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THE QUIREBOYS, THE NEW ROSES, SONS OF MORPHEUS

Köln, MTC

THE QUIREBOYS

Die englische Band THE QUIREBOYS lädt zu ihrem 30. Geburtstag ins Kölner MTC und hat als Feierunterstützung SONS OF MORPHEUS und THE NEW ROSES mitgebracht.


Die drei Schweizer von SONS OF MORPHEUS klettern auf die Bühne, angefeuert von THE QUIREBOYS-Fronter Spike, der sich für die Show zum Publikum gesellt. Und dann spielen SONS OF MORPHEUS ihr Set, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Die langjährige Bühnenerfahrung der Herren Manuel Bissig (v. & g.), Simon Gautsch (dr.) und Lukas Kurmann (b.) unter dem Rozbub-Banner spiegelt sich im souveränen Auftreten und Auftritt der Eidgenossen wider. Dass sie rocken können, beweisen sie bereits mit den ersten Songs, aber mit 'Psilocybin' ein Zehn-Minuten-Stück während eines 20-Minuten-Slots zu spielen, ist schon mutig. Gerade, weil der Track seinem Namen absolut gerecht wird: Es geht psychedelisch zu - ein Soundteppich aus Musikgeschichte, Pink Floyd-Anleihen, Jimi Hendrix-Referenzen, aber eingestaubt klingt das alles nicht. So mancher schließt verzückt die Augen, um sich treiben zu lassen. Es scheint, als hätten Morpheus' Söhne alles richtig gemacht. Ihren interessanten, frischen Mix aus alt und neu zaubern die Drei derart natürlich und selbstbewusst, dass sie mit Sicherheit einige neue Fans von sich überzeugen konnten. 


Als der Soundmann durch Stille Post endlich darauf aufmerksam wird, dass THE NEW ROSES jetzt gerne starten würden, schmettert die Band aus Wiesbaden belustigt los. Sie präsentieren ihr aktuelles Album „Without A Trace“, das bereits 2013 erschien. Natürlich haben die vier ihre Wurzeln im guten alten Rock, doch ihre Songs klingen modern, mit verschiedensten Einflüssen gespickt. Hier mal Guns N' Roses, da mal ein Bluesriff, dazu noch ein bisschen Aerosmith. Der charismatische Sänger und Gitarrist Timmy Rough (Tim Opitz) gibt einen hervorragenden Frontmann ab und interagiert immer wieder mit dem Publikum. Das wiederum zeigt sich vom bluesigen und vielseitigen Rock 'n' Roll der THE NEW ROSES begeistert. Die Songs gehen sofort ins Ohr, Tracks wie 'Whiskey Nightmare' und 'For A While' haben Hymnencharakter und Roughs Reibeisen-Stimme passt perfekt sowohl zu den softrockigen Stücken als auch zu den Hardrock-Nummern. THE NEW ROSES haben scheinbar auch ihren eigenen Fanclub dabei, denn die Zuschauer in der ersten Reihe feiern die Band derart frenetisch, dass das ohnehin schon wohlgesonnene Publikum nochmal zur Höchstform aufläuft. Gitarrist Dizzy Presley, Drummer Urban Berz und Bassist Stefan Kassner sind ein eingespieltes Team und begleiten ihren Sänger und Gitarristen Rough einwandfrei. Die Band stellt außerdem neues Material vor, das sehr vielversprechend klingt - eine Band, die man auf jeden Fall im Auge und Ohr behalten sollte.

Als schließlich THE QUIREBOYS aus England die Bühne betreten, ist das MTC gut gefüllt. Mit dem Reißer 'Troublemaker' beginnen sie ihren Set und haben das Publikum gleich im Sack. Vor genau 30 Jahren gründete Jonathan 'Spike' Gray die Band, es gab Auftritte beim Reading Festival, einen Supportslot bei der "Use Your Illusion"-Tour von Guns N' Roses, doch dann konnten sich THE QUIREBOYS gegen die aufkommende Grungewelle nicht mehr durchsetzen. Nun sind sie allerdings mit dem Album „Black Eyed Sons“ im Gepäck wieder unterwegs, um das 30. Bandjubiläum gehörig zu feiern. Die Masse der Bandanas lässt darauf schließen: Die meisten Fans, die sich die heutige Show ansehen, scheinen THE QUIREBOYS bereits zu den guten, alten Zeiten kennengelernt zu haben und singen alle Songs aus voller Brust mit. Dass Sänger Spike immer singt, als wäre er gerade aus The New Roses' 'Whiskey Nightmare' erwacht, macht einen großen Teil des THE QUIREBOYS-Charme aus. Wenn er sich zwischen den Songs ans Publikum wendet, klingt er allerdings auch, als hätte er schon einige Jägermeister intus, die er ständig erwähnt, aber hey: 'This Is Rock 'n' Roll'. Beim gleichnamigen Song werden Bierflaschen und Gläser in die Höhe gereckt, jemand schreit - zur Belustigung von Band und Publikum - auch später immer wieder 'This Is Rock 'n' Roll'. Obwohl Spikes Stimme wirklich einmalig klingt, beschleicht einen immer wieder das Gefühl, man habe die Songs schon einmal von anderen Bands gehört. Trotzdem, die Combo liefert qualitativ hochwertige Musik ab und die Fans sind begeistert. Mit den Krachern 'I Love This Dirty Town' und 'Sex Party' werden wir verabschiedet, wobei letzterer Track wieder für eine spontane Zuschauerchoreinlage sorgt. Nach 90 Minuten Rock 'n' Roll beenden THE QUIREBOYS ihre Geburtstagsfeier und entlassen ein glückliches, nostalgisches Publikum.

Setlist THE QUIREBOYS

Troublemaker (Black Eyed Son)
Too Much of a Good Thing
Misled
There She Goes Again
Roses & Rings
This Is Rock 'n' Roll
Mona Lisa Smiled
Whippin' Boy
I Don't Love You Anymore
Beautiful Curse
Tramps And Thieves
Hey You
Sweet Mary Ann
7 O'Clock
---
I Love This Dirty Town
Sex Party

 

Pics: Nina Hammelstein

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