Online-MegazineFestivals & Live Reviews

FINNTROLL

Bochum, Matrix

FINNTROLL

Für Freunde der nordischen Sagen, Gebräuche und Folk-Metal-Klänge steht in der Bochumer Matrix ein wahres Freudenfest an: Mit SKÁLMÖLD, TYR und FINNTROLL gibt es die volle Breitseite skandinavischen Metal auf die Ohren.

SkálmöldLos geht’s mit SKÁLMÖLD aus Island, der sicherlich unbekanntesten Combo des Nordlichter-Pakets, die sich aber schnell als Überraschung des Abends entpuppt. Inhaltlich huldigen SKALMÖLD dem kulturellen Erbe ihrer Vorväter - Wikinger-Geschichten und Edda-Erzählungen inklusive. Musikalisch tun sie das mehrstimmig und mit solche einer Inbrunst und Spielfreude, dass der Funke innerhalb kürzester Zeit auf das Publikum überspringt. Das ist auch gut so, denn mit gerade einmal 30 Minuten und fünf Songs von ihren Scheiben „Baldur“ und „Börn Loka“ ist der Auftritt der Isländer doch ziemlich knapp bemessen.

Die Färöer TYR haben zwar eine Viertelstunde länger Zeit, die Viking-Fans auf ihre Seite zu ziehen, tun sich allerdings merklich schwerer als ihre Vorgänger. Obwohl am Auftritt des Vierers musikalisch nichts auszusetzen ist – mit dem wie üblich etwas gewöhnungsbedürftigen Matrix-Sound hat die Band ja nichts am Hut – fehlt es auf der Bühne ein wenig an Schmiss und Wumms. Vor allem Front-Barde Heri Joensen wirkt in Sachen Stageacting ein wenig schlapp. Ob die Erkältungswelle wohl selbst vor gestählten Vokal-Wikingern nicht Halt macht? Spätestens bei den letzten beiden Songs 'Shadow Of The Swastika' und 'Valkyrja' steppt dann aber doch noch der Kriegsgott im Kettenhemd – sowohl auf, als auch vor der Bühne.

FinntrollWäre ja auch ein Jammer, wenn die Matrix-Meute für die Headliner FINNTROLL statt ordentlich Feuer unterm Hintern eher Eiszapfen an den Matten hätten, denn beim Konzert der Humppa-Meister fliegen die Haare der Troll-Fans zu jedem einzelnen Song. Ein Blick durch die verwüsteten Mähnen auf die Bühne lohnt sich aber trotzdem, denn FINNTROLL haben sich für den heutigen Auftritt richtig hübsch gemacht. Mit schicken langen Öhrchen, feschen Hosenträgern, Zylindern und weiteren Accessoires wirken die Jungs aber eher wie ausgehfeine Stadtstreicher-Trolle und lassen vergessen, dass sie ja eigentlich in den tiefsten nordischen Wäldern hausen. Wild geht es dann aber doch zu, während die Saitenfraktion mit Skrymer, Routa und Tundra dem Publikum Song um Song um die Ohren haut und Front-Troll Vreth seine schwedischen Schlacht-, Mythen- und Saufgesänge ins Mikro grollt. Überraschend textsicher zeigen sich die teutonischen FINTROLL-Anhänger, und singen selbst die neuen Tracks vom „Blodsvept“-Album Wort für Wort mit. Zum brodeln bringen die Trolle die Halle schon vom ersten Song an – zum Überkochen braucht es dann aber doch die „alten Schätzchen“. Nach 'Jaktens Tid' werden die Finnen unter lautem Beifall auf die Bühne zurückgesungen und powern sich und ihr Publikum mit den beiden Zugaben 'Nattfödd' und 'Trollhammaren' endgültig aus.

 

Setlist FINNTROLL:

Blodsvept
Solsagan
Mordminnen
Et Folk Förbannat
Dråp
Slaget Vid Blodsälv
En Mäktig Här
Intro
Svartberg
När Jättar Marschera
Under Bergets Rot
Nedergång
Skövlarens Död
Skogsdotter
Häxbrygd
Jaktens Tid
++++++
Nattfödd
Trollhammaren  


Pics: Alexandra Michels

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

ANNIHILATOR + BEHEMOTH + BLACK MESSIAH + BRAINSTORM + DELAIN + EISREGEN + FINNTROLL + KATAKLYSM + KISSIN' DYNAMITE + KORPIKLAANI + u.v.m.08.07.2016
bis
10.07.2016
GeiselwindOUT & LOUD FESTIVALTickets