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SABATON, SANITARIUS

New York City, The Gramercy Theater

SABATON

Wer denkt, dass sich die unglaubliche Karriere von SABATON nur auf Europa beschränkt, der liegt gewaltig daneben. In den USA haben die Schweden bereits als Support von Evergrey und Accept getourt - und nun ist es Zeit für eine Headlinertour durch die Staaten.

Im Vorprogramm hat man mit SANITARIUS einen lokalen Act, der stilistisch irgendwo zwischen Testament (die auch gecovert werden), den härteren Symphony X und Megadeth liegt und einen wirklich gelungen Auftritt hinlegt. Nummern wie 'Shell Shock' oder 'Eyes Of The Soul' bleiben zumindest hängen.
Dann ist es Zeit für die Überflieger aus der alten Welt. Schon beim Intro ('The Final Countdown') dreht das Publikum in dem rappelvollen Club (mit einer tollen Tribüne) total durch.

Auf gewohnt hohem Niveau bietet das Quintett einen Streifzug durch seine Diskografie und reiht dabei ohne Verschnaufpause einen Ohrwurm an den anderen. Soweit alles wie gewohnt, wären da nicht der Line-up-Wechsel und die neue, noch nicht veröffentlichte Scheibe, von der der Titelsong 'Carolus Rex' schon wie eine Bombe einschlägt. Gespannt sein durfte man im Vorfeld, ob die Rundumerneuerung der Besetzung reibungslos funktioniert. Tut sie! Zunächst fehlt der Keyboarder und so kommt einiges von der Festplatte, was gar nicht negativ auffällt, da der Keyboardsound so weniger Gewicht hat und das Material somit härter rüberkommt. Die beiden Gitarristen Chris Rörland und Thobbe Englund machen einen souveränen Job und Robban Bäck zaubert auf seiner eher spartanischen Drumset einen feinen Rhythmus. Bleiben noch die beiden Gründungsmitglieder als Kernduo: Frontmann Joakim Broden steht wie immer im Mittelpunkt und kann mit seinen Ansagen punkten (klasse ist sein Bericht über die Einreiseformalitäten am Zoll, wo er den Beamten erklärt, dass sein Arbeitgeber Nuclear Blast ist und sein Einreisegrund Swedish-Empire-Tour heißt und trotzdem problemlos einreisen kann). Bleibt noch Basser Pär Sundström, der durch das Besetzungskarussell nun etwas mehr in den Mittelpunkt rückt. Was aber heute im Vergleich zu den Deutschlandauftritten fehlt, sind die „Noch ein Bier“-Chöre und überhaupt greift der Sänger kein einziges Mal zum Bierkrug. Bei der Zugabe nimmt er sogar mal seine Sonnenbrille ab und wirft sie vor Freude ins Publikum. Ein umjubelter Headlinerauftritt in New York ist ein weiteres Highlight der Bandkarriere. Schade, dass die Spieldauer wegen Anwohnerproblemen auf 80 Minuten begrenzt ist.

Noch ein paar Tipps für New York-Reisende: Günstige Alben findet man neben der größten Heavy-Metal-Auswahl bei J&R Records unweit der Brooklyn Bridge, ansonsten lohnt ein Besuch bei Generation Records und Bleecker Bob`s, beide in Greenwich Village. Traditionalisten sei auch ein Besuch des ehemaligen CBGB in der Bowery 315 empfohlen. In den heiligen Hallen residiert zwar nun ein Modegeschäft, es sind aber Originalteile des Clubs darin enthalten. Hat wirklich Atmosphäre!

 

SETLIST SABATON

Ghost Divison
Uprising
40:1
Cliffs Of Gallipoli
Midway
The Art Of War
Into The Fire
Carolus Rex
Swedish Pagans
Attero Dominatus
The Price Of A Mile
Coat Of Arms
+++
Primo Victoria
Metal Crüe

 

Pic: Wolfram Küper

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