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NAZARETH, URIAH HEEP

Neu-Isenburg, Hugenottenhalle

NAZARETH

Weil es letztes Jahr so gut geklappt hat, zeigt sich die Kombination URIAH HEEP/NAZARETH auch in diesem Jahr wieder in unseren Breitengraden. Und weil beide Bands die Setlisten etwas variiert haben, ist das auch kein Problem. Da NAZARETH ganze 75 Minuten Spielzeit bekommen, ist dann wohl auch eher von einem Double-Headliner-Package zu sprechen, zumal die Tour unter dem Banner „Rock Legends In Concert“ läuft.

NAZARETHWährend NAZARETH-Frontmann Dan McCafferty auf der letzten Tour ständig auf sein Inhalier-Spray zurückgreifen musste, klappt das heute auch ohne. Zwar wirkt der Veteran heute körperlich nicht topfit, bei seinem Alter (66 Jahre!) ist das aber nur allzu verständlich. Klasse, dass er aber alles gibt! In der Setlist hat man neben den Klassikern 'Turn On Your Receiver', 'Hair Of The Dog' (natürlich mit Dudelsackeinsatz), 'This Flight Tonight', 'Love Hurts' und 'Dream On' mit 'Night Woman' und 'Changin`Times' zwei Überraschungen auf Lager. Zwar ist nicht jeder mit der Setlist einverstanden, aber bei regelmäßigen Touren darf Abwechslung ruhig sein. Zumindest 'Razamanaz' ist erwartet und bläst noch mal alles weg. Dass der Set dann mit der Ballade 'Love Hurts' endet, macht Sinn. Fazit: Wieder mal ein überzeugender Auftritt des Quartetts.

Bei URIAH HEEP ist anschließend mehr Bühnenaction angesagt und die Briten sprühen nur so vor Spiellaune. Gekonnt streut man zu den Klassikern neue Nummern wie 'I`m Ready', 'Between Two Worlds' und 'Nail To The Head' und die zünden ebenso wie die Jahrzehnte alten Ohrwürmer. Wie im Vorjahr harmoniert die Besetzung wunderbar, wobei heute besonders Russell Gilbrook an den Drums einen wahnsinnigen Job hinlegt. Ohne Zweifel ist er der Motor der Band und könnte in jeder Thrash-Metal-Band spielen. Mit seinem Engagement steckt er den Rest der Truppe förmlich an, so dass auch Phil Lazon beim Doppelpack 'Gypsy'/'July Morning' an seine Grenzen geht. Der ruhende Pol ist dagegen Mastermind Mick Box der ständig ein Lächeln im Gesicht hat und mit Anekdoten aus der Bandgeschichte glänzen kann. Dass Frontmann Bernie Shaw wie immer ein Energiebündel ist, muss nicht extra erwähnt werden. So werden unsterbliche Klassiker, wie 'Traveller In Time', 'Sunrise', 'Between Two Worlds', 'Come Away Melinda', 'Too Scared To Run' und natürlich 'Lady In Black' gnadenlos abgefeiert. Aber auch hier gilt, dass das Quintett mit der Songauswahl nicht alles recht machen kann. Spätestens mit den brutalen Schlussdoppelpack Free And Easy (nach Aussage von Mick der erste Heavy-Metal-Song, bei dem man eine Reihe weiblicher Fans auf die Bühne bittet) und 'Easy Living' haben die Briten noch einmal klargestellt, dass sie absolute Rock-Legenden sind. Und wenn man die Freude in ihren Gesichtern sieht, darf man sich bald auf ein Wiedersehen freuen. Der Eintrittspreis ist es wert. Albern nur, dass beim Headliner ein absolutes Fotoverbot herrscht. Bleibt zu hoffen, dass die Herren auf der Bühne alle gesund bleiben!

 

Pix: Britta Stippich

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