Online-MegazineFestivals & Live Reviews

SLASH, MONSTER TRUCK

Köln, Palladium

SLASH

Zylinder-Rocker, Legende, Gitarrengott – solche Synonyme gibt es für Saul Hudson alias Slash wie Sand am Meer, und sein Ruf eilt dem Ex-Guns-N'-Roses-Gitarristen voraus: Schon Wochen vor seiner Show in der Domstadt meldet das Kölner Palladium: ausverkauft. 4000 Fans aller Altersklassen stehen Stunden vor dem Konzert geduldig Schlange in der Kälte und sind gespannt, ob der Saitenzauberer seinem Ruf gerecht wird.

Aufgewärmt wird die Menge von den Kanadiern MONSTER TRUCK, die 35 Minuten lang aus sämtlichen Poren Spielfreude versprühen. Mit ihrer Debüt-LP „Furiosity“ im Gepäck grooven und bluesen sich die Hardrocker in die Gehörgänge des wohlwollenden Publikums. Statt spektakulärer Showeffekte gibt es Grimassen und irre Tanzeinlagen von Gitarrist Jeremy Widerman, während Frontmann/Basser Jon Harvey seine Energie vor allem in sein kraftvolles Stimmorgan legt. Sympathisch, mitreißend, talentiert – ihren Posten als Opener haben sich die Jungs aus Ontario redlich verdient. Kein Wunder, dass der eigentliche Protagonist des Abends seine Vorhut immer wieder in den höchsten Tönen lobt.

Apropos Hauptakteur: Der entert mit seiner Band MYLES KENNEDY AND THE CONSPIRATORS um 21 Uhr die Bühne, nimmt das ausrastende Publikum mit einem fast schon verlegenen Lächeln zur Kenntnis und legt ohne großes Geschwafel mit 'You're A Lie' los. Ein Mann vieler Worte war Slash noch nie – die Ansagen überlässt der Gitarrist lieber seinem in Bestform agierenden, kreuzfidelen Frontmann Myles Kennedy, dessen Stimme live dermaßen stark und präsent ist, dass nostalgische Guns-N'-Roses-Fans vor Begeisterung kaum Zeit haben, sich in die „gute alte Zeit“ mit Axl Rose zurückzuwünschen. Animiert werden muss die Menge heute ohnehin nicht: Für einen Begeisterungssturm höheren Ausmaßes reichen schon die Anfangstöne des Folgesongs 'Nightrain' von der eben erwähnten Knarren-Band. Auch wenn Slashs Solo-Nummern, etwa der Stampfer 'Beneath The Savage Sun' oder das eingängige 'World On Fire', bei den Fans ausnahmslos gut ankommen – die wahren Reißer des Abends sind die alten Gunners-Schätzchen, von denen die Truppe wohlweislich gleich sieben (!) auf die Setlist verfrachtet hat. Eine kleine Überraschung zaubert Slash – Achtung, Flachwitz – gegen Mitte der Show aus dem Hut: Bei 'Doctor Alibi' und 'Out Ta Get Me' schnappt sich Bassist Todd Kerns das Mikro und verschafft Kennedy eine kleine Verschnaufpause. Und der Meister am Sechssaiter? Gibt sich gewohnt cool, zockt lässig im wohlbekannten „Sonnenbrille meets Zylinder“-Look seine Songs, stellt sich für den einen oder anderen Refrain ans Mikro und hüpft auch schon mal in schönster Angus-Young-Manier einbeinig über die Bühne. Star-Allüren? Fehlanzeige. Man könnte fast meinen, Slash wäre ein ganz normaler Gitarrist in einer ganz normalen Band, und nicht der Rockstar, dessen Namen vom Schüler bis zum Rentner (fast) jeder kennt. Wären da nicht die göttlich-genialen Solo-Momente, die Mr. Hudson immer wieder vom Stapel lässt, als wären sie seine leichteste Übung. Ein Alleingang bei 'Sweet Child O' Mine', der seinen Bewunderern Freudentränen in die Augen treibt? Aber gern doch! Kleine klassische Flamenco-Einlage bei 'Anastasia' gefällig? Bitte sehr! Keine Frage, der Mann kann seinem Instrument mit Flitzefingern die irrwitzigsten Klangsalven entlocken. Gern auch knapp 15 Minuten lang in Form eines Solos bei 'Rocket Queen', das das Publikum in zwei Lager aus teils ekstatischen, teils eher gelangweilten Zuschauern spaltet. Der, je nach Sichtweise, einzige Kritikpunkt des stolze zwei Stunden langen Auftritts. Zum Schluss gibt’s für die Menge als Restenergiereserven-Killer den Klassiker 'Paradise City', Konfettiregen, und ein Lob aus dem Mund des Maestros: „Ihr seid verdammt großartig!“ Ende gut, alles gut.

SETLIST SLASH

You're A Lie
Nightrain (Guns-N'-Roses-Cover)
Standing In The Sun
Avalon
Back From Cali
Wicked Stone
You Could Be Mine (Guns-N'-Roses-Cover)
Ghost
Doctor Alibi
Out Ta Get Me (Guns-N'-Roses-Cover)
30 Years To Life
Beneath The Savage Sun
Mr. Brownstone (Guns-N'-Roses-Cover)
Rocket Queen (Guns-N'-Roses-Cover)
Bent To Fly
World On Fire
Anastasia
Sweet Child O' Mine (Guns-N'-Roses-Cover)
Slither (Velvet-Revolver-Cover)
+++
Paradise City (Guns-N'-Roses-Cover)

 

Pics: Alexandra Michels

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

MONSTER TRUCK26.03.2017KölnLuxorTickets
MONSTER TRUCK29.03.2017LudwigsburgRockfabrik Tickets
MONSTER TRUCK01.04.2017BerlinColumbia TheaterTickets
MONSTER TRUCK03.04.2017MünchenTheaterfabrik Tickets
MONSTER TRUCK05.04.2017CH-LuzernSchüürTickets