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THE 69 EYES, THE FRIGHT

Bochum, Zeche

The 69 Eyes

Obwohl THE 69 EYES in Deutschland über eine erstaunliche Fanbasis verfügen, macht sich das Quintett aus Helsinki auf heimischen Bühnen eher rar. Doch wenn die Hobbyvampire erst einmal aus dem Schatten treten, ist die Freude unter ihren eingeschworenen Fans umso größer – der ideale Grundstein für eine erfolgreiche Messe in der Bochumer Zeche.

The FrightDer überschaubare Club ist bereits gut mit – größtenteils weiblichen – Fans gefüllt, als um Punkt acht Uhr THE FRIGHT die Bühne betreten. Die selbsternannten “Horrock'n Roller“ aus Thüringen locken schon nach wenigen Stücken eine beachtliche Horde Raucher vom Außenbereich in die Halle und wissen durchaus zu begeistern. Dass die Melange aus Horrorpunk, Sleaze und Hard Rock gut beim Publikum ankommt, ist nicht weiter verwunderlich; erst recht nicht wenn sie von dürren Männlein in knackengen Hosen dargeboten wird. Der spärliche Platz, den das Schlagzeug des Headliners auf der Bühne übrig lässt, hindert die Combo nicht daran, zu agieren wie die ganz Großen. Auf der mit Aufstellern und Backdrop häuslich eingerichteten Bühne ist die Performance allerdings auch trotz des eingeschränkten Bewegungsraums durchaus beeindruckend. Ungeklärt bleibt allein die Frage, warum sich Sänger Lon jedes Mal Wasser über den Kopf schüttet, bevor er die ganz hohen Töne raus haut, aber offensichtlich bereitet ihm der Auftritt viel Freude. Zu Fistpumping (hä? – Red.) lässt sich das gotische Publikum zwar nicht bewegen, aber Liebeslieder an die Schönheit der Nacht, Songs über Sex mit Vampiren und eine Coverversion des Danzig-Klassikers 'Mother' wirken als Wundermittel und hinterlassen nach einer Dreiviertelstunde jede Menge zufriedene Gesichter.

The 69 EyesDie anschließende Umbaupause ist so kurz, dass es nur einige Minuten dauert, bis die Zuschauer den “True Blood“-Titeltrack 'Bad Things' als Intro erkennen. Einen geeigneteren Einstieg hätten THE 69 EYES nicht wählen können. Mit dem Opener 'Love Runs Away' vom aktuellen Album “X“ beweisen sie, wer die Lederhosen an hat und warum an einem Dienstagabend all die Leute zusammengekommen sind. Unter den Gothrockern ist der 69-äugigie König und so tanzt, gurgelt und schwingt Frontmann Jyrki 69 den Mikrofonständer, dass es nicht nur den jungen Damen eine Freude ist. Allerdings lässt er sich trotz souveräner Performance beinahe von seinem trommelnden Namesvetter Jussi 69 die Show stehlen, denn solch irre Grimassen und Posen wie die des oberkörperfreien Gummimannes sieht man am Schlagzeug eher selten. Damit wertet er die Bühnenpräsenz der Band ungemein auf, denn die schwarzbebrillten Saiteninstrumentalisten rocken solide vor sich her, aber mehr auch nicht. Macht aber nix, denn dafür hat es das Songmaterial in sich. Größtenteils werden Stücke der aktuellen Langrille präsentiert, die von der Audienz dankend angenommen werden; vor allem die starke Single 'Red' und das halbakustisch dargebotene 'Borderline' erweisen sich jetzt schon als Klassiker. Doch auch altbewehre Hits wie 'Dead Girls Are Easy', 'Betty Blue' oder – natürlich - 'Gothic Girl' fehlen nicht. Nach einer guten Stunde Spielzeit verabschieden sich die Finsterfinnen allerdings schon mit ihrem Smash-Hit 'Devils'. Nach frenetischem Beifall geben sich die Fünf noch einmal die Ehre und spielen drei weitere Stücke. „We are the Vampires on your Service“ schließt Jyrki grinsend und entlässt seine Anhänger nach einem höflichen Knicks und dem obligatorischen 'Lost Boys' in die kalte Nacht. Ende eines souveränen Auftrittes, der durchaus länger hätte ausfallen dürfen.

 

Setlist The 69 Eyes

Love Runs Away
Betty Blue
Perfect Skin
I Love The Darkness In You
Gothic Girl
Tonight
I Know What You Did Last Summer
Dead Girls Are Easy
Black
Borderline
Dance D'Amour
Feel Berlin
Red
Never Say Die
Devils
------
The Chair
Brandon Lee
Lost Boys

 

Pics: Simon Albers

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