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GOD IS AN ASTRONAUT

Zeche, Bochum

GOD IS AN ASTRONAUT

Post-Rock im Pott, die Dritte. Nachdem Maybeshewill und Pg.Lost in den vergangenen zwei Jahren tolle, kleine Gigs im Oberhausener Druckluft auf die Bühnen gebracht haben, gastiert mit den Iren GOD IS AN ASTRONAUT heute eine echte Genregröße in der Zeche Bochum. Früher gehörte ein Leinwand-Backdrop, auf dem parallel zur Musik bewegte Filmclips abliefen, zum Live-Standard. 2014 präsentiert sich das Quartett reduzierter.

Reduziert ist auch dieser Sonntagabend angelegt. Die Band ist ohne Vorbands angereist und das spärlich eintrudelnde Publikum fläzt sich entweder auf den Rang im Hintergrund, oder lehnt an Bechern nippend an den mitten im abgedunkelten Saal verteilten Stehtischen. Dazu perlt laute, aber entspannte Klavier- und Gitarrenmusik aus den Lautsprechern. Mehr als 150 Besucher sollen es den Abend über nicht werden, allerdings dreht so mancher die verlangten 23 Euro im Vorverkauf sicher zwei mal um.
Um 20Uhr begrüßt Keyboarder/Gitarrist Jamie Dean mit einem sympathischen „It's nice to be here, we are GOD IS AN ASTRONAUT“ die Gäste und der spacige Soundtrip beginnt. Die griffigen, kompakt komponierten Songs changieren genretypisch zwischen verhallten Ruhepolen und rockigen Breitwand-Momenten – Gesang kommt nur durch hintergründige Harmony-Vocals von Bandkopf Torsten Kinsella zum Einsatz.

Es ist diese schwer beschreibbare Symbiose zwischen leiser Konzentration, aus der die Saiteninstrumentalisten in den harten Parts ausbrechen, und theatralischem Mitgehen sowie Headbangen mit emotional einfach mitreißendem Stageacting. Basser Niels zockt introvertierter, Jamie ist das Gegenteil. Wenn Fotos gemacht werden, steht er posend am Bühnenrand, im nächsten Moment dreht er die Gitarre auf den Rücken, um wie beim eingängigen 'Worlds In Collision' die Keys und Knöpfe für Electro-Effekte zu bedienen. Nicht unerwähnt bleiben darf die Performance von Tour-Schlagzeuger Stephen Whelan, der mit ordentlich Power für ein Fundament sorgt, das bedächtige Teile vor der Seichtheit bewahrt und die aufbrausenden Momente umso mehr antreibt.
Zum Ende des regulären Sets trauen sich die Leute in den vorderen Reihen dezent mitzutanzen, was der energievoll-positiven Atmosphäre absolut unpeinlich zugute kommt.

Nach 'From Dust To Beyond', dem mittlerweile 'Dark Passenger' betitelten neuen Song und einem wirklich berührenden 'Fire Flies And Empty Skies' ist nach rund 90 Minuten Zeit für das übliche Abschied-Applaus-Zugabe-Prozedere. Nebenbei bemerke ich jetzt erst, warum zwischen den Songs immer so oft an den Gitarrensaiten reguliert wird. Die stimmen permanent ihre Klampfen um!
Mit der Ansage „This was a Post Rock show, now here is the Rock show“ sind die abschließenden drei Songs des Abends treffend zusammengefasst. Trotz des gleichbleibenden Stils braten die Gitarren eine Spur heftiger, zum Teil technischer und mit einer Extraschippe Stakkato-Brett plus Hall – eigentlich passend, wenn der Rausschmeißer 'Route 666' heißt. Bitte mehr von solchen Konzerten!

Setlist GOD IS AN ASTRONAUT:

Weightless
Transmissions
All Is Violent, All Is Bright
Reverse World
Echoes
Spiral Code
A Deafening Distance
The End Of The Beginning
Fragile
Calistoga
Forever Lost
Worlds In Collision
The Last March
From Dust To The Beyond
Dark Passenger
Fire Flies And Empty Skies
- - -
Red Moon Lagoon
Suicide By Star
Route 666

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GOD IS AN ASTRONAUT21.10.2017NeunkirchenNeue GeblasehalleTickets