Online-MegazineFestivals & Live Reviews

HOBBS ANGEL OF DEATH, WARRANT

TAUNUS METAL FESTIVAL V

Nachdem das TAUNUS METAL FESTIVAL sich über die Jahre prächtig entwickelt hat, wollen es die Veranstalter diesmal wissen und gehen ein großes Wagnis ein. Statt das kostenlose Open Air im wunderschönen Rushmoor-Park weiterzuführen, wechselt man dieses  Jahr in die Burgwiesenhalle nach Bommersheim und verlangt Eintritt. Leider geht die Rechnung des zweitägigen Festivals nicht auf. Trotz eines hochklassigen Billings mit über 20 Bands (u.a. HOBBS' ANGEL OF DEATH, WARRANT, WARCRY, EMERALD, TYRANEX, NOCTURNAL, ATTIC, WARHAMMER) und einem Kampfpreis von nur 20 Euro ist der Besucheransturm leider recht bescheiden.

Am Freitag sind nach TYRANEX aus Schweden DEATHFIST das zweite Highlight. Bereits 2012 konnten die Truppe auf dem Rock-Hard-Festival überzeugen und tut das auch heute. Im Mittelpunkt der Truppe steht Frontlady Corinna Becker, die sich die Seele aus dem Leib brüllt und von einer tighten Band unterstützt wird. Musikalisch gibt es dazu Teutonen-Thrash, der zu begeistern vermag. Klasse Auftritt der Solinger-Koblenzer-Allianz!

REZET gehen es etwas technischer an und können ihre Megadeth-Einflüsse nicht verbergen. Macht nichts, denn Dave Mustaine und seine Mannen haben ihre besten Zeiten hinter sich, während sich die Norddeutschen prächtig entwickeln und mit einem professionellen Set überzeugen. Mit 'Dead City' von Violent Force gibt es noch ein gelungenes Cover.

Am Samstag sind ATTIC die erste große Nummer. Eindrucksvoll beweisen die Gelsenkirchener, dass sie zu den Aufsteigern des Jahres zählen. Die liebevolle atmosphärische Bühnendekoration passt perfekt zur Musik und mit Nummern wie 'Join The Coven', 'Funeral In The Woods' und 'The Headless Horseman' kann man jeden King-Diamond/Mercyful-Fate-Fan überzeugen. Der Gig stellt ein weiteres, überzeugendes Ritual der Truppe dar, die in ihren Set mit 'Dying World' ein interessantes Pentagram-Cover einbaut.
Mit FATAL EMBRACE geht es dann brachialer zur Sache. Frontmann Dirk „Heiländer“ Heiland verspricht, dass sich die Truppe den Arsch aufreißen wird und das tut sie dann auch. Alleine der gewichtige Sänger dürfte heute Abend einige Kilos raus geschwitzt haben. Mit 'Killers' von Iron Maiden bieten die Berliner zudem eine eigenwillige, aber interessante Coverversion.

WARHAMMER sind wieder recht aktiv, letztes Jahr sogar in Brasilien. Und auch heute sorgt die Death-Doom-Brigarde für gute Stimmung. Langsame und schnelle Nummern stehen in einer guten Balance und mit 'The Third Of The Storms' huldigt man seinen Idolen Hellhammer, kann aber auch mit eigenen Nummern wie 'Deathchrist' oder 'This Graveyard Earth' punkten. Während Frontmann Volker „Iron Lung“ Frerich wirklich alles gibt und bei den tropischen Temperaturen reichlich Körperflüssigkeit verliert, hat man bei Bassisten Chris Erdmann fast das Gefühl, dass ihm das Gastspiel mit dieser Truppe mehr Freude bereitet, als sein Engagement bei Attic.

Fazit: Leider war nur ein Kurzbesuch auf dem Festival möglich. Hängen bleibt vor allem der geringe Zuschauerzuspruch. Auffallend auch die tolle Organisation und das klasse Billing mit zahlreichen Leckerbissen für Thrash-Metal-Maniacs. Was sich die Veranstalter aber vorwerfen lassen müssen, ist die wirklich bescheidene Promotion für das Festival. Daran und an den unprofessionellen Ansagen sollte man arbeiten, denn es wäre wünschenswert, dass auch im nächsten Jahr eine solch hochkarätige Veranstaltung am Rande des Taunus zustande kommt.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

SEVEN THORNS + WARRANT + ALL WILL KNOW + DAMAGE SOURCE + SATANIC ASSAULT DIVISION + GOTTTOD15.04.2017Homberg OhmScheune am KämpfbergTickets

Reviews

HOBBS ANGEL OF DEATH - Heaven BledRH #356 - 2016
High Roller/Soulfood (58:48)Dass Peter Hobbs, der Kopf hinter HOBBS´ ANGEL OF D...
HOBBS ANGEL OF DEATH - Heaven BledRH #353 - 2016
Hells Headbangers (58:11)Gut Ding will anscheinend Weile haben. Stolze drei Jahr...
WARRANT - Metal BridgeRH #330 - 2014
Pure Steel/Soulfood (65:42)Nach den Shows der letzten Jahre konnte man mit einem...
WARRANT - RockaholicRH #289 - 2011
Frontiers/Soulfood (53:58) Besser geht´s nicht: Erst begeistern Lynch Mob mit ...
WARRANT - Born AgainRH #228 - 2006
(45:04) WARRANT sind kaum zu beneiden. Einerseits haben sie mit „Born Again...
WARRANT - Belly To Belly - Volume OneRH #120 - 1996
Zugegeben, der Chorus von 'Letter To A Friend' ist vom Faß und verrät die alte...
HOBBS ANGEL OF DEATH - InheritanceRH #103 - 1995
Aaarghh!!!! Daß ich das noch erleben darf! Vor mir liegt das zweite Album der v...
WARRANT - Ultra PhobicRH #95 - 1995
Wer sich das vierte WARRANT-Album 'Ultra Phobic' anhört - wovon ich grundsätzl...
WARRANT - Dog Eat DogRH #65 - 1992
WARRANT im Morrisound Studio, dem Produktionsmekka aller Todesgrunzer? Was kann ...
WARRANT - Cherry PieRH #44 - 1990
Also, ich verstehe die Welt nicht mehr! Wenn Kupfer mich sieht, dreht er sich ko...
WARRANT - Dirty Rotten Filthy Stinking RichRH #32 - 1989
WARRANT sind wieder so eine typische Band, bei der man sich als Europäer fragt,...
HOBBS ANGEL OF DEATH - House Of DeathRH #27 - 1988
Über HOBBS' ANGEL OF DEATH konntet ihr ja schon im letzten Heft etwas lesen. Di...
WARRANT - The Enforcer
Die Mini-LP der Düsseldorfer dürfte wohl jedem von euch geläufig sein. Um es ...
WARRANT - First Strike
Diese drei Jungs gehören ganz eindeutig zu der jungen deutschen Speed-Generatio...