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PUSSY SISSTER, SYZZY ROXX

Witten, Hapa Haole

Freitagabend, Anfang März: Einer der ersten wärmeren Tage des Jahres. Was liegt an einem lauen Frühjahrsabend näher als der Besuch in einer hawaiianischen Tiki-Bar? Blöd nur, dass Hawaii eine halbe Weltreise entfernt liegt.

Ähnliches dachten sich vermutlich auch die Betreiber des Hapa Haole im benachbarten Witten – und wenn der Prophet nicht zum Berg gelangen kann, muss sich eben der Berg zum Propheten aufmachen. Das Hapa Haole an der Stadtgrenze zwischen Witten und Bochum ist eine waschechte Tiki-Bar mit allem, was dazu gehört: Bastmatten, hawaiianischen Masken, schummriger Atmosphäre, Cocktails und Burgern. Sonst eher bekannt für klassische Rock’n’Roll- und Rockabilly-Konzerte, stehen heute Abend im Rahmen der RUHRCITY POSERNIGHTS Deutschlands Vorzeige-Poser PUSSY SISSTER auf dem Programm.

Unterstützt werden die VOX-Auswanderer-Schwestern von einer weniger bekannten deutschen Glam-Kapelle: SYZZY ROXX. Deren Sänger ist heute Abend überhaupt nicht gut zurecht, da er bereits seit ein paar Tagen von einer fiesen Erkältung geplagt wird. Dennoch wollte man sich das Vergnügen nicht nehmen lassen, vor den schätzungsweise 80 Gästen im Vorprogramm aufzuspielen, und ersetzt den frustriert von der Bühne entschwindenden Frontmann nach etwa der Hälfte des Sets kurzerhand durch den Drummer, der den Job (inklusive cooler Coverversion von Saxons ‘Princess Of The Night‘) ordentlich hinter sich bringt. Spaß machen die Herren allemal, um allerdings tatsächlich zur selbstproklamierten „Your Girlfriend’s Favourite Band“ zu werden, braucht es dann doch etwas mehr.

Nach einer kurzen Umbaupause ist es dann Zeit für die PUSSY SISSTER. An ordentlichem Songmaterial mangelt es dank des aktuellen selbstbetitelten Albums nicht. Für die nötige Popularität der Schwestern vor allem in Teenie-Kreisen haben in den letzten Jahren verschiedene Fernsehauftritte gesorgt, und überhaupt ist man derzeit dank Touren mit D.A.D. und STEEL PANTHER omnipräsent und bestens aufeinander eingespielt. Kein Wunder also, dass man ein ganzes Stück professioneller als der Support-Act rüberkommt. Vom ersten Song an haben PUSSY SISSTER die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums – und belohnen die kreischenden Mädels, die erst vor und anschließend auf der ohnehin schon engen Bühne tanzen, mit einem Komplettdurchlauf des aktuellen Albums. Obendrauf gibt es mit ‘Vampires Of Death‘ und ‘Sleazy Things‘ noch zwei ältere Songs, bevor man sich mit einer Coverversion von Frank Sinatras ‘My Way‘ in die laue Frühlingsnacht verabschiedet. Eine gelungene Show in einer sympathischen Location, die gerne öfter mal Rock- und Metal-Konzerte ausrichten dürfte!

 

Setlist Pussy Sisster:

Today
Hold Us Down
Angel Dust
In Your Arms
Back Again
City Of Angels
Way To Nowhere
Leader Of The Gang
Melody Of Pain
Pussy Sisster
Vampires Of Death
Sleazy Things
My Way (Frank Sinatra Cover)

 

Alle Bilder von Jens Peters

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