Online-MegazineInterview

BLUE CHEER

BLUE CHEER - Old School Blues'n'Rock'n'Roll

Eine Scheibe auf den Schreibtisch zu bekommen von einer Band, die man noch nicht kennt, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Meist handelt es sich dann aber um Newcomer. Bei "What Doesn't Kill You ..." von BLUE CHEER sieht das ein wenig anders aus. Jene Band existiert nämlich - mit einigen Besetzungswechseln und Unterbrechungen - seit 1967.

Damals hämmerten sie in San Francisco mit der Scheibe "Vincebus Eruptum" eine wegweisende Blaupause für harte Rock- und Blues-Musik ein und beeinflussten mit ihrem Biker-Sound spätere Truppen maßgeblich. Trotzdem blieben sie vergleichsweise unbekannt.

Wir mussten der Sache mal auf den Grund gehen und fragten bei Sänger Dickie Peterson nach.

 

Dickie, wie kann es sein, dass ich noch nie von BLUE CHEER gehört habe? Also vielleicht abgesehen davon, dass ich ein hoffnungsloser Ignorant bin!

»Vielleicht bis du einfach ein wenig jünger als wir! Aber uns gibt es jetzt schon so lange, da ist es doch offensichtlich, dass wir nicht so einfach abtreten!«

 

Ihr seid eine Art Prototyp für Bands wie Black Sabbath und Led Zeppelin gewesen. Ist es enttäuschend, dass ihr nie an deren spätere Popularitätswerte heranreichen konntet?

»Ich schätze, das würde jeder von uns anders beantworten. Ich kann für mich nur sagen, dass mich das manchmal schon ganz schön genervt hat. Klar, jede Band will doch den großen Durchbruch schaffen; und die meisten schaffen das nie. Aber ich muss auch festhalten, dass ich mein Leben lang das machen konnte, was ich am meisten liebe: Musik!«

 

Erzähl doch mal, wie es damals losging mit BLUE CHEER.

»Nun ja, wir haben als sechsköpfige Bluesband angefangen. Später haben wir dann zu dritt weitergemacht. Wir wollten damals heavier werden und die Musik physisch spürbar machen.«

 

Und was hat sich seitdem verändert?

»Nicht viel! Wir sind immer noch ein Power Trio und spielen nach wie vor aggressiven Rock'n'Roll. Natürlich hat es seit damals eine ganze Menge Innovationen im technischen Bereich gegeben. Und die nutzen wir auch. Aber unser Sound bleibt klassischer, nach vorne gehender Rock'n'Roll.«

 

Wie es aussieht, hattet ihr eure Basis eine Zeit lang in Deutschland.

»Ja, wir haben 1988 eine Europa-Tour gemacht. Und weil es uns so gut gefiel, sind wir ein Jahr später zurückgekommen und eine Weile geblieben. Letztlich sind wir dann aber doch in die Staaten zurückgekehrt, weil uns dort mehr Leute spielen sehen wollten.«

 

Was erwartest Du von "What Doesn't Kill You ..."? Hoffst du, dass ihr jetzt endlich die verdienten Lorbeeren einstreichen könnt, oder reicht es dir aus, wenn ihr 'nur' eure Fans erreicht?

»Wenn es uns gelänge noch einmal groß durchzustarten - warum nicht?! Aber ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Erst mal spielen wir jetzt die Tour und dann sehen wir mal weiter. Letztlich liegen ja unsere Stärken Im Live-Spielen. Ich meine, wenn du uns auf CD magst, dann wirst du uns live lieben. Wir sind Rocker; und das ist was wir machen!«

 

Schönes Schlusswort! Wer auch immer also ein offenes Ohr hat für Truppen wie The Doors, Led Zeppelin oder auch Monster Magnet, der sollte unbedingt mal bei BLUE CHEER reinhören. Denn hier gibt es ein Original. Dieses Original ist zwar staubtrocken - aber kein bisschen angestaubt!

 

 

www.bluecheer.us

www.myspace.com/bluecheer