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ROB ZOMBIE, MARILYN MANSON

Bochum, Ruhrcongress

Manson / Zombie

Stell dir vor, das Shockrock-Doppel MARILYN MANSON/ROB ZOMBIE ist gemeinsam auf Tour, und niemand geht hin. Unvorstellbar? In der Tat – und so ist es wenig verwunderlich, dass der Bochumer Ruhrcongress mit 5.100 Besuchern an seine Kapazitätsgrenze gebracht wird. „Ausverkauft!“ prangt mit dicken Lettern auf der Website des Veranstalters.

Bevor das infernalische Duo jedoch in seine jeweiligen Shows starten kann, ist es erst einmal an der Zeit für den Opening-Act – in diesem Fall eine französische DJane mit dem schwungvollen Namen „Mignon“, die dem Publikum eine halbe Stunde Rock und Metal aus der Konserve, gepaart mit einer eigenwilligen Performance, kredenzt. Die Dame kann, obwohl sie sich redlich Mühe gibt, sich über ihren Tisch windet und sogar zu einigen Songs singt, nur die allerwenigsten Anwesenden vom Hocker hauen. Schade, denn in jeder Disco wäre die DJane vermutlich der Hingucker des Abends.

Marilyn MansonGanz anders sieht die Sache dann aus, als Marilyn Manson und seine Band zu den Klängen des Goblin-Intros 'Suspiria' die noch von einem halbtransparenten Vorhang verhüllte Bühne betreten. Auch wenn die Anwesenden auch während der kommenden Stunde weit davon entfernt sind, komplett auszurasten – was vermutlich tatsächlich am Publikum, und weniger an Mansons großartiger Show liegen dürfte – sieht man ihnen doch zumindest an, dass sie ihren Spaß haben. MARILYN MANSON legen sich derweil richtig ins Zeug und präsentieren dem Ruhrcongress bei beinahe jedem Song ein neues Bühnenbild, feuern Konfettikanonen ('mOBSCENCE', 'Rock Is Dead') und Kunstschnee ('Coma White') ins Publikum, und lassen auch ansonsten recht wenig anbrennen. Lediglich Mansons Stimme klingt deutlich anders, als man es von Platte gewöhnt ist, was der durchweg guten Show aber keinen Abbruch tut.

Rob ZombieVor ROB ZOMBIE dann ein kurzer Augenblick des Erstaunens: Während der (zugegebenermaßen sehr langwierigen) Umbaupause scheint sich die Halle deutlich zu leeren. Pünktlich zu Beginn der Headlinershow sind die meisten Gäste allerdings wieder zurück, und bereiten Rob und seinen Mannen einen würdigen Empfang. Das Bühnenbild ist zwar viel statischer, dabei aber kaum weniger spektakulär als das des Co-Headliners: Die Bühne wird von riesigen Leinwänden geziert, zusätzlich kommen diverse Pyroeffekte und klassische Showelemente wie Ballons und wandelnde Monsterfiguren zum Einsatz. Insgesamt erinnert der Auftritt sehr an Shows von Alice Cooper – was durch die Tatsache, dass Zombie & Co. mit 'School’s Out' einen waschechten Cooper-Klassiker im Gepäck haben, natürlich noch verstärkt wird. Einziger Wermutstropfen: Auch hier ist nach knappen 70 Minuten Schluss. Aber hey, besser kurz und knackig, als lang und langweilig, oder?

 

SETLIST MARILYN MANSON

Hey, Cruel World...
Disposable Teens
The Love Song
No Reflection
mOBSCENE
The Dope Show
Slo-Mo-Tion
Rock Is Dead
Personal Jesus
Sweet Dreams (Are Made of This)
Coma White
King Kill 33°
Antichrist Superstar
----------
The Beautiful People


SETLIST ROB ZOMBIE

Jesus Frankenstein
Superbeast
Meet the Creeper
Living Dead Girl
More Human Than Human
Theme for An Angry Red Planet
Mars Needs Women
Never Gonna Stop (The Red, Red Kroovy)
Sick Bubble-Gum
Scum of the Earth
Pussy Liquor
Thunder Kiss '65
School's Out
---------
Dragula

Pics: Jens Peters

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