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STEEL PANTHER, SLEEKSTAIN

Köln, Live Music Hall

STEEL PANTHER

Köln im Februar. Eine Horde bunt verkleideter Gestalten in Glitzer-Outfits, Zebra-Hosen, Leo-Stirnbändern und Perücken steht sich vor der Live Music Hall ungeduldig die Beine in den Bauch. Nicht allzu ungewöhnlich in der Domstadt, möchte man meinen – oder vielleicht doch, wenn man weiß, dass die rund 1200 „Jecken“ sich auf eine geballte Ladung Hair Metal freuen. Männer, haltet eure Frauen fest: STEEL PANTHER sind in der Stadt.

Bevor es den Damen im Publikum jedoch an die Wäsche geht, besorgen SLEEKSTAIN das immerhin 40-minütige Vorspiel. Das Hardrock-Quartett freut sich merklich über die ausverkaufte Halle und heizt der Meute mit einem energetischen Sound irgendwo zwischen Guns N' Roses, Skid Row und AC/DC ein. Tatsächlich haben die Franzosen jede Menge Pfeffer im Hintern – da grenzt es schon fast an ein Wunder, dass sie sich bei ihrer Show nicht gegenseitig umrennen. Wenn sie jetzt noch ein paar schiefe Töne aus Fronter Ryffs Kehle gegen ein paar eingängige Hooks der Marke 'Hard Rain' mehr eintauscht, steht dem Siegeszug der Truppe nichts mehr im Weg.

Siegreich waren STEEL PANTHER schon vor Beginn ihres Auftritts: Die Live Music Hall meldet seit geraumer Zeit „ausverkauft“ - und das, obwohl die neue Platte „All You Can Eat“ erst Ende März in den Regalen steht. Frei nach dem Motto 'Turn Out The Lights' kann die Meute es kaum erwarten, die fleischgewordene Parodie aller Hair-Metal-Klischees endlich auf der Bühne zu sehen. Um 21.15 Uhr hat das Däumchendrehen ein Ende. Glitzernder, verföhnter und – ähm – animalischer als je zuvor entert der Vierer die Bretter und bringt den Saal mit seinem Opener 'Eyes Of A Panther' binnen weniger Riffs zum Brodeln – die ersten Bierduschen des Abends nach kaum zwei Minuten inbegriffen. Der auffälligste Bühnen-Indikator für den rasant wachsenden Erfolg der Truppe: Basser Lexxi Foxx (das zweite X steht für noch mehr Sex) muss sich die Nase nicht mehr vorm pinken Handspiegel pudern, sondern macht sich voller Hingabe an seinem stattlichen Schminktisch hübsch. Wenn Sänger Michael Starr nicht gerade damit beschäftigt ist, die hohen Töne auffallend gut zu treffen, flirten er und Sechssaiter Satchel mit dem weiblichen Teil des Publikums um die Wette und ernten dafür mehrere Blicke auf entblößte Oberweiten. Wer nun denkt, dass sich bei STEEL PANTHER alles nur um Sex dreht, dem sei gesagt, dass die Amis sehr auf die verbale Kommunikation mit ihren Fans bedacht sind. So haben Michael und Satchel sogar brav deutsche Vokabeln gepaukt, die sich allerdings rein zufällig allesamt um das Thema – ja richtig – Sex drehen. Innerhalb weniger Minuten weiß die Menge, dass der Sänger seinen ersten Dreier mit zarten neun Jahren hatte und weder bei Pizza noch primären weiblichen Geschlechtsorganen nein sagen kann, während Satchel mit Vorliebe die Mutter seines Frontmanns beglückt. Selbst Schuld, wer entrüstet den Kopf schüttelt, die Stahlpanther wirklich ernst nimmt und ihr Palaver als das verkennt, was es zweifellos ist: Eine augenzwinkernde, liebevoll ausgearbeitete Persiflage der Szene. Tun heute Abend aber ohnehin die Wenigsten, und halten sich lieber an das Motto des neuen Songs 'Party Like Tomorrow Is The End Of The World'. Ein Fehler wäre es allerdings, die spielerischen Fähigkeiten der Spaß-Sleazer ebenfalls als harmlose Parodie abzutun, denn die Töne sitzen bei der Truppe fast immer perfekt. Bester Beweis: Satchels versiertes Gitarrensolo nach 'Let Me Cum In'. Als humoriger Ausgleich folgt kurze Zeit später Lexxis fliegendes Hair-Solo. Mit 'Glory Hole' und 'The Burden Of Being Wonderful' gibt es zwei weitere Songs vom kommenden Langspieler, bevor die Band eine Horde hübscher Mädels auf die Bühne bittet, die den Musikern und dem männlichen Publikum zur bildhaften Untermalung der Nummern 'Gold Diggin' Whore', 'It Won't Suck Itself' und 'Death To All But Metal' einheizt. Spätestens jetzt wissen auch alle, dass STEEL PANTHER die zuvor bei Facebook erfragte deutsche Übersetzung des Satzes „Show your tits“ beinahe akzentfrei, und überdies von Erfolg gekrönt, an die Frau bringen können. Gänsehautmoment des Abends: Die von Starr angesungene und vom Publikum unisono fortgesetzte erste Zugabe 'Community Property'. Doch so viel Stehvermögen die Combo auch beweist: Nach gut 90 Minuten und der von der Menge lauthals geforderten letzten Zugabe 'Party All Day' ist die Orgie zu Ende, und 1200 Glam-Metaller gehen hochbefriedigt ihrer Wege.



SETLIST STEEL PANTHER:

Eyes Of A Panther
Tomorrow Night
Asian Hooker
Just Like Tiger Woods
Party Like Tomorrow Is The End Of The World
Let Me Cum In + Gitarrensolo
Turn Out The Lights
Glory Hole
The Burden Of Being Wonderful
Gold Digging Whore
It Won't Suck Itself
Death To All But Metal
+++
Community Property
17 Girls In A Row
Party All Day

 

Pics: Alexandra Michels

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