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MORBID ANGEL, NECROPHOBIC, BENIGHTED, KADAVRIK, NERVECELL

Bochum, Matrix

Die interessanteste Death Metal-Tour in diesem Jahr ist die Tour von Morbid Angel. Der Eintritt ist mit 27 Euro an der Abendkasse nicht billig, steht aber in gutem Verhältnis zum Billing.

KADAVRIK sind die Verlierer des Tages: Sie wurden nicht angekündigt, müssen vor Beginn auf die Bühne und haben dementsprechend ein kleines Publikum. Auch meine Wenigkeit hört nur die letzten drei Songs der Melodeather, ist von diesen aber durchaus angetan, und auch die Publikumsreaktionen fallen wohlwollend aus.

Als Kontrast dazu sind NERVECELL bestens geeignet. Der unmelodische, technische Death Metal der Dubaier kommt schön pfundig daher und regt die Nackenmuskulatur zur Bewegung an. Respekt an Drummer Kevin Foley: Der tritt danach nochmal bei Benightet an.

BENIGHTED sind die erste Band des Abends, die ordentliche Reaktionen einfährt. Die Grinder sind allerdings ein zweischneidiges Schwert. Während auf der Bühne viel Bewegung herrscht, kommt das Songmaterial recht abwechslungslos daher und wird nur von den Grooveparts aufgelockert.

Zu NECROPHOBIC wechselt das Publikum in den ersten Reihen fast komplett, und man darf gespannt sein, wie sich das neue Gitarrengespann Fredrik Folkare und Robert Sennbäck live schlägt. Die Antwort: Ziemlich gut. Natürlich werden aus dem Stand weder die Tightness noch die Bühnenpräsenz der alten Besetzung erreicht – die Meister bleiben die Meister. Dennoch lässt die neue Besetzung auf eine positive Entwicklung hoffen. Auffallen tut heute in erster Linie Sänger Tobias Sidegård, der alkoholbedingt sehr gut drauf ist und showtechnisch teilweise etwas übertreibt. Die Setlist ist ein Genuss für Fans der neuen Alben: 'Blinded By Light' als Opener, 'Age Of Chaos' als Überraschung, 'The Nocturnal Silence' als einziger Veteran.

Rein von der Setlist machen MORBID ANGEL das genaue Gegenteil: Drei Songs gibt es vom neuen, reichlich durchwachsenen Album und beschränken die Band zumindets live auf ihre Essenz: Hochklassige Riffs, vertrackte Songaufbauten, abgefahrenes Drumming und das akzentuierte Shouting von David Vincent. 'Existo Vulgoré' und 'Nevermore' passen perfekt zu den alten Reißern, 'I Am Morbid' fällt etwas raus – positiv, einen gradlinigen Song pro Konzert können sich auch MORBID ANGEL leisten. Ansonsten liegt der Fokus des Sets auf den Frühwerken, vor allem „Convenant“, das mit sechs Songs berücksichtigt wird.
Spieltechnisch gibt es für den Auftritt nur einen Begriff: Brillant! Die Band ist tight bis zum Anschlag und bringt die Meute innerhalb kürzester Zeit zur Raserei. Es ist schon erstaunlich, wie oft diese Band Rhythmus und Tempo variieren kann, ohne den Faden zu verlieren. David ist gut gelaunt und kommuniziert viel mit dem Publikum. Dementsprechend vergehen die 90 Minuten wie im Rausch, und MORBID ANGEL zeigen sich auf der Position, die ihnen zusteht – an der absoluten Spitze des Death Metal. Und das war in dieser Eindeutigkeit nicht unbedingt zu erwarten.

 

Setlist MORBID ANGEL:

Immortal Rites
Fall From Grace
Rapture
Day Of Suffering
Blasphemy
Maze Of Torment
Existo Vulgoré
Nevermore
I Am Morbid
Angel Of Disease
Lord Of All Fevers
Where The Slime Lives
Blood On My Hand
Bil Ur-Sag
God Of Emptiness
World Of Shit (Promised Land)
Sworn To The Black
Chapel Of Ghouls

 

Setlist NECROPHOBIC:

Blinded By Light, Enlightened by Darkness
The Crossing
Revelation 666
Celebration Of The Goat
Age Of Chaos
Taste Of Black
For Those Who Stayed Satanic
The Nocturnal Silence

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