Online-MegazineFestivals & Live Reviews

HARDLINE, STRYPER, WINGER, TESLA, PRETTY MAIDS, NIGHT RANGER, DANGER DANGER, RED DRAGON CARTEL

FRONTIERS ROCK FESTIVAL 2014

Mit ihrem eigenen, dreitägigen Festival hat sich das Team von Frontiers einen Herzenswunsch erfüllt und kann beim ersten Anlauf gleich mit einem beeindruckenden Billing und toller Organisation auftrumpfen. Kein Wunder, dass ein internationales Publikum den Weg in die Lombardei gefunden hat, die Halle rappelvoll ist und Freunde des melodischen Hardrocks auf ihre Kosten kommen.

Opener am ersten Tag sind die Schweden STATE OF SALAZAR, die im Herbst ihr Albumdebüt geben werden. Es folgen DALTON, die Band um den ehemaligen Treat-Drummer Mats Dahlberg, die mit ihrem Comeback einen Vorgeschmack auf ihr drittes Album geben und besonders mit 'Hey You' ordentlich punkten können.

Mit THREE LIONS stellt sich eine hochinteressante neue Truppe um Gitarrist Vinny Burns (Dare, Ten, Asia), Drummer Greg Morgan (Dare, Ten) sowie Frontmann und Bassist Nigel Bailey vor. Musikalisch liegen die Herren von der Insel gar nicht weit von ihren alten Bands entfernt, und mit der Schlussnummer 'Trouble In A Red Dress' hat man einen fetten Ohrwurm auf Lager. Kein Wunder, dass das Trio beim Publikum toll ankommt. Gut gebrüllt Löwe!

SNAKECHARMER sind mit Neil Murray und Micky Moody (beide Whitesnake), Laurie Wisefield (Wishbone Ash und Tour-Gitarrist von Tina Turner), Adam Wakeman (Ozzy Osbourne), Chris Ousey und Harry James (Thunder und Magnum) eine der wirklichen All-Star-Bands. Leider fehlt der vielbeschäftigte Drummer, aber daran liegt es bestimmt nicht, dass der Auftritt der Briten anfangs nicht so recht zünden will. Ändern tut sich das aber, als man nach 'Moody's Blues' mit 'Slow An' Easy' die erste von drei Whitesnake-Nummern spielt, bevor später das ergreifende Schlussdoppel 'Here I Go Again' und 'Fool For Your Loving' folgt. Beeindruckend, denn so gefühlsbetont bekommt David Coverdale mit seiner derzeitigen Besetzung die Klassiker bei weitem nicht mehr hin. Whitesnake-Gitarrist Reb Beach, der später auf dem Festival noch einen Auftritt mit Winger hat, sollte sich hier mal Anschauungsunterricht nehmen, wie die Nummern zu spielen sind. Einen solchen hat auf jeden Fall Frontmann Chris Ousey bei Paul Rodgers genommen, denn irgendwie wirken seine Posen stark von seinem Landsmann abgekupfert und wenig authentisch. Seine Stimme jedoch ist saustark und einer der Pluspunkte der Truppe, die heute allerdings mit der Auswahl der eigenen Nummern nicht unbedingt den besten Griff tätigt, letztlich aber doch überzeugt.

W.E.T. waren ja anfangs eher als Studioprojekt gedacht, haben aber mehr und mehr den Weg auf die Bühne gefunden, wie sie es erst kürzlich mit dem erstklassigen Livealbum „One Live – In Stockholm“ unter Beweis gestellt haben. Im Mittelpunkt der Truppe, die heute wegen anstehender Vaterfreuden ohne ihren etatmäßigen Drummer auskommen muss, steht natürlich Frontmann Jeff Scott Soto und Eclipse-Mastermind Erik Martensson (im Unleashed-Shirt!) an der Gitarre. Mit Ohrwürmern der Marke 'Walk Away', 'Rise Up', 'Still Unbroken', 'Broken Wings' oder 'Bad Boy' und einer intensiven Show räumt man gnadenlos ab. Würden da nicht noch zwei weitere starke Bands folgen, wäre das ein überzeugender Headlinerauftritt gewesen, bei dem der ganz in Weiß gekleidete Sänger sicherlich einige Liter abgeschwitzt hat.

Eigentlich waren HARDLINE nach ihrem Debüt „Double Eclipse“ 1992 und dem kurz darauf erfolgten Abgang von Neal Schon schon abgeschrieben. Toll aber, dass die Band reaktiviert wurde und letztes Jahr ein starkes drittes Album nachgelegt hat. Die mittlerweile weitgehend italienische Version mit Johnny Gioeli (Axel Rudi Pell), Josh Ramos (LSR, The Storm), Alessandro Del Vecchio (Frontiers-Songwriter), Francesco Jovino (U.D.O.) und der hübschen Bassistin Anna Portalupi spielt eine Mischung von Bandklassikern des Debüts ('Hot Cherie', 'Life's A Bitch', 'Rhythm From A Red Car') und neueren starken Nummern (u.a. 'Fever Dreams' und 'Danger Zone'). Auf der Gitarrenposition macht Josh Ramos einen erstklassigen Job und lässt den Großmeister von Journey fast vergessen, während Johnny Gioeli für die Show zuständig ist. Auffallend ist die besondere Spielfreude des Axel-Rudi-Pell-Fontmanns mit italienischen Wurzeln, der sich hier nicht einem extravaganten Gitarristen unterordnen muss, sondern ein echtes Bandfeeling erlebt und bestimmt lange Zeit nicht mehr so viel Spaß auf der Bühne gehabt haben dürfte. Ein grandioser Auftritt!

Schon als das übergroße Bandbanner von TESLA angebracht wird, macht sich Gänsehautstimmung im Publikum bemerkbar, und wie sich später herausstellt: zu Recht! Die Setlist der Amerikaner besteht aus zahlreichen Klassikern und mit 'MP3 (Too Much Technology)' sowie 'Ricochet' zwei brandneuen Nummern, die begeistert aufgenommen werden. Im Mittelpunkt des Auftritts steht natürlich Frontmann Jeff Keith, dessen Stimme immer noch brutal rauchig klingt und der sichtlich Freunde daran hat. Unzählige Male erwähnt er, wie sehr es ihm in Milan gefällt, und zeigt wie immer sein kindliches Dauergrinsen. Höhepunkt des Auftritts ist das Triple 'Love Song', 'Signs' und 'Modern Day Cowboy', welches dazu beiträgt, dass die Truppe der wahre Headliner des ersten Tages ist. Schade nur, dass mit 'Edison's Medicine' eine der Übernummern der Band im Programm fehlt. Das Shirt „Tesla - Still Kickin'Ass in 2014“ trifft dann auch als Fazit zu. Man darf sich auf den Auftritt der Truppe beim Rock Hard Festival freuen.
 
SETLIST TESLA

I Wanna Live
Hang Tough
Heaven's Trail (No Way Out)
Mama's Fool
Into The Now
MP3 (Too Much Technolgy)
Ricochet
What You Give
Love Song
Signs
Modern Day Cowboy
Little Suzie
---
Cumin' Atcha Live
 

Den zweiten Tag eröffnen ADRENALINE RUSH, und bei denen fällt zunächst deren sexy Frontfrau Tave Wanning ins Auge. Zwar kann ihre Stimme da nicht ganz mithalten, ihr Ausdrucksvermögen und ihre Körpersprache beeindrucken umso mehr. Aber auch Songs wie 'Too Hot Too Handle' vom im Herbst erscheinenden Debüt überzeugen ebenso wie die gelungene Coverversion 'Long Live Rock 'n' Roll' mit der Rainbow, bzw. Ronnie James Dio gehuldigt wird. Den Bandnamen der Sleaze-Rocker aus Schweden werden sich auf jeden Fall diejenigen merken, die der Sängerin öfters auf das Hinterteil geschaut haben, denn dort ist er strategisch geschickt aufgenäht.

MOON LAND sind eines der vielen Frontiers-Projekte, bei denen Alessandro Del Vecchio als Songwriter fungiert. Und leider merkt man der Truppe um Frontfrau Lenna Kuurmaa bei ihrem ersten Auftritt den Projektcharakter auch an. Ist die hübsche Lettin auf den Promofotos extrem gestylt, wirkt sie auf der Bühne mit ihrer schwarzen Hornbrille fast schüchtern. Probleme gibt es zudem mit ihrer Authentizität, da sie in der Pop-Vergangenheit als Sängerin der Castingband Vanilla Ninja in einem anderen Genre unterwegs war. Unabhängig davon wird die Band wohlwollend angenommen. Man darf nun auf das Debüt der Truppe, von der bisher nur der Opener 'Heaven Is To Be Close To You' vom Frontiers-Sampler bekannt ist, gespannt sein. Beste Nummer ist auf jeden Fall der letzte Titel mit dezentem Prog-Anteilen.

L.R.S. sind wohl der heißeste Newcomer im Stall von Frontiers. Auch wenn die Bandbuchstaben für die Nachnamen der Herren Tommy LaVerdi (21 Guns), Josh Ramos (Hardline) und Michael Shotton (Von Groove) stehen, sollte man Keyboarder und Strippenzieher Alessandro Del Vecchio nicht unerwähnt lassen. Gespielt werden vier Nummern des ersten Albums der Truppe und ein abschließendes Medley mit Songs aus der Vergangenheit der Musiker, nämlich von Groove, 21 Gun und The Storm. Sollten Journey eines Tages die Segel streichen, mit Hardline und eben L.R.S. haben sich zwei hervorragende Bands aus dem Frontiers-Lager in Position gebracht. Klasse, dass Tommy La Verdi wieder im Rampenlicht steht und er seine Bühnennervosität abgelegt hat. So bleibt zu hoffen, dass die Kollaboration der Musiker eine Fortsetzung findet. Was heute geboten wird, ist ganz große Klasse, die Auszeichnung „Perle des Plüsch“ ist mehr als passend!

ECLIPSE sind aus unerklärlichen Gründen eine der unterbewertetsten Bands im Genre. Unabhängig davon demonstriert man heute seine Extraklasse und trifft auf ein Publikum, welches die Truppe zu schätzen weiß. Nachdem Mastermind Erik Martensson und Magnus Henriksson schon mit W.E.T. am Vortag auf der Bühne waren, geben sie heute alles für ihr eigenes Baby und sind nach einer Spanientour bestens eingespielt. Erik ist hier nur als Sänger aktiv (bis auf Akustikgitarreneinsatz bei 'About To Break') und beweist, dass er zu den ganz großen Songwritern und Frontmännern zählt. Letztlich sind die Schweden die bewegungsfreudigste Band des Festivals und fast hätte der Bandleader sich bei seinem gewagten Sprung in den Fotograben am Ende des Sets noch eine Verletzung zugezogen. Der kurzweilige Auftritt besteht mit 'Wylde One', 'Aint Dead Yet', 'Wake Me Up', 'Battlegrounds', 'A Bitter Taste', 'Bleed & Scream', 'Under The Gun', 'S.O.S.', 'About To Break', 'Hometown Calling' und 'Breaking My Heart Again' aus Nummern, die einem nicht mehr aus den Gehörgängen wollen und dementsprechend vom Publikum gnadenlos abgefeiert werden.

Bei RED DRAGON CARTEL herrscht erst einmal ehrfurchtsvolle Atmosphäre. Jack E. Lee war lange Zeit in der Versenkung verschwunden und hat mit seiner neuen Truppe ein überzeugendes Album am Start. Anstatt dieses in erster Linie zu promoten, gibt der Gitarrenheld bei seinem ersten Auftritt mit der neuen Band in Europa eine Werkschau seines bisherigen Schaffens. Und diese startet mit 'Ultimate Sin' mit seiner Ozzy-Phase, zudem gibt es drei Nummern seiner neuen Band ('Deceived', 'Shout It Out' und 'Feeder') und vier Stücke von Badlands ('High Wire', 'Shine On', 'In A Dream' 'Sun Red Sun' und 'Rumblin' Train'). Letztere wollen aber nicht so ganz zünden, da Frontmann Darren James Smith (im klassischem Achtziger-Look) Originalsänger Ray Gillen nicht das Wasser reichen kann. Anders bei der Schlussnummer 'Bark At The Moon', bei der die Stimmung überschwappt. Jack ist den ganzen Auftritt über voll auf seine Gitarre fokussiert, sein Blick gilt fast ausschließlich seinem Griffbrett und fast hat man den Eindruck, als hätte er niemals besser gespielt. Unbändige Spielfreude nennt man wohl sein Spiel. Klasse, dass er wieder aktiv ist!

Hat jemand jemals einen schwachen Auftritt von PRETTY MAIDS gesehen? Nein, bestimmt nicht, und auch heute räumen die Dänen wieder gnadenlos ab. Auch wenn der fette Drumriser den Eindruck erweckt, dass gleich der Headliner auf die Bühne kommt. Sind die Dänen aber nicht. Dennoch spielt die Truppe als rockigster Teilnehmer des Festivals einen Headliner-würdigen Auftritt. Freundlicherweise hat man mal wieder die Setlist umgestellt, um die aktuelle Scheibe zu promoten, hat aber immer noch Zeit für Klassiker wie 'Yellow Rain', 'Rodeo', 'Please Don't Leave Me' und natürlich das unübertreffliche Abschlusstriple 'Back To Back', 'Red, Hot And Heavy' und 'Future World'. Klar, dass die Dänen, auch das Rock Hard Festival bereichern werden.

Erstmal Respekt: Die Jungs von STRYPER haben sich über die Jahre optisch erstaunlich gut gehalten. Nachdem man sich in Europa lange Zeit rar gemacht hat, starten die Gelb-Schwarzen nach dem majestätischen 'Battle Hymn Of The Republic'-Intro mit dem unsäglichen 'Sing Along Song'. Danach kriegt das Quartett aber die Kurve und bietet einen unerwartet harten und metallischen Auftritt mit einer gelungenen Mischung ihrer Hits und den überzeugenden neuen Nummern. Hinzu kommen mit 'Breaking The Law' (Judas Priest) und 'Shout It Out Loud' (Kiss) gleich zwei Fremdkompositionen, wobei letztere Nummer extrem euphorisch vom Publikum mitgesungen wird. Nachdem zuerst Shirts ins Publikum geworfen werden, folgen dann die obligatorischen Bibelwerke. Letztlich ein unerwartet starker Auftritt der Truppe von der Westküste, der mit dem Doppelschlag 'Soldiers Under Command' und 'Abyss' / 'To Hell With The Devil' sein Ende findet.

SETLIST STRYPER
Battle Hymn Of The Republic (Intro)
Sing Along Song
Loud 'N' Clear
Reach Out
Calling On You
Free
More Than A Man
Legacy
No More Hell To Pay
Marching Into Battle
Breaking The Law
Shout It Out Loud
Always There For You
All For One
Honestly
The Way
Soldiers Under Command
---
Abyss / To Hell With The Devil
 

Der letzte Festivaltag wird skandinavisch eröffnet. Erst die Schweden von CRAZY LIXX und dann ISSA aus Norwegen. Den ersten Höhepunkt setzen anschließend JEFF SCOTT SOTO und seine Solotruppe. Nachdem der Amerikaner zuletzt mit einem Queen-Tribute in Brasilien unterwegs war, steht mal wieder seine eigene Band, die bei all seinen Aktivitäten fast in den Hintergrund gerät, im Mittelpunkt. Mit der streift der Lockenkopf neben deren Ohrwürmern auch seine Veröffentlichungen mit Steel Dragon ('Stand Up') und natürlich Talisman und bringt ein fulminantes Medley bestehend aus 'Break Your Chains', 'Day By Day', 'Give Me A Sign', 'Dangerous', 'Just Between Us', 'Mysterious', 'Frozen' und 'Crazy', während andere seiner unzähligen Projekte unter den Tisch fallen. Kein Problem, denn auch das gewählte Songmaterial wird abgefeiert (Nummern wie 'Holding On' und 'Believe In Me' wurden seit langer Zeit nicht mehr gespielt) und letztlich überzieht der Amerikaner ungeplant seine Spielzeit. Höhepunkt ist die Talisman-Nummer 'I'll Be Waiting', bei der die Stimmung im Saal überkocht. Erwähnenswert ist noch der Gastauftritt von Tausendsassa Joel Hoekstra bei 'Look Inside Your Heart', bei dem er sich für seinen späteren Auftritt mit Night Ranger warm spielt.

JOHN WAITE findet mit seinen Welthits vor allem im Radio statt und da tut es gut, den Topseller mal wieder auf der Bühne zu sehen. Und da bietet der scheinbar nicht alternde Amerikaner heute eine Werkschau seines Schaffens mit Hits aus seiner Solophase, der Zeit mit den Babys ('Head First' und 'Back On My Feet Again'), Bad English ('When I See You Smile' und 'Best Of What I Got') und seinem Solomaterial verschiedener Phasen. Abschließend zeigt der Veteran bei Led Zeppelins 'Whole Lotta Love' seine stimmliche Klasse und hat sich mit dem Auftritt mal wieder gelungen in Erinnerung gerufen.

DANGER DANGER haben in den Achtzigern bestimmt mehr Zeit im Dressing Room, als im Proberaum verbracht und sind sicherlich nicht die Zielgruppe eines Rock-Hard-Lesers. Umso überraschender, dass die ehemaligen Weichspüler einen energiegeladenen und überzeugenden Auftritt bieten. Die Setlist besteht fast ausschließlich aus Nummern ihrer beiden ersten Alben sowie 'Hearts On The Highway' vom 2009er Comeback „Revolve“. Schon beim Opener 'Rock America' gibt man Vollgas und bis auf Frontmann Ted Poley, der später für eine Nummer im Publikum untertaucht, kommt man ganz ungekünstelt rüber und kann mit abgefeierten Nummern wie 'Don't Blame It On Love', 'Beat The Bullet', 'Crazy Nites' und 'Monkey Business' auch Zweifler überzeugen. Dabei erkennt man die ehemaligen Schönlinge fast nicht mehr wieder. Albern bleibt trotzdem die Schlussnummer 'Naughty Naughty'. Nach den Publikumsreaktionen darf man davon ausgehen, dass die Herren bald auch auf Frontiers ein neues Album präsentieren.

Auch WINGER hatten in den Achtzigern einen schweren Stand beim Rock Hard, konnten aber mit den letzten Alben Boden gut machen. Dumm nur, dass der Opener 'Midnight Driver Of A Love Machine' mit seinem albernen Refrain und Singalong der schwächste Song der neuen Scheibe ist. Ansonsten bieten Kip Winger (am Bass, Gesang und Keyboard) mit seiner hochkarätigen Besetzung einen gelungenen Querschnitt seines Schaffens ('Madalaine', 'Hungry', 'Pull Me Under', 'Blind Revolution Mad', 'Down Incognito', 'Rat Race', 'Deal With The Devil', 'Miles Away', 'Headed For A Heartbreak', 'Can't Get Enuff', 'Easy Come Easy Go', 'You Are The Saint, I Am The Sinner' und 'Seventeen') und hat dabei mit Reb Beach an der Gitarre einen erstklassigen Sidekick. Letzterer hat sichtlich Spielfreunde und kann sich hier wesentlich mehr als bei Whitesnake einbringen. Dennoch kann der Auftritt nicht so wirklich überzeugen, da einigen der Nummern einfach die Substanz fehlt.

Unangefochtener Headliner des letzten Tages sind anschließend NIGHT RANGER bei einem ihrer seltenen Gastspielen auf dem alten Kontinent. Nach ein paar Tagen Urlaub in Venetien bieten die Kalifornier einen souveränen Set mit absoluter Spielfreude, gepaart mit zahlreichen Hits, mit denen sie für tolle Stimmung im Publikum sorgen. Neben Nummern vom Debüt und anderen Radioklassikern aus den Achtzigern sowie Material von der aktuellen Scheibe huldigt das Quintett mit 'Coming Of Age' und 'High Enough' auch die Damn-Yankees-Vergangenheit von Mastermind Jack Blades. Letztlich beenden die Ballade 'Sister Christian' und der Rocker '(You Can Still) Rock In America' ein phänomenales Festival.

SETLIST NIGHT RANGER

Touch Of Madness
Sing Me Away
Lay It On Me
Sentimental Street
Coming Of Age
The Secret Of My Success
Eddie's Comin' Out Tonight
High Enough
Goodbye
Four In The Morning
When You Close Your Eyes
Don't Tell Me You Love Me
Sister Christian
---
(You Can Still) Rock In America
 

Fazit: Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst. Das erste Frontiers Festival war eine Werkschau des Labels -  mit einer einmaligen Besetzung und nahezu perfekt organisiert. Es sieht so aus, als ob es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben wird und der Blick auf das Labelprogramm mit Uriah Heep, Extreme, Loverboy, Vanden Plas, Jorn, Mr. Big, Royal Hunt und zahlreichen anderen Genre-Champions lässt hoffen, dass man 2015 ein ähnlich perfektes Billing zustande bringt. Auffallend vor allem die freundliche Atmosphäre, der reibungslose Ablauf, die relaxte Parkplatzsituation (zahlreiche kostenlose und bewachte Parkplätze), die gute Lüftungsanlage, die hohe und geräumige Bühne und der weitestgehend erstklassige Sound. Negativpunkte sucht man vergeblich. Das nahezu alle Bands das Organisationsteam aus Neapel (deren Fußballteam heute auch noch italienischer Pokalsieger wurde) von der Bühne aus überschwänglich loben, kommt bestimmt nicht von ungefähr. Bleibt die abschließende Frage, ob das Drei-Tages-Ticket mit 159 Euro (VIP-Tickets gab es ab 599 Euro) angemessen war. Die Antwort lautet eindeutig: Ja!

 
Fotos: Fran Cea

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

PRETTY MAIDS28.12.2017BurgriedenRiffelhofTickets
PRETTY MAIDS29.12.2017CrailsheimSporthalleTickets

Reviews

NIGHT RANGER - Don´t Let UpRH #359 - 2017
Frontiers/Soulfood (52:03)Ich geb´s gerne zu: NIGHT RANGER, die ja immerhin auc...
NIGHT RANGER - 35 Years And A Night In ChicagoRH #356 - 2016
Frontiers/Soulfood (101:08)Wer NIGHT RANGER schon mal live erleben durfte, weiß...
PRETTY MAIDS - KingmakerRH #355 - 2016
Frontiers/Soulfood (50:47)Käpt´n Kaiser zufolge haben PRETTY MAIDS im Laufe ih...
HARDLINE - Human NatureRH #354 - 2016
Frontiers/Soulfood (49:39)Es kommt nicht oft vor, manchmal aber schon. Dann vers...
TESLA - Mechanical Resonance Live!RH #352 - 2016
Frontiers/Soulfood (59:25)Happy birthday, „Mechanical Resonance“! Zum 30-jä...
STRYPER - FallenRH #342 - 2015
Frontiers/Soulfood (58:37)Irgendwie ist´s ja schon putzig, wenn Frontmann Micha...
STRYPER - Live At The WhiskyRH #332 - 2014
(Frontiers/Soulfood)Nach einer längeren Pause in der zweiten Hälfte der Neunzi...
TESLA - SimplicityRH #326 - 2014
Frontiers/Soulfood (65:29)Wohl dem, der einen Sänger wie Jeff Keith in seinen R...
NIGHT RANGER - High RoadRH #326 - 2014
Frontiers/Soulfood (51:50)VÖ: bereits erschienenVöllig unbeeindruckt von allem...
WINGER - Better Days Comin´RH #324 - 2014
Frontiers/Soulfood (47:45) Es ist schlichtweg falsch, wenn die Plattenfirma beh...
PRETTY MAIDS - Louder Than EverRH #323 - 2014
Frontiers/Soulfood (52:44)Eine Art Best-of der Jahre 1995 bis 2005 liefern die D...
RED DRAGON CARTEL - Red Dragon CartelRH #321 - 2014
Frontiers/Soulfood (45:00) Mit seiner Beteiligung an den beiden Ozzy-Alben „B...
STRYPER - No More Hell To PayRH #318 - 2013
Frontiers/Soulfood (51:36) STRYPER haben den Glauben an sich selbst nicht verlo...
STRYPER - Second ComingRH #311 - 2013
Frontiers/Soulfood (67:39) Wie kaum eine andere Band haben STRYPER mit ihrer ch...
PRETTY MAIDS - MotherlandRH #311 - 2013
Frontiers/Soulfood (51:02) Kaum zu glauben, dass seit der Veröffentlichung des...
NIGHT RANGER - 24 Strings And A Drummer - Live & AcousticRH #307 - 2012
(Frontiers/Soulfood) Dieses DVD/CD-Package ist genau das Richtige für doofgrau...
HARDLINE - Danger ZoneRH #301 - 2012
Frontiers/Soulfood (58:05) Schon das aktuelle und großartige Axel-Rudi-Pell-Al...
PRETTY MAIDS - It Comes Alive (Maid In Switzerland)RH #299 - 2012
(Frontiers/Soulfood) Warum es mit dem ganz großen Durchbruch für die PRETTY M...
TESLA - Twisted Wires & The Acoustic SessionsRH #293 - 2011
Scarlet/Soulfood (65:28) In Anlehnung an ihr supererfolgreiches Album „Five M...
NIGHT RANGER - Somewhere In CaliforniaRH #290 - 2011
Frontiers/Soulfood (54:45) Auch wenn es diesseits des Atlantiks nie zum ganz gr...
PRETTY MAIDS - Pandemonium
Frontiers/Soulfood (50:06) Dank der Branchenkrise stehen mittlerweile auch Ba...
TESLA - Alive In Europe!
Wenn es stimmt, was Bassist Brian Wheat verraten hat, dann dürfen sich europäi...
WINGER - Karma
Schon mit ihrem Reunion-Album „IV“ machten WINGER einen Schritt weg von ihre...
DANGER DANGER - RevolveRH #269 - 2009
Frontiers/Soulfood (51:04) VÖ: 18.09. 20 Jahre nach der Veröffentlichung ihr...
STRYPER - Murder By Pride
(50:27) Okay, okay, verzichten wir auf flache Witze über bibelwerfende Hardcor...
HARDLINE - Leaving The End OpenRH #264 - 2009
HARDLINE-Sänger Johnny Gioeli ist ein vielbeschäftigter und erfolgreicher Gesc...
STRYPER - 7 Weeks: Live In America, 2003
Locomotive/Soulfood (64:32) Stadionstimmung bei einem STRYPER-Konzert werden ...
TESLA - Forever MoreRH #259 - 2008
Frontiers/Soulfood (50:50) Mit „Forever More“ wagen TESLA einen Schritt in ...
NIGHT RANGER - Rockin’ Shibuya 2007RH #257 - 2008
(152:28) Nach dem überaus starken letzten Album von Journey dreht sich mit ...
WINGER - Live
(97:00) Fast 20 Jahre treibt Kip Winger schon sein musikalisches Unwesen, insof...
TESLA - Real To Reel
Songs von u.a. Deep Purple, Thin Lizzy, den Beatles, UFO, Uriah Heep, den Stones...
NIGHT RANGER - Hole In The SunRH #240 - 2008
Frontiers/Soulfood (53:37) NIGHT RANGERs letzte CD „Seven“ war eines der be...
WINGER - Demo Anthology
(146:59) Franks Lieblingsposer haben in ihren Archiven gewühlt und alle 36 Dem...
PRETTY MAIDS - Wake Up To The Real World
(45:18) Nach langer Zeit und einigen seltenen Festivalauftritten melden sich di...
WINGER - IV
(49:57) Ja, ich oute mich hiermit: Die ersten beiden WINGER-Scheiben mag ich wi...
STRYPER - Reborn
(39:52) Eins vorweg: Ich habe nichts gegen christliche Rockmusik - egal, ob es ...
TESLA - Into The NowRH #202 - 2004
(55:44) Endlich ein neues TESLA-Album! Und dazu noch ein gutes! Der typisch rau...
HARDLINE - Live At The Gods Festival 2002
(75:09) Erst Jeff Scott Soto, dann Harem Scarem und jetzt Hardline. Bald haben ...
PRETTY MAIDS - Alive At Least
(77:53) Siebeneinhalb Jahre nach dem brillanten "Screamin´ Live", dem Mitschni...
HARDLINE - II
Auf dieses Album wartet die Hardrock-Gemeinde schon seit zehn Jahren. Schließli...
PRETTY MAIDS - Planet PanicRH #180 - 2002
Angefaulte Opas von gestern klingen anders. Die Mittdreißiger aus dem dänische...
TESLA - Replugged Live
?Oh Yeah!? sind die ersten Worte, die Ausnahme-Sänger Jeff Keith auf ?Replugged...
PRETTY MAIDS - Carpe DiemRH #162 - 2000
Mit ihrem neunten regulären Studio-Longplayer hatten es die stets sehr kritisch...
DANGER DANGER - The Return Of The Great Gildersleeves
Nachdem sich die Band vor einigen Jahren mit ihrem grungig angehauchten "Down"-D...
PRETTY MAIDS - First Cuts... And Then Some
Es gibt CDs, die man dringend braucht, keine Frage. Der Re-Release der PRETTY MA...
PRETTY MAIDS - Anything Worth Doing Is Worth Overdoing
Es ist ein Phänomen: Die Ohrwurm-Könige der New Wave Of Danish Heavy Metal sin...
NIGHT RANGER - SevenRH #136 - 1998
Einmal Rock'n'Roller, immer Rock'n'Roller. Auch NIGHT RANGER, US-Radiorock-Ikone...
DANGER DANGER - Four The Hard Way
Allzuviel Gefahr ging von DANGER DANGER zuletzt nicht aus. Mit allenfalls durchs...
PRETTY MAIDS - SpookedRH #119 - 1997
Moderner melodischer Power Metal für die Spätneunziger: Nach den jüngsten Meh...
NIGHT RANGER - Feeding Off The MojoRH #110 - 1995
Sechs Monate lang nur über die Importschiene erhältlich, ist diese erste NIGHT...
PRETTY MAIDS - Screamin' Live
Die beständigste Melodic-Dampfhammer-Kapelle unseres Kontinents zum ersten Mal ...
PRETTY MAIDS - Scream
The cult is still alive! Ähnlich wie für Saxon oder Van Halen gilt auch für d...
PRETTY MAIDS - Stripped
Nicht viel Neues von den PRETTY MAIDS. "Stripped" enthält noch einmal die fünf...
WINGER - PullRH #72 - 1993
Kip Winger auf Abwegen. Texte mit seriösem Anstrich ('Blind Revolution Mad', 'I...
PRETTY MAIDS - Offside
Zumindest bei der Titelwahl ein durchaus beabsichtigter dänischer Anschlag auf ...
HARDLINE - Double Eclipse
Mit der gleichnamigen skandinavischen Band, die vor einer guten Dekade mal ein r...
PRETTY MAIDS - Sin-DecadeRH #59 - 1992
Tja, was soll man dazu sagen? Noch eine Minute, bevor ich das Tape der neuen Pre...
STRYPER - Can't Stop Rock: The Stryper Collection 1984-1991
Es wird gemunkelt, die göttliche Eingebung mache um STRYPERs Proberaum zur Zeit...
DANGER DANGER - Screw It
Neues Futter von dem derzeit weltbesten Label Epic. DANGER DANGER haben mit "Scr...
DANGER DANGER - Screw It
Manchmal verstehe ich den Kollegen wirklich nicht. Mag sein, daß DANGER DANGER ...
TESLA - Psychotic SupperRH #54 - 1991
In diesem LP-überfluteten Herbst wird es die neue TESLA in Europa sicherlich ni...
TESLA - Five Man Acoustical Jam
Im Kerrang wurde diese Scheibe komischerweise 'runtergemacht, was in meinen Auge...
STRYPER - Against The Law
Ein Produzentenwechsel kann wahre Wunder bewirken. So gesehen - Gott sei Dank - ...
WINGER - In The Heart Of The Young
Hm, das ist ein Zwiespalt, vor dem ich hier stehe. Auf der einen Seite muß ich ...
PRETTY MAIDS - Jump The GunRH #39 - 1990
Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, jemals wieder etwas von den ...
DANGER DANGER - Danger DangerRH #35 - 1989
Daß sich hinter bekloppten Namen nicht unbedingt auch ebensolche Bands versteck...
TESLA - The Great Radio ControversyRH #31 - 1989
Zu den interessantesten musikalischen Erscheinungen der gesamten Szene gehören ...
NIGHT RANGER - Man In MotionRH #30 - 1988
Als ich mir 1983 das "Dawn Patrol"-Album von NIGHT RANGER kaufte, war die Gruppe...
STRYPER - In God We Trust
'In God We Trust, In Him We Must Believe': die Message, die STRYPER vermitteln w...
WINGER - Winger
Fragt mich jetzt bloß nicht, wer zum Teufel WINGER sind! Außer einer Vorabcass...
PRETTY MAIDS - Future World
Nach dem "Red, Hot And Heavy"-Hammer war ich wirklich gespannt auf das neue Werk...
TESLA - Mechanical ResonanceRH #21 - 1986
Soso, das ist also die neue Band von Mega-Manager Peter Mensch (Metallica, Def L...
HARDLINE - Advance LP
Die wohl beste norwegische HM-Band kommt aus dem schönen Städtchen Trondheim. ...
PRETTY MAIDS - Red, Hot And HeavyRH #9 - 1984
Nachdem mir Frank und Götz die Superplatten des Monats (Metal Church und Exodus...
STRYPER - Stryper
Wer auf Icon, Great White oder Ratt steht, liegt hier genau richtig. Ausgefeilte...
HARDLINE - Hardline
Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Gruppen aus Skandinavien haben mir eigentlich ...
PRETTY MAIDS - Pretty Maids (Mini-LP)
Vielleicht habt ihr schon die Rubrik "Neue Bands" gelesen, wo wir die PRETTY MAI...
PRETTY MAIDS - Future World
Als ich nach einer euphorischen Plattenkritik von Götzl „Metal“ Kühneking ...
TESLA - The Great Radio Controversy1989
Schon die ersten Riffs des Openers ´Hang Tough´ und der raue Gesang von Front-...