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MOTÖRHEAD, GRAVEYARD, DUFF MCKAGAN´S LOADED

Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

„Alle Jahre wieder“ ist hier durchaus eine passende Floskel, denn dass  MOTÖRHEAD zum Jahresende nach Deutschland kommen, ist so sicher wie der Tinnitus nach dem Konzertgenuss. Und auch sonst ist alles beim Alten: Shirtpreise, die einem die Tränen in die Augen treiben und an die die Vorbands angleichen müssen, zwei stilistisch recht gut passende Vorbands und ein volles Haus.

GRAVEYARD sind mit ihrem klassischen, Siebzieger-beeinflussten Doom-Rock natürlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Obwohl die ehemalige Phillipshalle noch eher spärlich gefüllt ist, kommt das Quartett gut an. Es ist zwar gewöhnungsbedürftig, dass der Leadsänger am rechten Bühnenrand statt in der Mitte steht, aber wer Hits wie 'Hisingen Blues' im Programm hat, darf sich diese Kauzigkeit gerne erlauben.

Songs dieser Güteklasse würden auch DUFF MCKAGAN'S LOADED gut zu Gesicht stehen, denn bis auf die Prominenz des Bandleaders gibt es hier nicht besonders viel Beachtenswertes. Die Band post wild rum, schafft es aber dennoch zu keiner Sekunde, Feuer zu entfachen. Da helfen weder der Guns N' Roses-Hit 'It's So Easy' noch das Misfits-Cover 'Attitude'.

MOTÖRHEAD haben danach logischerweise leichtes Spiel. Das Trio um Monsterwarze Lemmy legt heute mit 'Bomber' und ohne das übliche „We are Motörhead, and we play Rock n'Roll“ los. Und auch in des Setlist hat sich dankenswerterweise so einiges getan. Neben den üblichen, viel gehörten Klassikern wie 'Stay Clean', 'Metropolis', 'Killed By Death' oder 'Iron Fist' kommen auch mal wieder 'Orgasmatron', 'Damage Case' oder 'I'll Be Your Sister' zum Einsatz. Dazu gibt es die beiden neuen Songs 'Get Back In Line' und 'I Know How To Die'. Das Ganze wird routiniert runter gespielt, wobei das Trio demonstriert, dass es weder Showeinlagen noch wildes Rumgepose nötig hat, um sein Publikum zu fesseln (auch wenn zumindest Phil für Bewegung auf der Bühne sorgt). Insgesamt gibt es also 90 Minuten lang das volle Rock 'n' Roll-Programm, für das MOTÖRHEAD bekannt und beliebt sind. Einer der Höhepunkte ist einmal mehr Mikey Dees Drumsolo, das diesmal in 'The One To Sing The Blues' platziert wird und technische Meisterleistungen mit Power-Dampframmen-Drumming kombiniert – immer wieder beeindruckend, kein Wunder, dass Lemmy seinen Drummer oft und gerne lobt. Zum vorletzten Song des regulären Sets, 'Killed By Death', kommt Duff Mckagan mit Gitarre und Mikro auf die Bühne – sein Anteil am Song ist allerdings primär pantomimischer Natur, zu hören ist von ihm so gut wie nichts. Im Zugabeblock kommt der 'Whorehouse Blues' zum Eimsatz, und es ist angenehm, Lemmys Stimme auch in diesem Kontext hören zu können. 'Ace Of Spades' pflügt danach die Halle komplett um, bevor Lemmy sich verabschiedet und mit 'Overkill' den Rausschmeißer ins Publikum feuert. War wie immer sehr nett mit euch.

 

SETLIST MOTÖRHEAD

Bomber
Damage Case
I Know How To Die
Stay Clean
Metropolis
Over The Top
One Night Stand
Guitar Solo
The Chase Is Better Than The Catch
Get Back In Line
I'll Be Your Sister
The One To Sing The Blues
Orgasmatron
Going To Brazil
Killed By Death
Iron Fist
----
Whorehouse Blues
Ace Of Spades
Overkill

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