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TRIPTYKON

Essen, Zeche Carl

TRIPTYKON

Das Konzert von TRIPTYKON am 4. August in der Zeche Carl beschreibt man am besten als einen schönen Alptraum. Es ist düster, schwermütig, melodisch, böse – und 250 Menschen haben richtig Lust darauf.

Mit dem bekannten Intro 'Crucifixus' und den beiden starken Celtic-Frost-Eröffnungssongs 'Procreation Of The Wicked' und 'Dethroned Emperor' ist gut vorgelegt. Tom Warriors folgende Ansage lässt den kleinen Raum aber noch intimer erscheinen. Er begrüßt das Publikum mit den Worten: „Hallo Freunde“ und sichert sich schon damit die Zuneigung des Publikums, das ansonsten – gemäß der Black-Metal-Attitüde – eher Beleidigungen entgegen geschleudert bekommt oder weihrauchschwangere Rituale gewohnt ist. Warrior bezeichnet die Show aber weder als Ritual noch als Konzert. Er sagt: „Willkommen zu unserer kleinen Bandprobe. Ich möchte nicht schleimen, ich spiele hier tausendmal lieber als in Wacken (wo die Band zwei Tage später auftritt - jg). Eigentlich möchte ich auch keine Namen nennen, aber zu Bands wie Sabaton oder Blind Guardian passen wir einfach nicht.“ Nach dieser Aussage hätten ihm die Zuschauer wahrscheinlich alles verziehen, müssen sie aber gar nicht. TRIPTYKON spielen ein starkes Set aus älteren und aktuellen Songs, das seine Wirkung nicht verfehlt. Warrior ist hinter dem umgedrehten Kreuz, das am Mikroständer montiert ist, visuell zwar nur zu erahnen, stimmlich aber dringt er unter die Haut. Er singt und growlt ausdrucksstark, abgrundtief, brachial und melancholisch. In der Plattenbesprechung zum Album „Eparistera Daimones“ wurde er in Rock Hard Vol. 275 als „Boss des Bösen“ bezeichnet. Diesen Titel macht er sich vollkommen zu Eigen. Von „Eparistera Daimones“ werden der großartige Song 'Goetia' und zum Abschluss das zwanzigminütige, alles überwalzende, epochale 'The Prolonging' gespielt, mit dem TRIPTYKON restlos alle in ihren Bann ziehen. Die einzige Enttäuschung ist der kurze Auftritt von Gastsängerin Simone Vollenweider. Sie soll bei den Songs 'Obscured' und 'Boleskine House' unterstützen, was auf Platte auch sehr gut gelingt, live aber leider völlig von Bass und Gitarre in den Hintergrund gedrängt wird und auch ansonsten viel zu leise und zart daherkommt. 
Nach 75 Minuten und dem 'Winter'-Outro geht das Licht wieder an. Alles blinzelt und erwacht kollektiv aus dem schönen Alptraum und eilt noch etwas desorientiert zum Merch-Stand. TRIPTYKON sind nach wie vor eine Macht.

Setlist TRIPTYKON

Procreation (Of The Wicked)
Dethroned Emperor
The Usurper
Goetia
Obscured
Boleskine House
Circle Of The Tyrants
Morbid Tales
Aurorae
The Prolonging

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