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KVELERTAK, SKELETONWITCH

Beatpol, Dresden

KVELERTAK

KVELERTAK haben seit ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahr 2010 einen ziemlichen steilen Aufstieg hingelegt. Mit einem eingängigen und gleichzeitig eigenwilligen Mix aus Punk’n’Roll, wie ihn ihre Landsmänner von Turbonegro zelebrieren, Black Metal sowie Classic- und Hardrock-Einflüssen hat es das norwegische Sextett nicht nur ins Vorprogramm von Slayer und Mastodon geschafft, sondern sich auch als Headliner einen Namen erspielt. Auf ihrer aktuellen Tour erhalten sie Verstärkung von der U.S. Heavy-Black-Thrash-Combo SKELETONWITCH. KVELERTAK und SKELETONWITCH - ein bereits 2011 in den USA erprobtes Package, das nun gemeinsam europäische Bühnen bespielt. Der zweite Stop der Tour führt am 17. November 2016 in den Beatpol in Dresden.

Punkt 20 Uhr legen SKELETONWITCH los. Die Band präsentiert dabei drei Songs ihrer aktuellen EP „The Apothic Gloom“. Die neuen, progressiveren Tracks bringen gute Abwechslung ins Set, das sich ansonsten auf das letzte Album „Serpents Unleashed“ konzentriert, aber auch mit älteren Songs wie ‚Upon Wings of Black‘ oder ‚Beyond the Permafrost‘ aufwartet. Der Gig spiegelt die langjährige Erfahrung und die stete Live-Präsenz des Fünfers aus Athens, Ohio wider. Tight wie ein Uhrwerk und ohne zu viel Zeit für Ansagen zu verschwenden, bolzen sich SKELETONWITCH durch die 45-minütige Show. Angeführt wird die Band dabei seit Februar 2016 von Adam Clemans (Wolvhammer, ex-Veil of Maya). Der neue Mann am Mikro überzeugt dabei sowohl stimmlich als auch durch seine engagierte Bühnenpräsenz. Ähnlich wie der Saitenfraktion steht Adam dabei die Spielfreude ins Gesicht geschrieben. Der Funke will jedoch nicht wirklich auf das Publikum überspringen. Nur vereinzelt lässt Kopfnicken in den noch spärlich besetzten, ersten Reihen leise Begeisterung erahnen.

Alle Zurückhaltung ist jedoch abgelegt, als KVELERTAK die Bühne betreten. Bereits beim Opener ‚Dendrofil For Yggdrasil‘ tobt ein Moshpit durch den Saal. Und wer kann es dem hüpfenden, inbrünstig norwegische Texte intonierenden Mob verdenken? Das Sechsergespann fährt einen einzigartigen Sound, der sie nach nur wenigen Takten von anderen Bands abhebt. Tracks wie das mitreißende, hymnische ‚Mjød‘ vom selbst betitelten Debütalbum setzt sich beharrlich in den Gehörgängen fest und reißt auch Konzertgänger in den hinteren Bereich mit.
Drei Gitarren, einem stimmgewaltigen, agilen Fronter und aller Lobhudelei zum Trotz – nach reichlich der Hälfte des Sets haben mich mit KVELERTAK ein Stück weit verloren. Es gelingt der Band nicht, den kultigen Punk’n’Roll-, Black-Metal- und Hardrock-Mix über eine Zeitspanne von 90 Minuten interessant zu halten. Auch wenn die Band auf ihrem aktuellen Album „Nattesferd“ das Spektrum musikalischer Einflüsse deutlich erweitert hat, fehlt es dem Set an Differenziertheit und Abwechslung. Zu repetitiv dröhnt immer wieder der gleiche, stampfende Beat durch die Boxen. Dieser Eindruck spiegelt sich auch visuell wider: KVELERTAK haben keine Kosten und Mühen gescheut und ihren Frontmann mit einer grünleuchtenden Eulenmaske ausgestattet, die auf jeder Fetischparty neidische Blicke auf sich zöge. Und doch schleicht sich nach einigen Songs das Gefühl ein, den immer gleichen Gesten und Bewegungsabläufen zu folgen.
Von dieser Kritik bleibt das Publikum indes völlig unbeeindruckt und ist im Zugabenblock noch genauso tanz- und springwütig wie zu Beginn der Show. Allein die Technik stellt die Band zum Schluss noch einmal vor Herausforderungen: Erst gibt das Mikrofon eines sichtlich genervten Erlend Hjelvik den Geist auf, dann fällt die Gitarre von Maciek Ofstad aus. Der Sechssaiter geht aber im Gegensatz zum Frontmann ganz souverän mit dem Technikproblem um und animiert weiterhin unermüdlich das Publikum vor ihm.

Fazit: KVELERTAK lassen viele schweißgebadete, zufriedene Gesichter zurück und hatten den Beatpol von der ersten bis zur letzten Minute im Griff - soweit der Blick des neutralen Beobachters. Subjektiv gesehen, kann das norwegische Sextett allerdings nicht das gesamte Set lang überzeugen, so dass SKELETONWITCH für mich die bessere Band des Abends darstellt.



SETLIST KVELERTAK:

Dendrofil For Yggdrasil
1985
Mjød
Bronsegud
Månelyst
Berserkr
Evig Vandrar
Blodtørst
Ondskapens Galakse
Nekroskop
Svartmesse
Offernatt
Heksebrann
Bruane Brenn
Kvelertak
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Nattesferd
Utrydd dei svake



Pics: Silvio Pfeifer

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