Online-MegazineFestivals & Live Reviews

HEAVEN SHALL BURN, UNEARTH, SUFFOCATE, NEAERA

Köln, Live Music Hall

Heaven Shall Burn

Ein amtliches Package, das derzeit in unseren Breitengraden tourt, gibt es heute Abend in der prall gefüllten Live Music Hall auf die Augen und Ohren. Der Eintrittspreis liegt bei rund 23 Euro im grünen Bereich und auch die Shirtpreise sind mit 15 bis 20 Euro absolut in Ordnung; sehr löblich. Aufgrund von Verzögerungen bei der Anfahrt verpasse ich jedoch leider den Opener FOR ALL THIS BLOODSHED.

Für die ursprünglich eingeplanten RISE TO REMAIN von Bruce-Dickinson-Sproß Austin sind die Kalifornier SUFFOKATE eingesprungen, die gegen 19.15 Uhr mit ihrem Breakdown-lastigen Deathcore die Bühne entern. Dem partyhungrigen, mehrheitlich jungen Publikum gefällt's und dankt es den aktiven Jungs mit Hüpfen und Applaus. Auch wenn die Songs an sich eher Mittelmaß sind, schimmern an ein paar Ecken dezente Göteborg-Tupfer oder auch mal eine schräge Black-Metal-lastige Melodie durch, was das ansonsten etwas eintönige Material auflockert.

Bereits 45 Minuten später stürmen die NRW-Lokalmatadore NEAERA auf die Bretter. Allen voran ihr bestens gelaunter Fronter Benny, der die Menge immer wieder mit seinen Ansagen anfeuert und motivert: „Wir ham' nicht so viel Zeit zum labern, ich wünsch' mir den größten Circlepit, den man als Supportband hier haben kann!“ und vor 'Walls Instead Of Bridges' auffordert: „Ihr sollt euch nicht auf die Schnauze hauen, sondern einfach so viele vor die Bühne kommen wie's geht!“ Der Auftritt bietet Blast- und Doublebassgeballer, gezielte Riffs und Breakdowns und auch Tourgitarrist Tristan scheint sich bestens in die Band eingefunden zu haben. Zum Abschluss erklingt mit der Bolt-Thrower-artigen Walze 'Spearheading The Spawn' sogar mein persönlicher Favorit.

Als nächstes sind UNEARTH an der Reihe und bieten die mit Abstand musikalisch virtuoseste Performance. Das kongeniale Gitarrenduo Ken Susi und Buz McGrath zeigt sich wie zu erwarten von seiner besten Seite und glänzt mit coolen Melo-Death-Riffs und immer wieder eingebauten Soli und Sweepings. Unter der Leitung von Schreihals Trevor Phipps, der in zwei Refrains von Cleanvocals aus der Saitenfraktion unterstützt wird, groovt die Band sich durch ihre Highlights 'Giles', 'Zombie Autopilot' (wo beide Gitarristen das Solo gemeinsam bestreiten), 'My Will Be Done' oder das um ein Drumsolo erweiterte 'Black Hearts Now Reign'. Nach 40 Minuten ist die energiegeladene, vom tobenden Moshpit honorierte Show vorbei und Zeit zum Luftholen vor dem Headliner.

Der geht sofort in die Vollen. Mit fetter Lightshow, druckvollem Sound, straight ballernder Doublebass und propellerbangend machen HEAVEN SHALL BURN Stimmung im ganzen Saal. Weniger verspielt als ihre Vorgänger, dafür kraftvoll und trotzdem nicht unmelodisch. Die Setlist besteht wenig überraschend hauptsächlich aus Songs jüngeren Datums, was beim Publikum aber ausgezeichnet anzukommen scheint. Zu den Höhepunkten zählen das vom melancholischen 'Awoken'-Intro eingeleitete 'Endzeit', das brachiale 'Behind A Wall Of Silence' und das coole Edge-Of-Sanity-Cover 'Black Tears'. Bei 'The Disease' tobt obendrein ein zünftiger Circle-Pit. Ähnlich wie Neaeras Benny, weist HEAVEN SHALL BURN-Sänger Markus Bischoff die Leute zum Nett-sein an und auch sonst sind seine Ansagen im thüringer Dialekt im besten Sinne amüsant. Um 23Uhr ist das reguläre Set beendet. Selbstverständlich lässt man sich bei lautstarken Zugabeforderungen nicht lange bitten und legt mit 'The Weapon They Fear' und dem Rausschmeisser 'Voice Of The Voiceless' inklusive Wall of death noch einmal furios nach. Es bleibt wenig Kritik an diesem mitreißenden Konzertabend zu üben. Einzig die kurzen Spielzeiten der einzelnen Bands sollten in Zukunft etwas verlängert werden, andererseits ist die Power der Fans nach vier Auftritten dieser Intensität auch mal aufgebraucht.

 

Setlist Heaven Shall Burn:

The Omen
Counterweight
Combat
Black Tears
Sevastopol
Awoken
Endzeit
Behind A Wall Of silence
Trespassing The Shores Of Your World
Whatever It May Take
The Lie You Bleed For
The Disease
Return To Sanity
---
The Weapon They Fear
Voice Of The Voiceless

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

HEAVEN SHALL BURN + DER WEG EINER FREIHEIT + DEATHRITE29.03.2017DresdenAlter SchlachthofTickets

Reviews

HEAVEN SHALL BURN - WandererRH #353 - 2016
Century Media/Sony (52:44)Alles wie immer im Hause der Death-Metal/Modern-Metal/...
UNEARTH - Watchers Of RuleRH #330 - 2014
Century Media/Universal (35:06)2004 fabulierte Boris im Review zu „The Oncomin...
HEAVEN SHALL BURN - VetoRH #312 - 2013
Century Media/EMI (49:30) Die sauber gespielten cleanen Gitarren, mit denen „...
NEAERA - Ours Is The StormRH #310 - 2013
Metal Blade/Sony (44:33) Die Münsteraner sind schon seit langem eine Instituti...
UNEARTH - Darkness In The LightRH #290 - 2011
Metal Blade/Sony (38:56) Da ist sie wieder, die „true-metallischste“ Versio...
NEAERA - Forging The EclipseRH #282 - 2010
NEAERA setzen sich mal wieder zwischen die Stühle und fühlen sich wohl dabei. ...
HEAVEN SHALL BURN - InvictusRH #277 - 2010
Century Media/EMI (45:15) HEAVEN SHALL BURN haben das einzig Richtige getan, ...
NEAERA - Omnicide - Creation Unleashed
Metal Blade/SPV (44:24) Zusammen mit Caliban, Maroon und Heaven Shall Burn z...
UNEARTH - The MarchRH #258 - 2008
Metal Blade/SPV (37:39) So mancher Metal-Supporter der traditionellen Gangart...
HEAVEN SHALL BURN - IconoclastRH #249 - 2008
(58:17) Seinen Stil zu verfeinern und mit neuen Elementen aufzupeppen, ohne dab...
HEAVEN SHALL BURN - Deaf To Our PrayersRH #232 - 2006
(47:51) Hallo, Gavin und Baz, seid ihr das? Ach nee, doch nicht. Aber der Opene...
UNEARTH - III - In The Eyes Of FireRH #232 - 2006
(44:49) Auf dem fantastischen 2004er Vorgänger „The Oncoming Storm“ wurde ...
UNEARTH - Our Days Of Eulogy
(52:05) Alveran Records haben den gesamten Eulogy-Backkatalog der Massachusetts...
NEAERA - The Rising Tide Of Oblivion
(42:43) Der Metalcore-Overkill hat längst begonnen. Die Labels scheißen den e...
UNEARTH - The Stings Of Conscience
(40:30) Der Backkatalog der Bostoner Metalcore-Spezialisten UNEARTH ist endlich...
UNEARTH - Endless
(15:04) Nach dem durchschlagenden Erfolg des aktuellen The Oncoming Storm-Albu...
UNEARTH - The Oncoming StormRH #208 - 2004
(40:42) Ja, Metalcore ist trendy. Bands wie Killswitch Engage, Heaven Shall Bur...
HEAVEN SHALL BURN - AntigoneRH #204 - 2004
(48:51) Aaaarrrrrrrgh, was für ein Inferno!!! Der Vorgänger "Whatever It Make...
UNEARTH - Endless
(15:02) Die Mini-CD "Endless" ist das zweite Werk von UNEARTH, die unüberhörb...
HEAVEN SHALL BURN - Whatever It May Take
Ist mal wieder ein richtig schöner Hassbrocken geworden, das neue HEAVEN SHALL ...
SUFFOCATE - Lustforheaven
Nach einem Kassetten-Album vor zweieinhalb Jahren stellt „Lustforheaven“ das...
HEAVEN SHALL BURN - Asunder
'Endlich' mal wieder Death Metal-Core. Das Gemisch aus Neo-Hardcore und Todesmet...