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STATUS QUO, THE HOOTERS

Limburg, Stadthalle

Das sich dem Ende neigende Jahr war ein gutes für STATUS QUO: Erst der medienträchtige Auftritt bei „Wetten, dass..?“ im Sommer, dann mit „Quid Pro Quo“ ein hochklassiges neues Album mit guter Chartpositionierung, danach die lesenswerte Biographie der Herren Rossi und Parfitt und nun zum Abschluss eine umfangreiche, gut besuchte Deutschlandrundreise.

Im Vorprogramm hat man mit THE HOOTERS eine eigentlich Rock-Hard-unkompartible Truppe. Wer aber über den Tellerrand schaut, bekommt einen überzeugenden Auftritt der sympathischen Amerikaner geboten. Dieser lebt vor allem von der Spielfreude und den vielen Single-Hits aus den Achtzigern. Dem größten Teil des Publikums gefällt der Folk Rock aus Philadelphia zumindest.

Punkt 21 Uhr beginnt dann das Wippen des rechten (oder wahlweise linken) Fußes, welches erst nach 95 Minuten ein Ende finden wird. Absolut fit präsentieren sich STATUS QUO und nachdem die fünf Engländer den Rhythmus gefunden haben, lässt einen dieser nicht mehr los. Zwar kann man über die Setlist streiten, mit dem unsäglichen 'In The Army Now' muss man aber leider leben. Ansonsten hat man mit 'Caroline', 'Down Down', 'Roll Over Lay Down', 'Whatever You Want' und 'Rockin` All Over The World' einige „Pflichtnummern“ im Programm und bietet zudem ein Medley (anderer Hits) und einige Covers. Schade nur, dass 'What You`re Proposing' nur im Medley verbraten wird. Ansonsten überrascht, dass – außer vom neuen Album – von keiner anderen Veröffentlichung mehr als eine Nummer gespielt wird. Apropos neues Album: Zur großen Überraschung können alle drei neuen Nummern ('Rock`n´Roll`n`You', 'Two Way Traffic' und 'Let´s Rock') problemlos mit den Klassikern mithalten. Genau das spricht für die Band, die weit mehr als eine Retrotruppe ist, die von ihren alten Klassikern lebt. In Sachen Bühnenaufbau gibt es die gewohnten weißen Marshallboxen und eine große LCD-Anzeige, die allerdings nur bei 'Rockin` All Over The World' gelungen zum Einsatz kommt. Egal, der Auftritt lebt in erster Linie von der Bühnenaction der Herren Rossi und Parfitt. Genial, wenn die beiden gemeinsam solieren, noch besser wenn Keyboarder Andrew Bown bei einigen Nummern mit der dritten Gitarre ankommt und Höhepunkt ist letztlich, wenn auch Bassist John „Rhino“ Edwards auf die Gitarre wechselt und man bei 'Gerdundula' zu viert rockt.

So kann man es einfach nicht genug hervorheben, dass sich die Herren in blendender körperlicher Verfassung präsentieren und eine Spiellaune an den Tag legen, wie man sie selten zu sehen bekommt. Dass zudem der Sound perfekt ist, rundet den feinen Abend ab. Nervig nur die Dame hinter mir, die mich anspricht, ob ich nicht weniger meinen Kopf schütteln und ruhiger stehen könnte. Während sie künftig besser in die Oper gehen sollte, gilt für alle, die den Briten wegen der drei Akkorde Monotonie vorwerfen, dass sie hier Fehl am Platz sind und besser bei Dream Theater oder Porcupine Tree aufgehoben sind.

Fazit: Eine gelungener Abend, der eindrucksvoll beweist, dass die Herren von der Insel noch lange nicht zum alten Eisen zählen. Ein Segen, dass die „End Of The Road“- Tour 1984 nicht wirklich eine Abschiedstour war. Diese darf ruhig noch ein paar Jahre aufgeschoben werden.

Noch was: Wer sich auf dem Heimweg noch fragt, warum so selten Konzerte in Limburg stattfinden, der kann geholfen werden: Sicherlich liegt es am unfähigen lokalen Veranstalter und dem schlechten Hallenmanagement. Nicht nur, dass das Ticketing eine Katastrophe ist, auch die unerträgliche Hitze in der Halle wäre nicht nötig gewesen.

 

SETLIST STATUS QUO

Caroline
Something `bout You Baby
Rain
Rock`n´Roll`n`You
Mean Girl
Softer Ride
The Beginning Of The End
Two Way Traffic
Medley: What You`re Proposing/Down The Dustpipe/Little Lady/Red Sky/Dear John
Big Fat Mama
The Oriental
Creepin` Up On You
Let´s Rock
Gerdundula
In The Army Now
Drum Solo/The Killer
Roll Over Lay Down
Down Down
Whatever You Want
Rockin` All Over The World
+++++++++++++++
Rock`n` Roll Music/Bye Bye Johnny

 

Pics: Britta Stippich

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