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VANDERBUYST

Dortmund, Die Burg

VANDERBUYST live und umsonst, wer will sich das entgehen lassen? Die Burg ist jedenfalls bereits früh recht voll und die seitlich neben dem Eingang platzierte Bühne wird schnell zum Nadelöhr – vor allem weil auf der anderen Seite das Merch verkauft wird.

Das schlägt mit fanfreundlichen Preisen zu Buche, ein Shirt bekommt man für 15 Euro, eine Schallplatte ebenso und eine CD kostet 12 Euro. Nur Patches gibt es leider nicht – warum werden auf vielen Konzerten keine Patches mehr verkauft? Nach dem Shoppingausflug kann man dann dem Bier der Burg frönen und auf den Auftrittsbeginn warten. Und der lässt auf sich warten, der auf 21 Uhr angesetzte Konzertbeginn verschiebt sich letzendlich auf circa 21:30 Uhr.

Als VANDERBUYST die Bretter dann betreten, ist es vor der Bühne schlagartig voll, und die Fans tanzen, bangen und jubeln sich mit der Band durch einen Low-Volume-Set – was nichts anderes bedeutet, als das entgegen der Ankündigung kein reiner Akustik-Gig auf dem Programm steht, sondern ab dem vierten Song 'Black & Blue' die Gitarren eingestöpselt werden, ohne aber Lautstärken zu erreichen, bei der die schwer arbeitende Dortmunder Bevölkerung um ihren verdienten Schlaf gebracht wird. Dementsprechend werden alte wie neue Hits der Marke 'KGB', 'Tiger' oder 'From Pillar To Post' verstärkt und in bewährter Weise zum Besten gegeben und vom Publikum bierseelig abgefeiert. Interessant ist aber die Akustikversion von 'Stealing Your Thunder' und vor allem das ebenfalls akustische Livedebüt von 'New Orleans', bei dem echtes Bluesfeeling aufkommt. Leider kommt das erhoffte 'Where's That Devil' heute nicht zum Zug, obwohl diesem Song das akustische Gewand sicherlich gut gestanden hätte. Stattdessen gibt es als Zugabe ein ausuferndes 'Rock Bottom'-Cover, bei dem vor allem Gitarrist Willem Verbuyst durch sein gefühlvolles Spiel glänzt – ein Manifest für das klassische Gitarrensolo, in dem eindrucksvoll demonstriert wird, dass man einen Song nicht zwangsläufig einfach nur runterschreddern muss, sondern auch genießen und ein bisschen in die Länge ziehen kann. Dementsprechend ist diese Perle auch der perfekte Schlusspunkt für diese Show. Nach dem Konzert mischen sich die Musiker ganz zwanglos unter das Publikum. Es bleibt zu hoffen, dass sich VANDERBUYST nicht zum letzten Mal zu so einer Aktion hinreißen lassen haben.

 

Pics: Christian Krug