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TOXIC HOLOCAUST, DUKATALON

Osnabrück, Bastard Club

Toxic Holocaust

Minimalismus pur. So könnte die Überschrift für den heutigen Konzertabend lauten. Zwei Bands á drei Bandmitglieder, faire 13 Euro Abendkassenpreis und nach weniger als zwei Stunden ist alles vorbei.

Aber gehen wir ins Detail: Das Package, was die kleine, aber coole Osnabrücker Location beehrt, könnte im Grunde nicht unpassender zusammengestellt sein. Was aber keineswegs negativ zu sehen ist.

DukatalonDie Klänge des Openers DUKATALON aus Israel fallen mitnichten in eine ähnliche Kategorie wie die des Old-School-Thrash-orientierten Headliners. Umso skeptischer ist meine Erwartungshaltung, ob die anwesende Meute auf ein Kontrastprogramm klarkommen wird.

Als gegen 20:30 Uhr der Startschuss fällt, wuchten die drei Jungs aus Tel Aviv für etwa 30 Minuten eine schwer groovende Sludge/Metal-Melange mit sporadisch eingestreuten Shout- und Keif-Vocals ins Publikum. Der Gesamtsound der Band lässt sich am ehesten mit Acts wie Mastodon, Omega Massif oder den Franzosen Year Of No Light vergleichen, auch wenn die Songstrukturen hier einfacher gestrickt sind. Geschwindigkeitsausflüge abseits vom Midtempo sind dabei ebenso selten wie Melodien. Trotzdem machen DUKATALON ihre Sache ausgesprochen solide und ernten vom interessiert zuschauenden Publikum achtbaren Applaus. Ansagen gibt's so gut wie keine, außer einem vom Sänger/Gitarristen beim Stimmen seiner Klampfe beiläufig gefragtem "Are you ready for Toxic Holocaust? - We're too!"

Und wie sehr jedermann bereit für TOXIC HOLOCAUST ist, wird klar, als Frontmann und Gitarrist Joel Grind (wie so oft mit schwarzem Bandana, weißer Flying V und einem uraltem Bathory-Shirt) mit seinen beiden Gefolgsleuten um 21:20 Uhr in die Show startet. Mit 'War Is Hell' vom Debüt  "Evil Never Dies" geht's sofort in die Vollen. Von einer Sekunde auf die nächste fliegen die Haare in der Menge, es wird gemosht, mit Bier gespritzt und die Fäuste gereckt. Beeindruckend, welche Energie die drei Jungs auf der Bühne mit ihrem reduzierten Old-School-Thrash mit Punk-Einschlag und latentem Black-Metal-Flair auf den Stimmbändern freisetzen. Bis auf vereinzelte schrammelige Zwischenparts und das langsam schleifende 'I Am Disease' rattert das Trio aus Portland ausschließlich mit Uffta-Vollgas vorwärts. Zeit zum Durchatmen bleibt da keine. Nach weiteren livetauglichen Knüllersongs wie 'This Brings Death', 'Nuke The Cross', 'Lord Of The Wasteland' und dem abschließenden 'Bitch' von der aktuellen Scheibe "Conjure And Command' ist nach nur 40 Minuten Schicht im Schacht. Beständige Rufe der Fans nach der Band verbleiben leider ungehört. Eigentlich eine frech kurze Spielzeit (die sogar noch jene vom Party.San Open Air am vergangenen Wochenende unterschreitet), wenn man bedenkt, dass es sowieso nur zwei Bands zu sehen gab. Angesichts der schieren Power, die TOXIC HOLOCAUST in der knappen Zeit versprüht haben, verlassen kurz nach 22 Uhr jedoch nur zufrieden strahlende Banger den Bastard Club.