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MOB RULES, GAMMA RAY

Bochum, Zeche

Nach dem Erfolg ihrer jetzt schon knapp eine Dekade zurückliegenden “Skeletons In The Closet”-Konzept-Tour war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Bande um Kai Hansen zur Wiederholung einlädt. Zur Erinnerung: Damals spielten GAMMA RAY ein Set, das lediglich aus vormals eher stiefmütterlich behandelten Songperlen bestand.

Heute Abend lautet das Konzept “Skeletons And Majesties“. Nach Aussage der RAYs darf man sich unter dem Motto ein gemischtes Set aus live kaum gespieltem Material (Skeletons) und Greatest Hits im neuen Gewand (Majesties) vorstellen. Die Tour umfasst zudem vorerst nur vier Daten, dient als Testlauf für eine Welttournee im Winter und wird für eine spätere DVD-Auslese mitgeschnitten. Na dann, auf ins Gefecht.

In Bochum sind als Support MOB RULES mit von der Partie, die Augen- und Ohrenzeugen zufolge auch einen ordentlichen Gig hingelegt haben sollen. Leider starteten die Herren eine halbe Stunde früher als im Vorfeld angekündigt, was in Kombination mit der Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht verhindert.

Sei’s drum, GAMMA RAY starten um kurz nach halb neun nach einer Introkombination aus ‘Welcome‘ und ‘Rising Of The Damned‘ mit ‘Anywhere In The Galaxy‘ in eine über zweistündige Show, die das Verpassen des Support-Acts mehr als wett macht. Das Bühnenbild der vier Hanseaten ist gewohnt cool, das Schlagzeug steht auf einem riesigen Podest, das auf beiden Seiten über kleine Treppen mit der Bühne verbunden ist. Neben dem Podest ragen auf beiden Seiten Backdrops mit dem Covermotiv der neuen EP in die Höhe. Zusätzlich zur ohnehin schon ordentlichen Lichtausstattung der Zeche wurden heute Abend diverse Strahler in den Treppenstufen, LED-Leisten neben den Backdrops und fette Moving-Heads an beiden Bühnenseiten aufgestellt. Der gesamten Show merkt man an, dass für die DVD-Produktion richtig aufgefahren werden soll.

Kai gibt sich während der Ansagen gewohnt locker und singt trotz gelegentlicher Kippen-Intermezzi heute auf einem Niveau, das ihm wohl nur die größten Optimisten unter den GAMMA RAY-Fans zugetraut hätten. Daniel Zimmermann und Henjo Richter spielen gewohnt tight, lediglich Dirk Schlächter wirkt heute Abend ein wenig angeschlagen. Eine gute Dreiviertelstunde später dann der absolute Knaller: Die Gestalt, die da eben mit einer weißen Mütze, einer schwarz-weißen Lederjacke und einem Zettel mit Songtext bewaffnet die Bühne betreten hat, ist tatsächlich Michael Kiske, der zusammen mit GAMMA RAY passenderweise ‘Time To Break Free‘ darbietet. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gibt es im Publikum absolut kein Halten mehr, und so ist der anschließend eingeschobene Akustik-Block, den die Band mit einer Kurzversion von TENACIOUS Ds ‘Tribute‘ einläutet, fast schon nötig, um die Menge wieder ein wenig runterkommen zu lassen. ‘Rebellion In Dreamland‘ und ‘Send Me A Sign‘ funktionieren jedenfalls auch auf Akustik-Klampfen sehr gut, und anschließend geht es mit ‘Dethrone Tyranny‘ gewohnt brachial weiter. Einige weitere Songs später ist dann wieder Kiske-Time: Unterstützt vom wohl lautesten Publikum, das die Zeche seit langem gesehen haben dürfte, singt Kai zusammen mit seinem ehemaligen Bandkollegen ‘A While In Dreamland‘ im Duett.

Wer sich damit schon auf dem Höhepunkt der heutigen Show gewähnt hat, wird eines besseren belehrt: GAMMA RAY legen mit ‘Rise‘ und ‘Brothers‘ noch einmal nach, bevor sie mit dem überlangen Epos ‘Insurrection‘ das große Finale einläuten. Pünktlich zum HELLOWEEN-Klassiker ‘Future World‘ steht Michi Kiske dann zum dritten Mal auf den Brettern. Meine Herren, was für eine Show!

 

Setlist Gamma Ray:

Welcome/Rising Of The Damned
Anywhere In The Galaxy
Men, Martians And Machines
The Spirit
Farewell
Gamma Ray
Money
Time To Break Free
-----
Rebellion In Dreamland
Send Me A Sign
-----
Dethrone Tyranny
Watcher In The Sky
Hold Your Ground
A While In Dreamland
Rise
Brothers
Insurrection
Gorgar/Future World

 

Alle Bilder von Jens Peters

 

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