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BLACK MESSIAH, SODOM, HARASAI, WORTMORD

Essen, Zeche Carl

Erst vor kurzem hat das Endzeit in Essen wieder eröffnet, da findet in der Zeche Carl auch schon das vierte Endzeit Festival statt. Das ist trotz des parallel in Oberhausen stattfindenden Gigs von Amon Amarth für viele Ruhrpottbanger ein guter Grund, nach Essen zu pilgern und mit den vier spielenden Bands zu feiern. Vorbildlich ist dabei die Preispolitik am Shirtstand: Zwischen 10 und 15 Euro zahlt man pro Leibchen.

Die erste Band des Tages ist HARASAI. Der Fünfer spielt unverschnörkelten Melodic Death Metal, der sich überwiegend im Uptempobereich bewegt und die Nackenmuskulatur recht ordentlich belastet. Die Truppe hat bisher eine EP und ein Album draußen und will bald nachlegen – auf das neue Material darf man sicherlich gespannt sein.

BLACK MESSIAH haben ein Problem, das sie mit vielen Bands im Pagan Metal teilen: Sie wollen musikalisch anspruchsvoller werden, das Publikum verlangt aber in erster Linie nach simplen Saufliedern. Der Sechser löst dieses Dilemma recht geschickt, indem zuerst ein paar schwere Nummern mit doppelläufigen, leider häufig recht untighten Gitarren gespielt werden und Fronter Zagan ab dem verlangten und gefeierten 'Söldnerschwein' an die Geige wechselt und die Schunkelsongs anstimmt. Als Zugabe gibt es noch die Dschingis-Khan-Hymne 'Moskau', die aber gegen das von Turisas ähnlich arrangierte 'Rasputin' klar abstinkt.

Die Thrasher WORTMORD genießen dank der beiden Ex-Sodom-Gitarristen Frank Blackfire und Grave Violator große Sympathien, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass dem hauptsächlich im Midtempo gehaltene Songmaterial der letzte Schmiss fehlt. Da verwundert es nicht, dass die Stimmung vor allem bei den beiden Sodom-Songs 'Bloody Corpse' und 'Blasphemer' hochkocht.

Zu SODOM brechen dann erwartungsgemäß alle Dämme, bereits der Opener 'In War And Pieces' wird von vorne bis hinten abgefeiert. Danach folgt ein Best-Of-Set, der sich gewaschen hat. Dabei beeindruckt es immer wieder, wie spontan SODOM ihre Setlist umstellen können. So werden auch 'Der Wachturm' und 'Die stumme Ursel' auf Zuruf gespielt. Daneben reiht sich ganz altes ('Outbreak Of Evil', 'Blasphemer'), mittelaltes ('The Saw Is The Law', 'Eat Me!'), fast neues ('City Of God') und ganz neues ('The Art Of Killing Poetry') Material aneinander. Dazu kommen natürlich noch die üblichen Hits wie 'Agent Orange' und 'Ausgebombt'. Bernemann und Tom sind offensichtlich gut gelaunt und gehen immer wieder auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Vor allem Bernemann tut sich hier als Grimassenkönig und Nonverbalkommunikator mit den ersten Reihen hervor. Heimliche Höhepunkte des Sets dürften aber die Gastauftritte des „jüngsten SODOM-Fans überhaupt“, wie Tom sie vorstellt, sein, einem kleinen Mädchen, das bei 'In War And Pieces' und 'Agent Orange' schüchtern mitsingt und sich danach artig und stilvoll verbeugt – da schmilzt selbst das Herz des härtesten Raubeins. Der Zugabeblock aus 'Remember The Fallen' und 'Bombehagel' beendet das Konzert dann würdig.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

SODOM26.12.2017BochumZecheTickets
SODOM20.01.2018WolfsburgHallenbadTickets

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