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MYSTIC PROPHECY, ALEATORY

Matrix, Bochum

Mystic Prophecy live in Bochum

MYSTIC PROPHECY sind mit ihrer neuen Scheibe „Ravenlord“ am Start und wollen diese heute den Ruhrpott-Bangern vorstellen. Mit dabei sind als lokaler Opener die Heavy-Rocker ALEATORY. Zwei Bands, zwei Sets, kein Schnickschnack – eine angenehme Abwechslung zu den regelmäßig überfüllten Touren, die so durch die Lande ziehen. Am Shirtstand ist viel los, kein Wunder, denn die Preise sind niedrig und das Angebot umfangreich.

Aleatory live in BochumBereits zu ALEATORY ist es gut voll, auch wenn sich die Fans noch nicht richtig nach vorne trauen. Der Fünfer spielt soliden Heavy Rock mit leicht rotziger Schlagseite. Das weiß musikalisch durchaus zu gefallen, auch wenn optisch gelegentlich etwas mehr los sein könnte. Sänger Jens wird von einer Erkältung geplagt und singt anfangs etwas auf Nummer sicher, lässt dann aber zu 'Bastards Are Back' und dem Running Wild-Cover 'Raise Your Fist' alle Dämme brechen. Der Applaus gibt der Truppe recht.

MYSTIC PROPHECY sind heute mit einem Ersatzschlagzeuger angereist, da MP-Drummer Tyronne Silva sich verletzt hat. Der Ersatzmann ist ein kompetenter Felldrescher, hatte aber nur eine Woche Zeit, sich das nicht ganz einfache Material der Truppe drauf zu schaffen – daher gibt es heute nur etwas mehr als eine Stunde Spielzeit, wobei 'Ravenlord' und 'Evil Empires' zweimal gespielt werden. Ansonsten liegt die Gewichtung natürlich auf dem neuen Album, von dem vor allem 'Endless Fire' überzeugen kann. Daneben kommen natürlich auch frühere Songs zum Einsatz, etwa 'We Kill! You Die!'. Das Ganze klingt durch den Ersatzschlagzeuger teilweise etwas holprig, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Vor allem die schnellen Blastbeatparts laden zum Schädel-Rotieren ein und zeigen, dass MYSTIC PROPHECY mehr mit Bands wie Iced Earth oder sogar Nevermore gemein haben als mit Helloween oder Hammerfall. Auch bei der Bühnenshow ist alles im grünen Bereich: Die Saitenfraktion rennt sich teilweise fast über den Haufen und überzeugt nebenbei noch mit tollen Backings, während Sänger Roberto einfach nur großartig singt, zwischen den Songs aber auch seine Witze über den Unfall des Drummers reißt. Eine 'Paranoid'-Coverversion und ein zweiter Durchlauf von 'Evil Empires' beenden das Konzert.

 

Pic (live): Frank Berenberg