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SACRED STEEL, SATAN, DELIRIUM TREMENS, Törr, SULPHUR AEON, HIGH SPIRITS, ROBERT PEHRSSON´S HUMBUCKER, LIZZIES, WUCAN, SEPTAGON, GRAVEYARD (ESP), VULTURE

STORM CRUSHER FESTIVAL 2017

WUCAN

Nach den vielen großen Festivals ist es umso angenehmer, den etwas kleineren ebenfalls einen Besuch abzustatten. Im Vorfeld des diesjährigen Storm Crusher Festivals tauchte jedoch die Meldung auf, dass es im nächsten Jahr nicht stattfinden wird. 1. Vorstand Matthias Gmeiner verrät jedoch, dass es nur eine einjährige Pause sein soll, um danach mit neuem Konzept und gestärktem Team 2019 wieder durchzustarten. Und so begeben wir uns in die kleine Holzhalle in dem kleinen Städtchen Püchersreuth.

Donnerstag



Die Bamberger Thrasher DELIRIUM TREMENS sind hier und heute offenbar zum letzten Mal live on stage, dem Patronengurt-behangenen Sänger Rowdy Mütze sieht man die 22 Jahre, die er mit der Band auf dem Buckel hat, kein bisschen an. Hier wird astreiner Oldschool Thrash der gradlinigsten Sorte gezockt, die Gitarrenarbeit ist super, der Sound auch, und die Menschen vor der Bühne machen den Eindruck dass ihnen diese Sorte Schwermetall eh am besten gefällt. Sehr schade, dass laut Band-Homepage das für mich erste Konzert dieser Band auch das letzte sein soll – hoffentlich nicht.

WUCAN aus Dresden haben die schwere Aufgabe, die einzige Band ihrer Musikrichtung zu sein – aber welche ist das, Krautrock, Retro-Rock, Folk- oder doch Psychedelic Rock? Schubladendenken funktioniert hier nicht, und zum Glück ist das Publikum aufgeschlossen genug, um diese vier erstklassigen Musiker abzufeiern, denn was einem hier an Spielfreude, Ideenreichtum und Souveränität geboten wird, bedeutet für mich, dass ich gerade den heimlichen Headliner des Festivals sehe. Jedem, der ein bisschen über den Tellerrand schauen kann, sei die neue Platte „Reap The Storm“, von der wir heute schon zwei Songs live hören dürfen, ans Herz gelegt.

Danach direkt die nächsten Thrasher, und TÖRR aus Tschechien, die laut Internet schon seit 40 Jahren die Konzerthallen erzittern lassen, geben dermaßen Vollgas, dass die jetzt ca. 500 Leute im Saal richtig abgehen. Ein würdiger Headliner des ersten Tages, den ich leider nicht ganz zu Ende sehen kann – das Bier schmeckt zu gut. (rf)



Freitag



GRAVEYARD aus Barcelona (!) fackeln am Freitagnachmittag ein Death-Metal-Feuerwerk ab! Die unbarmherzig-düsteren Klänge überzeugen von Beginn an. Sänger Fiar hat dabei einen Blick aufgelegt, der einem das Blut in den Adern stocken lässt. Erholungspausen sind hier nicht eingeplant und so knüppelt sich Drummer Gusi in Fitnessstudio-Manier durch die Setlist. Einziges Manko: Die Halle ist nicht wirklich dunkel zu dieser Tageszeit, und so kann sich die Stimmung, die von der Musik ausgeht, nicht gänzlich entfalten.



SACRED STEEL hingegen sind mit ihrem epischen Power Metal dann ein krasser Gegensatz. Spielen können die Jungs allemal, jedoch ist der Gesang mitunter einfach eine Nummer zu viel. Zumindest für mich. 



Die Schweden um ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER waren noch in diesem Jahr auf dem Rock Hard Festival eher enttäuschend in ihrer Darbietung. Heute präsentieren sich die Jungs jedoch in Bestform und Hits wie „Send Her My Love“ oder „Zero Emotion“ entwickeln dann ihre ganze Klasse, so dass auch die kleine Halle in Mitsingstimmung verfällt. Das Highlight – abgesehen von der Gitarrenarbeit – sind dabei ganz klar die beiden Sänger Robert Pehrsson und Joseph Toll, die absolut jeden Ton treffen. Respekt!



SATAN bieten dann zum Ende des Abends einen Heavy-Metal-Klassiker nach dem anderen. Allen voran natürlich das überragende 'Trial By Fire' bringt die Meute zum Kochen. Der etwas fragwürdige Kleidungsstil von Sänger Brian Ross verwirrt nur kurz, denn seine Gesangsleistung ist makellos. Wer in dem Alter noch so eine Stimme hat, sollte auch nicht übers Aufhören nachdenken. 



Samstag 



VULTURE betreten am Samstagnachmittag die Bühne und bedienen das Old-School-Thrash-Metal-Publikum. Die durchaus spielfreudigen Jungs aus Nordrhein-Westfalen machen dabei keine Gefangenen und spielen Highlights ihres diesjährigen Langspiel-Debüts „The Guillotine“. Sänger L. Steeler hat dabei auf jeden Fall den ein oder anderen Schrei parat, der einem das Trommelfell raussägen könnte. Der Sound ist allerdings ziemlich dünn und verwaschen. Das ist noch Luft nach oben, Jungs!



SEPTAGON spielen anschließend eine mir nicht ganz angenehme Art von Speed Metal, die mich leider nicht vom Hocker haut. Markus Becker gefällt mir bei seiner anderen Band Atlantean Kodex jedenfalls wesentlich besser, bei der er weniger hektisch, sondern getragener singt. (sh)

Inzwischen mit neuem Drummer und somit nicht mehr „all-female“, präsentieren die Madrilenen LIZZIES ein knackiges Hardrock-Set, das mit einem freundlichen „Fuck You“-Intro beginnt und sogar ein Lied namens „Rosa Maria“ der neuen Platte enthält, an der wohl gerade fleißig gewerkelt wird. Leider gibt es anfänglich massive Soundprobleme, die den Genuss schmälern könnten, wenn nicht die alles überstrahlende und mitreißend gute Laune der Sängerin und ihrer Mitstreiter wäre. Und so sind alle Fans dennoch sehr zufrieden. Ich nehme  „Speed On The Road“  wörtlich, zumindest was das Reisen angeht, und mache mich danach auf den Heimweg. (rf)

SULPHUR AEON packen dann die Cthulhu-Maschine aus und reißen wie üblich ein Loch auf, dass danach kaum mehr zu schließen ist. Wo man sie auch live sieht, bieten sie immer Qualität und vollen Einsatz, der nur durch die Lichtverhältnisse geschmälert wird. Diese Art von Death Metal versprüht eine mystisch-dramatische Atmosphäre, die vor allem durch die irrsinnig verqueren Melodien von Chef-Sechssaiter T. eingestreut werden. Mächtiger ist schwer!

Welche Worte kann man zu HIGH SPIRITS noch sagen? Wo die Jungs auftauchen, herrscht gute Laune, und so kann man selbst die Mundwinkel nicht mehr kontrollieren, wenn der charismatische Chris Black die Bühne betritt. Unglaublich, wie viel Spaß ihm die Gigs zu bereiten scheinen, und so überträgt sich das natürlich auch auf das Publikum, das freudig die Refrains begleitet, welche die Chicagoer anstimmen. Bei „Full Power“, „Another Night In The City“ und natürlich „High Spirits“ ist die Welt jedenfalls ziemlich in Ordnung.

Und so nehme ich dieses Gefühl mit aus der Halle und trete den Weg Richtung Heimat an. Vielen Dank an die sehr freundliche Storm-Crusher-Crew! Bis 2019! (sh)

 

Pics: Stefan Hackländer

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

VULTURE28.10.2017CH-BaselSommercasinoTickets
WUCAN + OKTO VULGARIS04.11.2017CH-ChurPalazzoTickets
SATAN + WARRANT + INFERNAL ASSAULT29.12.2017AndernachJuzTickets

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