Online-MegazineInterview

Kleiner Wegweiser durch den DVD-Technik-Dschungel

Soundformate

Mit der Einführung der DVD konnte endlich der undifferenzierte Ton der VHS-Bänder durch digitale Klänge ersetzt werden. Am populärsten sind folgende drei Formate:

PCM: ein nicht komprimierter Stereosound.

Dolby Digital (DD): ein im AC-3-Verfahren kodierter und komprimierter Mehrkanal-Sound. Die Ziffer vor dem Punkt gibt die Anzahl der vollwertigen, die dahinter die der Subwoofer-Kanäle an. Am gängigsten sind 2.0 (normaler Stereosound) und 5.1 (Surround-Sound mit Subwoofer).

dts (Digital Theatre Sound): DD-Konkurrenzformat von ähnlicher Qualität, entspricht in etwa DD 6.1.

Um dts-Tonspuren abspielen zu können, benötigt man Verstärker, die für dieses Format ausgelegt sind. DD-Tonspuren können hingegen von allen Verstärkern umgesetzt werden.

Bildformate

DVDs werden in einem der folgenden Bildformate (manchmal auch in beiden) ausgeliefert:

Widescreen (Letterbox): Kinobildformat mit einem Seitenverhältnis von 1.66:1 bis 2.35:1. Man sieht das Original-Kinobild, oben und unten werden schwarze Balken hinzugefügt. Dieses Format kann auf normale Fernsehbildgröße komprimiert und anschließend für 16:9-Fernseher dekomprimiert werden. Diese dekomprimierten 16:9-Daten nennt man auch anamorph.

Vollbild: das klassische Fernsehbildformat mit einem Seitenverhältnis von 1.33:1. Werden Kinofilme in diesem Format auf DVD angeboten, ist das Originalbild links und rechts beschnitten worden. Bei Kinofilmen empfiehlt es sich immer, eine Widescreen-Version zu kaufen.

Aufnahmestandards

Es existieren drei verschiedene, nicht kompatible Aufnahmeverfahren:

PAL (Phase Alternation Line) wird in weiten Teilen Europas und in einigen asiatischen Ländern verwendet.

SECAM (Systeme Electronique Coleur Avec Memoire) findet man u.a. in Frankreich und Russland. SECAM-Videobänder können auf herkömmlichen deutschen Geräten nicht abgespielt werden, SECAM-DVDs hingegen schon.

NTSC (National Television Standards Committee) ist vor allem in Nordamerika und in großen Teilen Asiens verbreitet. NTSC-Videos können nur von einem kompatiblen Gerät wiedergegeben werden, NTSC-DVDs von allen gängigen Playern. Wichtig ist jedoch in beiden Fällen, dass der Fernseher NTSC-kompatibel ist.

DVD-Typen

DVD-Daten werden in unterschiedlichen Verfahren abgespeichert. Die gängigsten sind:

DVD-5 - einseitig mit einer Datenschicht bespielt

DVD-9 - einseitig mit zwei Datenschichten bespielt

DVD-10 - doppelseitig mit einer Datenschicht bespielt

DVD-14 - doppelseitig mit einer bzw. zwei Datenschichten bespielt

DVD-18 - doppelseitig mit zwei Datenschichten bespielt.

Abspielprobleme aufgrund eines bestimmten Verfahrens sollte es nicht geben, bei zweischichtiger Bespielung kann es beim Wechsel der Schicht jedoch zu einem kurzen Haker kommen.

Ländercodes

DVDs sind aus lizenzrechtlichen Gründen mit Ländercodes ausgestattet. So wird u.a. verhindert, dass man sich hierzulande bereits US-DVDs von Filmen ansehen kann, die bei uns noch gar nicht in den Kinos gelaufen sind. Herkömmliche DVD-Player geben nur DVDs mit dem Ländercode der entsprechenden Region wieder. Man kann sein Gerät aber im Fachhandel so umbauen lassen, dass es alle Ländercodes abspielt.

Die Codes:

0 = Codefree (kann auf jedem Player abgespielt werden; bei Musik-DVDs ist der Nullcode relativ häufig, weil hier weniger Lizenzprobleme bestehen)

1 = USA, Kanada und Puerto Rico

2 = Europa (mit Ausnahme der baltischen Länder und der ehemaligen Sowjetrepubliken), Japan, der Mittlere Osten, Ägypten und Südafrika

3 = Südostasien und Südkorea

4 = Süd- und Mittelamerika, Australien, Neuseeland und Papua Neuguinea

5 = Afrika, Russland und alle ehemaligen Sowjetrepubliken, Afghanistan, Pakistan, Indien und die Mongolei

6 = China.