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PROPHETS OF RAGE

Landgraaf, Pinkpop Festival

PROPHETS OF RAGE

„Wir sind eine Elite-Einheit, die aus revolutionären Musikern besteht und die sich mit lauten Marshall-Verstärkern gegen den Präsidentschaftswahl-Wahnsinn stellt“, so die markigen Worte von Tom Morello, der mit der im US-Wahl-Jahr 2016 gegründeten Supergroup PROPHETS OF RAGE Anfang letzten Jahres erstmals bei einer Protest-Veranstaltung gegen die Republikaner spielte. Verhindern konnte Morello die Trump-Wahl zwar nicht, aber so bleibt dem Sextett, das aus der Rage-Against-The-Machine-Instrumental-Fraktion Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk sowie aus Cypress-Hill-Frontmann B-Real und den Public-Enemy-Mitgliedern Chuck D (Raps) und DJ Lord besteht, genügend Zündstoff für die eigene Kreativität.

Der Band-Name (inspiriert von einem Public-Enemy-Song) ist Programm. Bei seinem Auftritt beim holländischen Pinkpop Festival (erst der dritte auf europäischem Boden) präsentiert das Sextett eine politisch aufgeladene, explosive Alternative-Rock-Show. Gleichzeitig ist das einstündige Set eine Nostalgie-Lehrstunde in Neunziger-Jahre-Crossover-Mucke, und eine Art Rage-Against-The-Machine-Comeback sowieso. Zack de la Rocha ist zwar einzigartig, aber Chuck D und vor allen Dingen der Pali-tragende B-Real präsentieren sich als bestmöglicher Ersatz und überzeugen mit ebenfalls schneidigen Vocals und scharfer Contra-Attitüde. Jeder der sieben RATM-Tracks, denen Gitarren-Hero Morello sein unverwechselbares Spiel verleiht, wird abgefeiert vom viele tausend Köpfe starken, RATM-Flaggen hissenden Publikum, und auch die Public-Enemy- bzw. Cypress-Hill-Cover kommen gut an. Passend zu den Hip-Hop-igen Klängen wabert die eine oder andere Dope-Wolke durch die Zuschauer-Reihen. Bei 'Bombtrack' hält Tom ein „Fuck Trump“-Schild hoch und erntet dafür lauten Jubel während Chuck D mit seinem Mikro eine Art Ninja-Schwertkampf simuliert. Ein weiteres Highlight der Show ist das ursprünglich vom verstorbenen Chris Cornell gesungene Audioslave-Cover 'Like A Stone', bei dem System-Of-A-Down-Frontmann Serj Tankian als Gastsänger auf die Bühne kommt. Es folgt der brandneue Prophets-Of-Rage-Song 'Unfuck The World', der sich auch gut auf dem legendären „Judgement Night“-Sampler gemacht hätte, sowie ein Gitarren-Solo von Mister Morello. Höhepunkt der Show ist aber – wie zu erwarten – der finale Rage-Against-The-Machine-Klassiker 'Killing In The Name Of', bei dem sich die Pinkpop-Crowd in einen hüpfenden, bangenden und Bier-Duschen versprühenden Pulk verwandelt.


SETLIST PROPHETS OF RAGE

Prophets Of Rage
Testify
Take The Power Back
Guerrilla Radio
How I Could Just Kill A Man
Bombtrack
Dr. Greenthumb/Can´t Truss It/Insane In The Brain/Bring The Noise/Jump Around
Sleep Now In The Fire
Like A Stone
Unfuck The World
Bulls On Parade
Killing In The Name Of