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DOOL, ME AND THAT MAN

Zürich, Komplex 457

ME AND THAT MAN

Behemoth-Fronter Nergal ist allgemein als absoluter Workaholic bekannt, doch an diesem ersten April-Wochenende hat sich Nergal besonders viel vorgenommen. Am Freitag steht mit seinem neuen Dark-Country-Projekt ME AND THAT MAN ein Auftritt der laufenden Tour in Köln an, am Samstag spielt er mit Behemoth als Headliner beim Heavy Scotland in Edinburgh und steht nun am Sonntag wieder in Zürich mit ME AND THAT MAN auf der Bühne – Respekt!


Doch zunächst eröffnen die niederländischen Senkrechtstarter DOOL etwas verfrüht den Abend und ziehen das Publikum mit 'Vantablack', dem Opener ihres Debütalbums, in den Bann. Während des Auftritts fällt vor allem auf, dass sämtliche anwesenden Gäste das Kopfnicken nicht ausschalten können. Bölzer-Fronter Okoi bangt sich inmitten der Gäste in Trance und der Funke springt vom ersten Ton an über. Die Niederländer spielen sich durch die Hits von „Here Now, There Then“ und gehen dabei mit gewohnter Intensität vor. Vor allem Frontfrau Ryanne van Dorst alias Elle Bandita überzeugt mit einer düsteren Leidenschaft, die in der Form selten zu sehen ist und äußerst überzeugend wirkt. Hier verkleidet sich niemand oder spielt etwas vor, sondern kehrt sein Inneres nach Außen und das mit fantastischer Ekstase. Das Züricher Publikum muss sich an diesem Sonntagabend jedoch mit spärlichen Ansagen begnügen – genaugenommen mit einer einzigen. In dieser wird immerhin verraten, wie die Band heißt, so dass ein „Ah“-Raunen durch das Publikum geht. Besonderen Reiz verleihen dem Auftritt die drei Gitarren (plus Bass), die durch ihre Melodiearbeit glänzen. Zusätzlich kann die Band mit Micha Haring einen großartigen Drummer in ihren Reihen schätzen. Dool werden mal ganz groß - für mich sind sie es jetzt schon!




Als ME AND THAT MAN anschließend mit der Titelmelodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“ die Bühne betreten, ist man zumindest gespannt, wie Nergal sich nach diesem anstrengenden Wochenende schlägt, denn vor allem das Umschalten von den eher brutalen Growls bei Behemoth zu cleanem Gesang an diesem Abend, dürfte den Stimmbändern einiges abverlangen. Doch wie gewohnt trotzt der Pole allen Strapazen, betritt äußerst gut gelaunt die Bühne, startet gleich mit der Ansage: „It’s Sunday: Sunday is church day…my church is black“ und begeistert mit dem gleichnamigen Opener des ersten Albums „Songs Of Love And Death“ das Publikum. Inzwischen ist das Konzert relativ gut besucht und vor allem John Porter überzeugt nicht nur mit seinem fantastischen und vielseitigen Gesang, sondern auch mit den reichlich schwarzhumoristischen Ansagen. Dass er dabei mit Abstand der Älteste auf der Bühne ist, fällt eher positiv ins Gewicht, denn mit der Mischung aus Humor und absolut düsteren Texten macht John Porter die Band umso interessanter. Karten auf den Tisch: ME AND THAT MAN erfinden hier nichts neu und fischen oft in bekannten Musikfeldern, aber machen einfach verdammt viel Spaß, was nicht zuletzt an der sehr gut gelaunten Band liegt, die sich über jeden Song freut, so dass selbst der Roadie am Bühnenrand die ganze Zeit mitfeiert. Nach einer guten Stunde folgt noch ein Akustik-Set, bei dem der Barhocker auf der Bühne nicht fehlen darf. Abschließend gibt es zwei Cover-Versionen von der Porter Band ('Refill') und den Talking Heads ('Psycho Killer'), die zwar nicht so ganz zum Restprogramm passen, aber der Band und dem Publikum eine Menge Freude bereiten und den Abend so angenehm beschließen.

 

Pics: Stefan Hackländer

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