem Punkt einen gemeinsamen Nenner zu finden. Der jetzige Name kam als einziger für uns alle in Betracht, und da wir diese Streitfrage irgendwann Leid waren, blieben wir einfach dabei. "Fair to Midland" bedeutet im übertragenen Sinne mittelmäßig, zweitklassig. Ich enttäusche euch ja ungern, aber eine tiefergehende Bedeutung steckt nicht dahinter. Was ist schon ein Name?«

Wie würdet ihr selbst eure Musik beschreiben? Welche Musik mögt ihr und was sind eure Einflüsse?

»Also definitiv von jedem ein bisschen. Ich finde es schwierig, uns in ein Subgenre einzuordnen. Ich sage das, weil uns ständig dieses Progressive-Rock-Schild aufgedrückt wird. Es ist einfach Rock. Die einzige Art Musik, die wir machen können und wollen. Momentan höre ich allerdings gar keine Musik, ich bin ohne Anlage und Radio unterwegs. Und um ehrlich zu sein: Das ist verdammt angenehm! Ich habe einen recht differenzierten Musikgeschmack, aber ich versuche nicht, irgendwem nachzueifern. Musik in ihrer Ganzheit inspiriert mich, selbst Musik zu machen; Einflüsse lassen sich nicht so einfach auf eine Handvoll Künstler reduzieren.«

Darroh, deine Stimme ist sehr ausgeprägt und vielseitig, so wie das gesamte musikalische Vermögen der Band. Wie haltet ihr euch fit auf Tour und woraus schöpft ihr neue Inspirationsquellen für eure musikalische Entwicklung?

»Oh, danke. Viele der besten Sänger sind leicht auszumachen, ich liebe Stimmen mit Charakter. Ich kann nicht behaupten, mich auf Tour sonderlich fit zu halten, ich rauche zu viel. Inspiration schöpfe ich vor allem in Zeiten musikalischer Veränderung und mache das Beste aus den mir gegebenen Möglichkeiten. So sieht das eigentlich auch mit dem Rest der Truppe aus: Wir sind nicht die talentierteste Band, aber wir sind eine der innovativsten. Ich habe auf jeden Fall Vertrauen in unser Schaffen, wenn ich sehe, was wir bereits auf die Beine gestellt haben.«

Euer Debüt-Album steht hierzulande seit kurzem in den Plattenläden und ihr wart erfolgreich mit Bands wie Dir en Grey oder den Smashing Pumpkins unterwegs und habt unter anderen auf dem legendären Wacken Open Air gespielt. Wie nehmt ihr diesen Aufstieg wahr?

»Nur weil wir das Glück hatten, mit diesen Bands zu touren, bedeutet das nicht unbedingt, dass wir auf der ganzen Linie Erfolg haben. Ja, wir haben ziemlich gute Shows gespielt - aber das heißt nicht mehr, als dass die Bands, die uns baten mit ihnen zu spielen, uns gut kennen ...«

Ihr steht ja auf Serj Tankians Plattenlabel unter Vertrag. Euer Stil erinnert partiell (z. B. 'April Fools And Eggs') stark an seine Band System Of A Down - keine zufällige Verbindung, oder?

»Die Mehrheit derer, die diesen Vergleich anstellen, tun dies nur, weil wir a) ein bisschen "progressiv", b) mitreißend, c) auf Serjs Label sind und d) kommerziell attraktive Musik machen, ohne an künstlerischem Anspruch zu verlieren. Ich empfinde das als einen ziemlich einfachen Vergleich für faule Leute. Dass uns Journalisten ständig mit System Of A Down vergleichen, hindert uns nur daran, eine eigenständiges Identität zu entwickeln.«

Eure Lyrics sind nicht auf den ersten Blick zu durchschauen, voller Metaphern, scheinen aber doch recht gesellschaftskritisch. Tretet ihr nach außen hin auch politisch auf?

»Meine Texte lassen viele Möglichkeiten der Interpretation zu. Die Vorstellungen eines jeden Hörers sind wahrscheinlich sehr verschieden zu meinen eigenen, und das ist auch gut so. Es gibt zwei Stücke mit subtiler politischer Bedeutung auf der Platte (wobei subtil stark untertrieben ist - mf), mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich habe große Achtung vor Leuten, die gebildet und stets auf dem Laufenden sind, und ihre Kunst nutzen, politisch Stellung zu beziehen. Aber wir werden nie zu dieser Gruppe gehören.«

Wie steht es aus mit euren weiteren Plänen?

»Wir wollen so viele Alben wie möglich an den Mann bringen, aber vor allem wollen wir uns mit dieser Platte die Möglichkeit sichern, eine weitere aufnehmen zu können. Ich hoffe auf das Beste und erwarte das Schlechteste ...«