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PALLBEARER, PINKISH BLACK

Hannover, Café Glocksee

PALLBEARER

Am 16. April waren PALLBEARER im Café Glocksee Hannover zu erleben. Die Genre-Innovatoren stellten ihren Spagat zwischen Doom Metal und progressiven Klängen zur Schau, den Bassist Joseph D. Rowland als „Heavy Prog“ bezeichnet, und promoteten ihr neues Album „Heartless“. Einen mehr als würdigen Support machten PINKISH BLACK aus Texas, ein sphärisch-psychedelisch-experimentelles Doom Metal-Duo, das es in sich hat und völlig ohne Saiteninstrumente auskommt.

Wie schon bei der Show von King Dude und Drab Majesty will auch heute zunächst keine richtige Stimmung aufkommen und die Location füllt sich nur schleppend – das Osterwochenende macht sich bemerkbar. Der Altersdurchschnitt in der Glocksee ist deutlich höher als sonst, was wohl zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass viele jüngere Fans an diesem Tag bei ihren Familien sind. Nichtsdestotrotz eröffnen PINKISH BLACK den Abend nicht vor einem leeren Club. Es wäre auch eine Verschwendung, denn was die Zwei-Mann-Combo musikalisch auffährt ist wirklich beeindruckend! Völlig ohne Backing-Tracks wird nur mit Drums, Keys/Synthesizern und der duchdringenden Stimme von Frontmann Daron Beck ein Sound generiert, der sich vor keiner Fünf-Mann-Kapelle verstecken muss. Die Synths werden verzerrt und klingen teilweise wie Gitarren – ein Traum für Klangtüftler!

Nach einem recht kurzen Set der Vorband und einer längeren Pause betreten PALLBEARER die Bühne, und wie zu erwarten war, ist der Club inzwischen um einiges voller. Die Band um Frontmann Brett Campbell zeigt wenig Enthusiasmus. Es wird sich kaum Mühe gegeben, die Pausen zwischen den Songs in irgendeiner Weise harmonisch zu überbrücken, und wenig mit dem Publikum interagiert oder Emotionen gezeigt – hochgezogene Mundwinkel sucht man vergebens. Die Performances der Songs allerdings sitzen. Auch wenn PALLBEARER sicher nicht ihren allerbesten Tag und gelegentlich mit technischen Problemen zu kämpfen haben, spielen sie die größtenteils aus Songs des neuen Albums „Heartless“ bestehende Setlist fehlerfrei herunter. Das Publikum ist zufrieden und nimmt die neuen Songs, allen voran die Singles 'Thorns' und 'I Saw The End', gut an. Die paar älteren Songs, die es ins Programm von PALLBEARER geschafft haben (vier an der Zahl: 'The Ghost I Used To Be', 'Fear And Fury', 'Worlds Apart' und 'Foreigner'), werden dennoch besonders gefeiert, gerade weil sie nur so vereinzelt eingestreut werden und es sich um die Crème de la Crème ihrer Diskografie handelt. Am Ende des Abends sagt sicher niemand, dass es sich um das beste Konzert seines Lebens gehandelt habe, aber es kann sich auch keiner beschweren.


Setlist PALLBEARER:

Thorns
The Ghost I Used To Be
Fear And Fury
Dancing In Madness
I Saw The End
Worlds Apart
Lie Of Survival
Heartless
A Plea For Understanding
Foreigner