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STATUS QUO, URIAH HEEP, DRDW

Frankfurt, Jahrhunderthalle

STATUS QUO

Time to say goodbye! Nun ist es soweit: STATUS QUO gehen ihre elektrische Abschiedstour an und die fällt nach den Herzproblemen von Rick Parfitt natürlich nicht so wie geplant aus. Ersatzmann ist der irische Gitarrist Richie Malone, der seine Rolle unspektakulär, aber souverän ausfüllt und sich dabei dezent im Hintergrund aufhält. So steht Francis Rossi als letztes verbleibendes Urmitglied der Truppe noch mehr im Mittelpunkt, erhält aber von Bassist John „Rhino“ Edwards, der mehr Vocals als bisher übernimmt und Multi-Instrumentalist Andy Bown (ältestes Bandmitglied, Keyboards, Mundharmonika und Gitarre) klasse Unterstützung. Klar, dass der Blondschopf fehlt, aber die Abschiedsshow der Briten macht auch so Spaß.


Opener 'Caroline' rockt gleich mächtig, und was folgt, ist eine gelungene Zeitreise durch die lange Karriere der Truppe. Und die findet ihren Ausdruck in einer gelungenen Setlist - in der letztmalig dann auch das unsägliche 'In The Army Now' auftaucht - die zwar wenige Überraschungen bietet, aber viel Wünschenswertes enthält. Wenn die Band als Hauptgrund für den Rückzug die kräfteraubende Bühnenshow nennt, wundert das ein wenig, denn davon, dass man auf dem Zahnfleisch geht, merkt man nichts. Im Gegenteil: Locker, leicht und rockig demonstriert man ein letztes Mal in Frankfurt, warum man zu den ganz großen des Classic Rock zählt. Francis Rossi sorgt wie immer für unterhaltsame Anekdoten, ist gut bei Stimme und die Blue Jeans sitzt noch immer. Vor 30 Jahren hatte die Truppe schon mal eine Abschiedstour absolviert, diese ist aber wohl die definitiv letzte. Verabschieden tut man sich nach über 100 Minuten mit zwei Chuck-Berry-Nummern (auch STATUS QUO haben Wurzeln). Was bleibt, sind Erinnerungen für alle Anwesenden, die die Halle dann auch wehmütig verlassen. Danke, für zahllose Klassiker und beeindruckende Konzerte! Bei keiner anderen Band ließ sich so gut „mitwippen“. Mal sehen, ob es bei den künftigen akustischen Shows auch klappt…

Eröffnet wird der Abend mit DRDW (Da Rocker & Da Waitler), einem Duo bestehend aus einem Gitarristen und Akkordeonspieler (unterstützt durch einen Drummer), die bayerische Folklore mit harten Klängen verbinden. Zünden will das mit Ausnahme des AC/CD-Covers 'Whole Lotta Rosie', welches wirklich Klasse hat, allerdings nicht.

Ganz anders „Special Guest“ URIAH HEEP. Leider haben die Veteranen nur 60 Minuten Bühnenzeit, die nutzt man allerdings auf ganz hohem Niveau und startet mit einer „Bretterversion“ von 'Gypsy'. Neben zwei starken Nummern vom aktuellen Album „Outsider“ reiht man einen Klassiker an den anderen und sorgt damit für euphorische Publikumsreaktionen. Klar, auch die Herren von Heep altern, aber das tun sie mit Stil. Die neuen Nummern zählen zu den härtesten ihrer Geschichte, und was Spielfreude anbetrifft, sind die Briten kaum zu schlagen. Mit Bernie Shaw hat man einen super-sympathischen Sänger, Basser Davey Rimmer ist mittlerweile voll integriert, Drummer Russell Gilbrook sorgt für den perfekten Punch, Phil Lanzon ist einer der ganz großen Keyboarder und der charismatische Bandleader Mick Box schlägt jeden in seinem Bann. Angesagt ist eine Stunde Gänsehaut und wer beim emotionalen Doppelpack 'July Morning'/'Lady In Black' unberührt bleibt, hat definitiv eine Funktionsstörung. Wie es sich bei den Herren gehört, folgt als Schlussnummer noch was Härteres und da geht man mit 'Easy Livin'' zu den Wurzeln des Heavy Metal und rundet damit einen Weltklasse-Set ab. Auch wenn gleich nicht noch der Headliner folgen würde, es wäre ein super Abend gewesen. Dass man sich für nächstes Jahr wieder in Frankfurt ankündigt, schürt Vorfreude und es würde nicht wundern, wenn man dann selber die Jahrhunderthalle buchen würde. Man kann also sicher sein, dass die Truppe im Gegensatz zu ihren Landsleuten noch lange nicht ans Aufhören denkt!
 
 
SETLIST URIAH HEEP

Gypsy
Look At Yourself
The Law
Sunrise
Stealin'
One Minute
July Morning
Lady In Black
Easy Livin'
 
SETLIST STATUS QUO

Caroline
The Wanderer
Something 'Bout You Baby I Like
Rain
Softer Ride
Beginning Of The End
Hold You Back
What You're Proposing/Down The Dustpipe/Wild Side Of Life/Railroad/Again And Again
Paper Plane
The Oriental
Creepin' Up On You
Gerdundula
In The Army Now
Roll Over Lay Down
Down Down
Whatever You Want
Rockin' All Over The World
+++
Burning Bridges (On And Off And On Again)
Rock And Roll Music / Bye Bye Johnny

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