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MAJESTY, POWERWOLF, BATTLE BEAST, ASHES OF ARES

Langen, Neue Stadthalle

POWERWOLF, Photo by Jenny Jahnel

Nachdem POWERWOLF auf zahlreichen Festivals diesen Sommer gnadenlos abgeräumt und die Charts von hinten aufgerollt haben, stehen nun die bewährten Wolfsnächte an. Und wieder hat man ein interessantes internationales Package geschnürt, welches für durchweg gut gefüllt bis ausverkauft Hallen in Europa sorgt.

Ashes Of AresDen Opener geben ASHES OF ARES, die neu formierte Gruppe mit ehemaligen Mitgliedern aus dem Lager von Iced Earth und Nevermore. Nach ihrem geglücktem Erstauftritt auf dem Rock Hard Festival gilt es jetzt die Clubs zu beackern und den guten Eindruck ihres Debütalbums zu untermauern. Dies gelingt allerdings nur beschränkt. Vor allem liegt das überraschenderweise an Frontmann Matt Barlow. Man merkt, dass er die Verantwortung für die Truppe übernimmt, was ihn irgendwie nicht so souverän wie in alten Zeiten agieren lässt. Nicht zuletzt, da er in seiner neuen Formation die Texte geschrieben hat, will er zu jeder Nummer erst einmal die Message erklären und verkrampft dabei etwas.

Dennoch tut es gut seine melancholische Stimme zu hören, mit der er heute allerdings nicht in Bestform ist. Da auch sein Bewegungsradius bescheiden ausfällt und seine Bandmitglieder wenig Ausstrahlung besitzen, bleibt der Auftritt hinter den Erwartungen zurück. Dass die Setlist ausnahmslos aus Nummer ihres eigenen Albums besteht, überrascht wenig. Zwei Klassiker aus dem Fundus der alten Bands von Matt und Freddie bzw. Van hätten der Stimmung sicherlich gut getan.

BATTLE BEASTBATTLE BEAST räumen danach gnadenlos ab. Wenn sogar Götz, trotz des überaus eingängigen Songmaterials und den dominieren Keyboards keine Berührungsängste mit den Finnen hat, dann gibt es Gründe dafür, sich von der gnadenlosen Spielfreude des Sextetts anstecken zu lassen. Mit 'Let It Roar' vom neuen Album wählt man gleich den besten Song als Einstieg in das Programm und schafft es die Stimmung für den weiten Verlauf auf hohem Niveau zu halten. Mit Neuzugang Noora Louhimo hat man einen Glücksgriff getan. Die Blondine hat nicht nur ein Wahnsinnsorgan (erinnert stellenweise an Leather Leone, aber auch Lee Aaron), sondern sorgt auch für reichlich Bühnenaction. So ist der Auftritt der Truppe ein eindrucksvoller Beweis, dass es mit ihrem „Metal für die Massen“ auf der Karriereleiter noch weiter nach oben gehen wird.

Nachdem MAJESTY endlich die Gerichtsprozesse mit dem Manowar-Management hinter sich haben, konzentrieren sie sich wieder voll auf die Musik. Mit „Thunder Rider“ hat die Truppe um den angeschlagenen Tarek „MS“ Maghary ein saustarkes Album in der Hinterhand, welches es zu promoten gilt.

Einmal mehr zeigt die Gruppe wie Manowar klingen könnten, wenn sie noch in der Lage wären, gute Nummern zu schreiben und nicht zur selbstgerechten Clownstruppe mutiert wären. Wer mit Metal-Klischees keine Probleme hat ('Metal Law', 'Metal Union', 'Heavy Metal Battlecry'), der wird bestens unterhalten. Hail to Majesty!

Für den Headliner POWERWOLF ist es nach den kürzeren Festivalauftritten mit einer Spielzeit von 80 Minuten wieder die Gelegenheit einen größeren Querschnitt der bisherigen Alben aufzubieten. Im Mittelpunkt steht natürlich Frontpriester Attila, der einige neue Sprüche auf Lager hat und gewohnt unterhaltsam durch das Programm führt. Es gleicht wirklich einem Märchen wie die transylvanisch-saarländische Formation mit ihrem sakralen Metal innerhalb von zehn Jahren den Weg nach oben geschafft hat. Und bis auf das unnötige Drumsolo bietet man einen kurzweiligen Set mit massig Ohrwürmern, einem tollen, liebevollen Bühnenaufbau und einer unbändigen Spielfreude. Man darf sich schon auf die nächsten Wolfsnächte freuen. Gefehlt hat heute nur noch, dass man beim Verlassen der Halle unweit des Frankfurter Stadtwalds in den Vollmond geblickt hätte.

 

SETLIST POWERWOLF

Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
Amen & Attack
All We Need Is Blood
Sacred & Wild
Resurrection By Erection
Coleus Sanctus
Drum Solo
Kreuzfeuer
Werwolves Of Armenia
Dead Boys Don't Cry
We Drink Your Blood
Lupos Dei
--
Raise Your Fist, Evangelist
In The Name Of God

 

Pics: Jens Peters & Jenny Jahnel

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