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FIVE FINGER DEATH PUNCH, UPON A BURNING BODY, POP EVIL

Köln, E-Werk

FIVE FINGER DEATH PUNCH

Ende 2013 waren FIVE FINGER DEATH PUNCH noch im Vorprogramm von Avenged Sevenfold in Deutschland zu sehen, doch inzwischen startet das Quintett dank guter Live-Reputation und dem erfolgreichen, aktuellen Doppel-Release „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell“ so sehr durch, dass es auch als Headliner mühelos große Konzertstätten füllt. Jüngstes Beispiel: Köln. Der Andrang auf die Show in der rund tausend Leute fassenden Live Music Hall ist so groß, dass sie ins doppelt so große E-Werk verlegt wird, das schließlich sogar „Ausverkauft!“ vermeldet.

Als erste wärmen POP EVIL aus Michigan den Laden mit ihrem eingängigen, aber dennoch harten Modern Alternative Metal auf und hinterlassen einen guten Eindruck. Die Band bringt in wenigen Wochen ihr nächstes Album „Onyx“ auf den Markt, das Fans von Disturbed, Alter Bridge, Stone Sour, Five Finger Death Punch, Avenged Sevenfold und Nickelback gefallen dürfte.

Bei UPON A BURNING BODY dominieren Hardcore-Referenzen stärker den Gesamtsound. Das Aggressions-Level ist hoch, allerdings schleicht sich nach einigen Songs auch ein wenig musikalische Monotonie ein.
Die unangefochtenen Helden des Abends sind aber FIVE FINGER DEATH PUNCH, die mit einem sehr abwechslungsreichen 80-Minuten-Konzert überzeugen. Obwohl der US-Fünfer das bietet, was man eine energetische, aggressive Show nennt, kommen ruhige und melodiösere Momente, humorvolle Einlagen und Entertainment nicht zu kurz. Schon nach vier Songs und einem musikalischen harten Einstieg in das Konzert schieben die Herren um Frontmann Ivan Moody, der gesanglich verdammt an Stone-Sour-Frontmann Corey Taylor erinnert, ein 'Bad Company'-Cover der gleichnamigen Supergroup ein. Bei 'Burn MF' holt die Band fünf Fans auf die Bühne, die begeistert mitsingen und mitspringen, bevor es mit 'Remember Everything' und 'Battle Born' wieder in ruhigere Gefilde geht. Ivan Moody unterstreicht einmal mehr seine Frontmann-Qualitäten, gibt sich mal als wilder Testosteron-Protz mit geballten Fäusten und mal als nachdenklicher Melancholiker, der voller Inbrunst düstere Gesangslinien intoniert. Er steigt runter in den Pit, um dort mit den Fans zusammen zu singen, wedelt mit einer ihm in die Hand gedrückten Deutschland-Flagge, beweist seine Vielseitigkeit bei 'Mama Said Knock You Out', einem Cover des Rappers LL Cool J und hat die Lage auch dann im Griff, wenn es ein wenig zu temperamentvoll im Publikum zugeht. Nachdem anscheinend einige Ordner im Graben ein wenig zu rüde behandelt wurden, beweist Ivan Deeskalations-Qualitäten, indem er die Fans mit lockeren Sprüchen diszipliniert und gleichzeitig mit einem verschmitzten „If you grab a securities ball, at least don´t forget to leave your phone number“ für Lacher sorgt.
FIVE FINGER DEATH PUNCH sind nicht nur auf dem Weg zur Modern-Metal-Spitze, sondern setzen schon zum Überholvorgang an. Stone Sour & Co. sollten sich in Acht nehmen!