Online-MegazineInterview

NECROPHOBIC

Magie im Blut

Es ist Sonntagmorgen, als wir Joakim Sterner (dr.) und Tobias Sidegard (v./b.) in einem Café in der Stockholmer Altstadt treffen. Die beiden kommen gerade frisch aus der Dusche und grinsen über beide Ohren. Die neue Platte „Hrimthursum“ steht kurz vor der Veröffentlichung, und es scheint, als ob man mal wieder einen Meilenstein der schwedischen Death-Metal-Geschichte auf die Menschheit loslassen würde. Ein guter Grund zum Quatschen also...

Joakim, Tobias, ihr zwei seht sehr glücklich aus. Gibt es dafür einen Grund?

Joakim: »Verdammt, wir müssen unbedingt wieder mehr an unserem Image schrauben! Ich hasse es, positiv zu wirken (lacht). Nein, Spaß beiseite: Wir haben endlich unsere neue Platte am Start, an der wir lange und hart gearbeitet haben. Wir wollten diesmal alles geben, und ich glaube, dass wir das Album unseres Lebens aufgenommen haben. Das Teil ist der Hammer!«

Tobias: »Die neue Scheibe hat sehr viel Energie gekostet und uns einiges abverlangt. Jetzt ist unser Label an der Reihe, richtig Gas zu geben.«

Das neue Langeisen nennt sich „Hrimthursum“ und vereint so ziemlich alle Trademarks der Band bis zur absoluten Perfektion. Trotzdem: Ich habe das Gefühl, dass ihr noch einen Tick schneller und vor allen Dingen teuflischer geworden seid.

Tobias: »Das kann ich definitiv bestätigen. Wir wollten unseren Fans eine Platte liefern, die unsere tiefen Death-Metal-Wurzeln und unsere Leidenschaft für Black Metal vereint. Wir haben das damals schon bei unserer Mini „Spawned By Evil“ versucht und spielten seither mit der Idee, eine ganze Platte in dieser Richtung abzuliefern.«

Das erklärt aber immer noch nicht das dezente Corpsepaint, dass ihr für die Fotosession zu dieser Platte aufgelegt habt.

Joakim: »Wir wollten unbedingt Fotos in einer Winterlandschaft haben. Als wir dann vor Ort waren, fanden wir, dass uns ein leichtes Corpsepaint gut zu Gesicht stehen würde. Die Fotos passen meiner Meinung nach sehr gut zu uns und bereichern das Layout zur Platte gewaltig.«

Tobias: »Wir haben uns diese Schminkerei gut überlegt, denn wir hatten schon einige Bedenken. Wenn man aber die Musik, die Layouts und die Fotos zusammenbringt, fügt sich alles zu einer Einheit. Ich hoffe, unsere Fans nehmen uns diese kleine Imagekorrektur nicht übel.«

Ihr habt für dieses Album ein völlig unbekanntes Studio gebucht und seid nicht ins altbewährte Sunlight gegangen. Auf „Hrimthursum“ kommt ihr eurem ursprünglichen Sound der frühen Neunziger wieder sehr nahe. Absicht oder Zufall?

Joakim: »Wir hatten einfach die Nase voll vom Sunlight und wollten unbedingt mal ein anderes Studio ausprobieren. Es gab aber auch einige Leute, die uns aufgrund der schlechten Soundqualität von „Bloodhymns“ angesprochen haben. Sie baten darum, dass wir mal woanders aufnehmen. Als Fredrik von Unleashed uns anbot, den Job zu übernehmen, haben wir sofort zugesagt, denn er ist mittlerweile bekannt für sein geschicktes Händchen in solchen Dingen. Wir konnten uns aufgrund des privaten Rahmens während der Aufnahmen viel Zeit lassen, und das machte die Angelegenheit wesentlich relaxter. Ich glaube, das hört man dem Album auch an.«

Apropos Zeit: Eine Platte, die länger als eine Stunde im Player rotiert, hätte ich nie von NECROPHOBIC erwartet.

Tobias: »Wir auch nicht (lacht). Verdammt, wir hatten einen ganzen Sack voll Material, und der Großteil der Songs war fix und fertig, als wir mit den Aufnahmen begannen. Wir hatten uns gar keinen Kopf gemacht, wie lang die Platte werden sollte. Wir bemerkten erst beim Mix, dass „Hrimthursum“ unsere längste Platte werden würde. Ich denke aber, dass unsere Fans mit über einer Stunde NECROPHOBIC klarkommen werden, denn das neue Material killt wie Sau.«

Wer war für die Gestaltung des Covers verantwortlich? Ihr seid eigentlich eine der Bands, die nicht unbedingt auf gezeichnete Artworks zurückgreift.

Tobias: »Tyrant von Nifelheim. Der Bursche ist wirklich ein begabter Künstler mit dem nötigen Funken schwarzer Magie im Blut. Das Cover ist aber nicht gezeichnet, sondern mit einer besonderen Airbrush-Technik erstellt worden. Wir hatten definitiv keinen Bock auf eines dieser hässlichen, am Computer erstellten Layouts. Als Tyrant dann aber mit diesem Bild auf der Matte stand, war klar, wie unser neues Cover aussehen würde.«

Wann kann man NECROPHOBIC endlich wieder live auf deutschen Bühnen sehen? Ihr habt euch innerhalb der letzten zwei Jahre verdammt rar gemacht.

Joakim: »Wir werden demnächst eine kleine Minitour in Spanien absolvieren und danach auf jeden Fall wieder nach Deutschland kommen. Unser Label arbeitet gerade daran.«

DISKOGRAPHIE

The Nocturnal Silence (1993)
Spawned By Evil (EP, 1996)
Darkside (1997)
The Third Antichrist (1999)
Bloodhymns (2002)
Tour-EP (EP, 2003)
Hrimthursum (2006)

SCHON GEWUSST?

Tobias Sidegard besucht zusammen mit seinem besten Kumpel Johnny Hedlund (Unleashed) regelmäßig die Fußballspiele seines Lieblingsclubs Hammarby IF. Ein gewisser Frank A. aus D. steht hier auch schon mal auf den Rängen...

Mit Johan Bergebäck und Sebastian Ramstedt zocken gleich zwei NECROPHOBICs bei den schwedischen Old-School-Black-Metallern Nifelheim.

Johan Bergebäck ist in seiner Freizeit passionierter Schiffsbauer und werkelt momentan an einem Nachbau eines Langschiffes aus der Wikingerzeit.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

URFAUST + TRIPTYKON + MARDUK + OVERKILL + DESASTER + MISTHYRMING + MOURNING BELOVETH + VADER + ABBATH + AZARATH + u.v.m.10.08.2017
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12.08.2017
Schlotheim, Flugplatz ObermehlerPARTY.SAN OPEN AIRTickets
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AT-Spital am SemmeringKALTENBACH OPEN AIRTickets