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PRAYING MANTIS, IVANHOE

Rüsselsheim, Das Rind

PRAYING MANTIS

PRAYING MANTIS absolvieren recht unerwartet ihre erste Headlinertour durch Deutschland und scheinen nach dem saustarken aktuellen Album „Legacy“ vor Selbstvertrauen nur so zu strotzen. 

Schade allerdings, dass beim Betreten der Halle gähnende Leere herrscht, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass in den sechs nächsten Tagen ebenso Y+T, UFO, W.A.S.P., Eric Martin und Michael Schenker im Rhein-Main-Gebiet unterwegs sind.

Unprofessionell angekündigt tauchen IVANHOE im Vorprogramm auf. Und statt sich auf eine zeitige Heimfahrt zu freuen, hat man die seltene Gelegenheit, die Schwaben auf der Bühne zu erleben. Dort präsentieren diese vor allem ihr brandneues Album „7 Days“ ('No Sorrow', '7 Days', 'Overrun' und 'Whipping The Flies' (war allerdings auch schon auf „Polarized“), mit dem die Truppe um Mastermind Giovanni Soulas (der gleich drei Bässe dabei hat) wieder eine gelungene Scheibe geglückt ist. Darüber hinaus bietet das Quintett einen gelungenen Streifzug durch seine umfangreiche Diskografie. Höhepunkt bildet dabei die Schlussnummer 'Lifeline', bei der die Band ihre geschätzten Trademarks gekonnt ausspielt. Letztlich ein professioneller Auftritt, der für weit mehr als Höflichkeitsapplaus sorgt und einmal mehr beweist, dass man zur deutschen Prog-Metal-Elite zählt. Nun bleibt zu hoffen, dass das Line-up eine Weile hält und man weitere Auftritte abseits der Heimat auf die Reihe kriegt. 


Angekündigt werden PRAYING MANTIS auf dem Tourplakat als „The NWOBHM-Legends In Concert“ und der Status steht den Veteranen auch zu. Glücklicherweise füllt sich der Laden nun etwas und wegen der geringen Besucherzahl kommt eine gewisse intime Stimmung auf. Dass die Briten eine klasse Liveband sind, ist klar. Aber der heutige Auftritt besitzt eine ganz besondere Magie. Zum einen hat die Band mit „Legacy“ ein formidables Album in der Hinterhand, zum anderen ist das neue Line-up mit den beiden Holländern John Cuijpers und Hans In 't Zandt (ex-Vengeance) eines der stärksten in der Bandgeschichte. Hinzukommen eine super Songauswahl, ein wunderbarer Sound, die begeisternde Spiellaune der Musiker (über 100 Minuten!) und ein Publikum, welches den Auftritt zu schätzen weiß. Im Mittelpunkt stehen neben den beiden Troy-Brüder als Urmitgliedern seit 1975 (!) nun auch der neue Sänger mit seiner Ayreon-Vergangenheit, souveränem Auftreten und beeindruckender Stimme. Begeistern können die Briten vor allem mit dem Material aus den frühen NWOBHM-Tagen wie 'Captured City', 'Panic In The Streets', 'Children Of The Earth', aber auch mit den aktuellen Nummern wie 'Fight For Your Honour' oder 'The Runner' kann man restlos überzeugen.

Fazit: Niemand trifft die Schnittstelle zwischen NWOBHM und AOR so gekonnt wie PRAYING MANTIS. Ein wirklich toller Abend, der wesentlich mehr Anwesende verdient hätte und mit dem furiosen Schlusstriple 'Children Of The Earth', 'Captured City' und dem ungeplanten 'Rise Up Again' endet.

SETLIST PRAYING MANTIS

A Cry For The New World
Fight For Your Honour
Panic In The Streets
Praying Mantis
Highway
Borderline
Better Man
Believable
Dream On
Can`t See The Angels
The Runner
Turn The Tables
Letting Go
--
Children Of The Earth
Captured City
Rise Up

 

Pic: Alex Ruffini (Promo)

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