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PAVLOV`S DOG

Mannheim, 7er-Club

PAVLOV`S DOG

Was soll man noch schreiben, wenn man in den letzten fünf Jahren pro Jahr ein Livereview über ein überragendes PAVLOV´S DOG-Konzert geschrieben hat? Bis auf die Setlist und den Ausfall von Drummer Mike Safron in Aschaffenburg vor zwei Jahren hätte man eigentlich jedes Review duplizieren können. Deshalb heute ein anderer Ansatz: Ein Review anhand von Stichpunkten.

Club: In den letzten Jahren gab die Band ihre Auftritte in größeren Locations. Mit seiner Lage im Hafenviertel von Mannheim bietet der Club in der Industriestraße für das einzige deutsche Gastspiel der Amerikaner nicht unbedingt die Atmosphäre, die der Musik des Septetts entspricht.

Vorband: Keine, dafür kommt bis zum Showstart guter Classic-Rock aus der Konserve.

Sound: Ich habe im 7er-Club noch nie einen besseren, vor allem transparenteren Sound erlebt. Dennoch ist die Lautstärke etwas zu weit aufgedreht.

Bühne: Auf der Bühne wird es bei sieben Musikern recht eng. Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Die Musiker machen das Beste daraus. Schwierig gestalten sich aber der Abgang von der Bühne und die Rückkehr zur Zugabe.

Temperatur: Ist man hier beim Graham Bonnet-Konzert Anfang dieses Jahres fast erfroren, kommt man sich heute wie in der Sauna vor.

Schuhwerk: David in seinen legendären weißen Schnür-Cloggs, seine Frau in elastischen Plastiklatschen, Abbie Hainz in feinen High Heels, Nicolas Schlueter in Chucks, Bill Franco in Stiefeln, Rick Steiling in feinen Herrenschuhen und Mike Safron in alten Latschen.

Harmonie: Die Band steht musikalisch für perfekte Harmonie. Man merkt allerdings nicht, dass Davis und Sarah sowie Abbie und Rick und abseits der Bühne Paare sind.

Sentimentalität: Wie nur ganz wenige Bands (Savior Machine, Arch/Matheos, Rush) schaffen es PAVLOV`S DOG für ununterbrochene Gänsehaumomente zu sorgen.

Setlist: Gelungen, genaue Auflistung siehe unten. Nummern wie `Alcohol` und `Brown Eyes` können aber das Niveau der anderen Übersongs nicht ganz erreichen.

Publikum: Nicht mehr das Jüngste. Die meisten Anwesenden dürften die Band schon seit den Siebzigern kennen. Der Club ist recht gut gefüllt.

Höhepunkte: Verdammt viele! Vor allem der Zugabenblock sowie `Late November` und `Song Dance`.

Spieldauer: Knapp 130 Minuten. Ohne irgendwelche Längen.

Preis-Leistungsverhältnis: Die 30 Euro an der Abendkasse sind gerechtfertigt.

Hoffnung: Dass die Ausnahmetruppe auch im nächsten Jahr wieder auf deutschen Bühnen steht. Auch ein neues Album wäre eine feine Sache.

Gesamteindruck: Wieder einmal ein phänomenaler Auftritt, der Superlative rechtfertigt.

 

Setlist:

Preludin
Of Once And Future Kings
Breaking Ice
Late November
She Came Shining
Fast Gun
Brown Eyes
Angeline
Wrong
Standing Here With You
Trafalger
Only You
Alcohol
Gold Nuggets
She Breaks Like Morning Sky
Episode
The From Subway Sue
Angel`s Twilight Jump
Song Dance
++++++++
Julia
Valkerie